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Country Strong

(Country Strong, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

42%



Inhalt

Kelly Canter ist eine Countrysängerin mit nachlassendem Erfolg. Ein Songschreiber wird auf sie aufmerksam und sieht in ihr genug Potential für eine Tour. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Manager, sowie einer Schönheitskönigin, die ebenfalls Sängerin werden will, geht es zu einer Reihe von Konzerten, die Kellys Comeback einläuten sollen. Dabei geht es schließlich aber nicht nur um Musik, sondern auch um Gefühle, die sich zwischen den Mitgereisten entwickeln.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

42%

Gwyneth Paltrow zählt zu den strahlenden Jung-Diven Hollywoods. Dass sie auch unsympathisch spielen kann, bewies sie aber bereits in Große Erwartungen. Eine wirklich hässliche Rolle mit Paltrow zu besetzen, kann man sich dennoch nur schwerlich vorstellen. Country Strong wirkt somit wie ein Experiment, in dem sie sich auf den Schlachtfeldern des Abgründigen ein wenig auszutoben versucht, ohne aber, dass die heraufbeschworenen Dämonen der Depression, Alkoholismus, Schuld, Narzissmus und des vergänglichen Ruhms mehr als nur oberflächlich skizziert werden. Dafür gibt es, für den, der es mag, Country-Music satt auf die Ohren.

Bild aus Country Strong Das Musikbusiness ist sowohl in der Lage, unvergängliche Stars zu erschaffen, wie Menschen in der unbarmherzigen Vermarktungsmaschinerie und dem Leben im Rausch zu zerstören. Viele Musiklegenden wurden bekanntermaßen nicht alt: Elvis Presley, Jim Morrison, Kurt Cobain, Freddy Mercury, Michael Jackson, ihr immerwährender Ruhm geht zu einem Gutteil mit ihrem Untergang einher. Andere Legenden wie Johnny Cash entgingen hingegen knapp der Katastrophe, wie in Walk the Line Oscar-prämiert zu sehen war.

Diese gefährliche Gratwanderung zwischen umjubeltem Idol und übersensiblem, selbstzerstörerischem Künstler beschreibt auch Country Strong. Kelly Canter (Gwyneth Paltrow) spielt einen Country-Star auf Abwegen. Eine erlittene Frühgeburt, nachdem sie Schwanger ein Konzert gab, war Auslöser ihres Zusammenbruchs; anschließende Depressionen und Alkoholmissbrauch sorgten dafür, dass sie sich in einer abgeschiedenen Klinik im Entzug befindet. Wie es der Zufall will, ist Beau Hutton (Garrett Hedlund), einer ihrer Pfleger, zugleich auch ein talentierter Singer-Songwriter, der sich durch Auftritte in ortsansässigen Bars bereits ein paar Sporen verdient hat.

Kelly verbringt während ihrer Reha viele Stunden mit ihm. Er spielt ihr Eigenkompositionen vor, und sie denkt sich einen passenden Text dazu aus. In dieser Zeit gelingt es ihr, ihren Kummer und die Sorgen ausnahmsweise beiseite zu schieben. Ihr Mann und Manager Ed (Tim McGraw) plant aber bereits ihr Comeback. Einen Monat vor dem regulären Ende des Entzugs hat er schon eine Tournee für sie organisiert. Im Vorprogramm soll die junge ehemalige Schönheitskönigin Chiles Stanton (Leighton Meester) auftreten, obwohl sie bestenfalls eingängigen Pop mit leichtem Country-Einschlag abzuliefern vermag und streng genommen nervlich überhaupt nicht bühnenfest ist. Kelly würde viel lieber Beau in ihrem Vorprogramm sehen, was Ed nicht passt, dem die Freundschaft zwischen seiner Frau und Beau reichlich suspekt ist. Als Beau aber Chiles Probevorsingen rettet, entschließt er sich beide mit auf Tour zu nehmen. Beau willigt allerdings nur ein, um Kelly nahe zu sein und auf sie aufpassen zu können.

Country Strong, der wirkt, als wäre er im Fahrwasser von Crazy Heart unterwegs, für den Jeff Bridges 2010 den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt, ist nicht allein das offensichtliche Musikdrama um die selbstzerstörerische Diva, keine simpel gestrickte Dreiecksgeschichte und keine Underdog-Story, obwohl er Elemente aus all dem enthält. Dementsprechend schwer lässt sich die Geschichte einordnen, wenn sie insgesamt auch mehr anstrengt denn fordert. Anerkennung verdient auf jeden Fall Gwyneth Paltrow, Hollywoods Strahlefrau, allein schon für den Mut, einmal eine "hässliche Rolle" zu übernehmen. Ihre Filmfigur ist von Schuld und Selbstzweifel zerrissen, zugleich egoistisch (in ihren Erwartungen Beau gegenüber) wie eifersüchtig (wenn ihr Mann fremdflirtet), zudem ebenso narzisstisch, selbstgefällig, wie auch lebenshungrig und depressiv. Ein bisschen viel will es scheinen, für die zarten Schultern von Gwyneth Paltrow.

Und tatsächlich: Auch wenn sie sich nach Kräften müht, vollends glaubwürdig will das nicht erscheinen, was sie abzuliefern versucht. Die Handlung holpert zudem leicht zerfahren vorwärts und scheint den Fokus immer wieder zu suchen. Der Eindruck, der somit entsteht, ist ein Rätselraten, wessen Story nun (insgeheim) wirklich erzählt werden soll. Dass Tim McGraw, der den Mann und Manager von Paltrows Filmfigur spielt und der im Grunde für die Geschichte einen nicht unwesentlichen Part einnimmt, dabei leidlich uncharismatisch bleibt, ist sicherlich alles andere als förderlich. Akzente zu setzen vermögen lediglich Paltrow - allerdings hauptsächlich in den positiven Momenten ihres Filmcharakters - und Garrett Hedlund (Tron Legacy), der als weißer, beinahe untadeliger Ritter, der in den Fingern der großen Diva stets zu Wachs wird, zuweilen des Guten schon zu viel ist.

Überzeichnung und mitunter mangelnde Authentizität der Charaktere stellt insgesamt in Country Strong sicherlich einen nicht unwesentlichen Kritikpunkt dar. Und so manch Wendung oder Wandel der Figuren im Verlauf der Geschichte, wie die Transformation der eingebildeten, zickig-dümmlichen, doch nur mäßig talentierten Beautyqueen Chiles, zu einem tragenden Element der Show, will nicht wirklich überzeugen. Zumal das Finale selbst irgendwie unausweichlich vorgezeichnet scheint - man es sich aber nicht verkneifen konnte, dem Film zusätzlich ein kitschiges zweites Ende zu verpassen.

Möglicherweise ergibt sich die Schräglage aber daraus, dass der Film nicht wirklich für den europäischen Markt produziert scheint. Vielleicht fehlen einfach die notwendigen US-patriotisch-folkloristischen Gene, um sich mit Country Strong akustisch anfreunden zu können, denn man sollte bei diesem Film besser jemand sein, der Country-Music durchaus länger als für ein-zwei Songs im Radio erträgt. Andernfalls kann die Berieselung ganz schön penetrant ausfallen. Letztendlich aber - und davon losgelöst, ob der Film nun musikalisch punkten kann - ergibt sich das Bild einer halbgaren Inszenierung, mit zuweilen unglaubwürdiger Theatralik und dem Hang zur Überzeichnung, die überdies Längen produziert und deren Figuren, vielleicht mal abgesehen vom Paladin Hedlund, keine Sympathien erzeugen. Dieser Versuch einer bitter-süßen, melancholischen Ballade enthält unterm Strich viel zu viel von einer Country-Music-Telenovela.

Keine weitere Wertung


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