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Otto's Eleven

(Otto's Eleven, 2010)

Dt.Start: 02. Dezember 2010 Premiere: 02. Dezember 2010 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 95 min Land: Deutschland
Darsteller: Otto Waalkes (Otto), Mirco Nontschew (Mike), Rick Kavanian (Pit), Max Giermann (Oskar), Arnd Schimkat (Arthur), Dorothea Walda (Tantchen), Sky Dumont (Jean Du Merzac), Jasmin Schwiers (Jenny), Sara Nuru, Olli Dittrich (Harry Hirsch), Stephanie Berger (Rossdal), Paul Maximilian Schüller (Lenny), Nino Sandow (Schwarzer Peter)
Regie: Sven Unterwaldt jr.
Drehbuch: Bernd Eilert, Otto Waalkes, Sven Unterwaldt jr.


Inhalt

Auf der Insel Spiegeleiland leben die fünf Freunde Otto, Pit, Mike, Oskar und Artur in trauter Gemeinschaft. Mit Hilfe eines selbstgedrehten Werbevideos versuchen die Insulaner den Tourismus anzukurbeln; der Einzige, der jedoch auf das Video anspricht ist Casinobesitzer und Kunstsammler Jean Du Merzac, der durch eine gemeine List Otto um eines seiner Kunstwerke bringt. Diese Schmach kann Otto nicht hinnehmen und er beschließt, zusammen mit seinen Freunden, das Gemälde zurück zu stehlen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Otto's Eleven hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 13%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Otto's Eleven hat eine Wertung von 13%
Ankündigung oder Drohung? Otto Waalkes meldet sich mit einem neuen Film zurück. Diesmal nimmt er sich eine bekannte Gaunerkomödie aus Hollywood zur Vorlage für seinen abgetakelten Ulk. Jenseits der Gefilde eines auch nur im Ansatz wertigen Humors dümpelt er knapp 90 Minuten durch manche spaßfreie Niederung und unterlässt es dabei nicht, auch noch manch echten Klassiker für seinen Klamauk zu beschmutzen. Bei aller Kritik muss man aber vor Waalkes schon allein deshalb den Hut ziehen, dass es ihm gelingt, solche Machwerke immer wieder ins Kino zu bekommen.

Bild aus Otto's Eleven Manche Filme lassen sich nur aus einer ganz persönlichen wie höchst subjektiven Perspektive besprechen. Streng genommen, fällt es sogar schwer, die Ansammlung von platten Gags, die der ostfriesische Blödelbarde seit jeher in seinen cineastischen Machwerken aneinander reihte und auf Zelluloid bannte, als Film zu bezeichnen. Diese Attentate auf das Komödiengenre erfüllen nicht mal im Ansatz die Gesichtspunkte der Ästhetik oder Dramaturgie, wie man sie üblicherweise an einen Film, selbst einem ganz seichtformatigen, anlegen würde.

Bei all der üblen Vorrede über den ostfriesischen Singer-Songwriter und Spaßvogel, der Anfang der 70er mit weiteren 14 Mitbewohnern in Hamburg in einer Wohngemeinschaft lebte, darunter Udo Lindenberg und Marius-Müller Westernhagen: Waalkes steht mit seinen jugendlichen 62 Jahren inzwischen seit 50 Jahren im Rampenlicht. Den ersten Auftritt hatte er bereits im zarten Alter von elf, in einem emdener Kaufhaus. Die ernstzunehmende Bühnenkarriere und sein Durchbruch beginnen 1973 mit der Otto Show. Seither genießt der Komödiant nahezu ungebrochene Popularität, wobei die 90er Jahre nicht wirklich zu seinen besten zählen. Ab dem Jahr 2000 gelingt ihm aber ein eindrucksvolles Comeback: Allein in den letzten zehn Jahren bringt er es da auf fünf Filme.

Sein neuestes Werk Otto's Eleven nimmt, wie der Titel es unschwer erahnen lässt, Anleihen bei der großen Hollywood Ensemble-Gaunerkomödie Ocean's Eleven. Die Geschichte beginnt auf einer kleinen friedlichen Insel, welche den Namen Spiegeleiland trägt. Hierauf leben fünf Insulaner: der Maler Otto (Otto Waalkes), ein Meister des naiv-puristischen Pinselstrichs, der das Watt in allen möglichen Erscheinungsvariationen malt; der Koch Pit (Rick Kavanian), der am liebsten Kabeljau zubereitet, den keiner essen mag; Mike (Mirko Nontschew) ist der selbsternannte Fitnessguru der Insel; Oskar (Max Giermann) entwirft modische Schuhe und Kappen mit Insel-Emblem; und Artur (Arnd Schimkat) schlussendlich ist der IT-Experte des Eilands.

Eigentlich lebt die Insel der fünf Freunde vom Tourismus, nur hat sich so gut wie noch nie jemand dahin verirrt. Um ihre Heimat bekannter zu machen, entschließen sich die fünf ein Werbevideo zu drehen und ins Internet zu stellen. Auf diesem Weg entdeckt der fiese Casinobesitzer Jean Du Merzac (Sky Dumont), dass in Ottos Hütte ein Gemälde hängt, das er schon seit Jahren sucht, um seine Sammlung zu komplettieren. Kurz entschlossen fährt er gemeinsam mit seiner Assistentin zur Insel. Eigentlich hat er den Plan, das Gemälde für ein paar Millionen zu erwerben, die er am Fiskus vorbei schaffte; als er aber sieht, was für Einfaltspinsel auf dem Eiland hausen, ist er nicht mehr gewillt, seine Moneten dafür zu opfern. Mittels eines perfiden Plans gelingt es Du Merzac Ottos Gemälde zu entwenden. Als Otto es bemerkt, ist er am Boden zerstört. Seine Freunde, die das nicht mitansehen können, beschließen sogleich das Gemälde von Du Merzac zurückzuholen - ein höchst gewagtes Unterfangen.

Wer das Kino betritt, um einen Otto-Film zu sehen, weiß eigentlich was auf dem Programm steht: Witze von plattesten Format und alberner Klamauk, dessen Niveau mühelos vom flüssigen zum gasförmigen Aggregatzustand überwechseln kann. Was nun jeder als komisch empfindet, ist mit Sicherheit eine sehr persönliche Angelegenheit; der eine mag in den Welten des waalkschen Blödelwahnsinns eine harmlose Bespaßung entdecken, manch ein anderer würde (gesetzt des Falls er müsste das ansehen) kräftig mit dem Kopf gegen die Wand wummern, um einen passablen Gegenschmerz zu erzeugen.

Kinder, vor allem die jüngeren darunter, finden aber wirklich Gefallen an dieser Mischung aus Slapstick, Ulk und Dollerei. Das mag man als Erwachsener gerade noch nachvollziehen können. Schwer fällt es allerdings als mündiges Wesen, das alles nüchtern zu ertragen und in den knapp anderthalb Stunden belämmerter bejuxung auch nur einen einzigen ernstgemeinten Lacher zu platzieren. Da helfen auch nicht die vielen Filmzitate; im Gegenteil: Wenn sich an legendären Szenen der Inspektor-Clouseau-Reihe (natürlich dem Original mit Peter Sellers) vergangen wird, grenzt das gefühlt bereits an ein Sakrileg.

Bleibt noch das Eingangs erwähnte, ganz persönliche und subjektive Statement: Ein bekannter Satz aus einem Film lautet, Die Hölle ist die Abwesenheit von Vernunft. Meine persönliche Hölle ist ein Ort, dem man nicht entfliehen kann und an dem rund um die Uhr Otto-Waalkes-Filme in Endlosschleife laufen und die Wildecker Herzbuben machen dazu ohne Pause Musik, mit 130 Dezibel Lautstärke. Und das bis ans Ende aller Tage.



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