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Drive Angry

(Drive Angry, 2011)

Dt.Start: 24. Februar 2011 Premiere: 24. Februar 2011 (Deutschland)
FSK: ab 18 Genre: Action, Thriller
Länge: 108 min Land: USA
Darsteller: Nicolas Cage (Milton), Amber Heard (Piper), William Fichtner (Buchhalter), Billy Burke (Jonah King), David Morse (Webster), Todd Farmer (Frank), Christa Campbell (Mona), Charlotte Ross (Candy)
Regie: Patrick Lussier
Drehbuch: Patrick Lussier, Todd Farmer


Inhalt

"Ich dachte Du wärst tot." Über diesen Satz kann Milton nur müde lächeln. Um den Mord an seiner Tochter zu rächen, ist er aus der Hölle entflohen und macht nun Jagd auf die Gruppe, die für den Tod verantwortlich sind. Unterstützung bekommt er dabei von der cleveren und verdammt gut aussehenden Piper. Doch Milton hat die Rechnung ohne den Teufel gemacht. Der schickt seinen besten Mann, um den Entflohenen zurückzuholen. Der Jäger wird selbst zum Gejagten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Drive Angry hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 67%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 73 für Drive Angry

Die ersten 20 Minuten wähnt sicht der Zuschauer in einem perfekten Partyfilm: Die Sprüche sitzen, die Charaktere könnten cooler kaum sein und auch die Optik, der rockige Soundtrack sowie die Grundatmosphäre können genau das bieten was Ghost Rider damals so richtig schön vergeigt hat. Dummerweise fehlt dem Film eine gewisse Kurzweiligkeit a la Shoot 'em Up, hat der Film doch im Mittelteil gehörige Probleme mit einigen Längen und kopiert auch noch dreist Szenen aus genanntem Film die in diesem Falle nicht deren Effekt entfachen können. Nichts desto trotz ist das Ganze sehr unterhaltsam und gipfelt in einem gelungenen Finale. Dank der unglaublich spielfreudigen Darstellerriege (Cage wird hier vom absoluten Highlight des Filmes und dem Inbegriff der Coolness, William Fichtner, gnadenlos an die Wand gespielt) macht das Ganze trotz einiger Längen durchaus Spaß und auch die 3D-Optik kann in diesem Falle, trotz einigen sehr schwachen Karnevalseffekten, für einen gehörigen Mehrwert sorgen. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Drive Angry hat eine Wertung von 61%
Mit einem Grindhouse-Genrestück hätte man Nicolas Cage vor ein paar Jahren nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Inzwischen hat Cage aber bereits so viele unterschiedliche Rollen gespielt, dass man mitunter gar nicht mehr sicher sein kann, mit was er demnächst seine Aufwartung macht. Diesmal ist er in bester Mad Max-Manier einer Sekte durchgeknallter Satanisten auf der Spur, die seine Enkelin opfern wollen, damit ihr Fürst auf die Erde gelangt. Ultratrashiges, makaberes Schaustück, das bedingungslos für die großen Jungs gemacht wurde und sich seines sinnentleerten Daseins nicht schämt.

Bild aus Drive Angry Nach welchen Kriterien Nicolas Cage seine Rollen aussucht, kann zuweilen mehr als irritieren. Der für Leaving Las Vegas Oscar-prämierte Hollywood-Schauspieler fischt auch schon mal in manch einer trüben Untiefe: Filme wie Con Air oder Ghost Rider gehören sicherlich nicht zu den Vorzeigewerken seiner Vita. Auch bei Drive Angry wähnte man sich bereits nach der Eingangssequenz sicher, dass er diesmal vollends ins kinematographische Fettnäpfchen langte. Im trashigsten Mad Max-Style fertigt er blutig ein paar Typen ab. Das Einzige, was man aus der Szene erfährt, ist, dass er auf der Suche nach einem Baby ist, das entführt wurde und offensichtlich in Lebensgefahr schwebt (da in den Händen von irgendwelchen Spinnern).

Damit ist die Story im Wesentlichen bereits umrissen. Ausgesprochen wichtig ist bei dieser Grindhouse-artigen Show die Handlung ohnehin nicht. Es reicht wenn man sich merkt, dass John Milton (Nicolas Cage) hinter einem satanischen Sektenguru namens Jonah King (Billy Burke) her ist. Der hat Miltons Tochter ermordet und ihr Baby an sich genommen. Beim nächsten Vollmond will er dieses Opfern, um Luzifer auf die Erde zu holen. Milton setzt indes Himmel und Hölle in Bewegung, um dies zu verhindern. An seiner Seite findet sich als schlagkräftiger Barbie-look-a-like Eyecatcher die Ex-Kellnerin Piper (Amber Heart) wieder, die Milton erst nur ihr Auto leiht und ihn anschließend während seines Feldzug und bis zum Show Down begleitet.

Freunde tarantinoesker Inszenierungen können sich freuen: Es gibt jede Menge automobile Kult-PS aus den 60er und 70ern zu bestaunen, viel Action, ordentlich Blut, nackte Haut und einen gnadenlosen Protagonisten, der selbst Charles Bronson in seinen besten Revenge-Tagen vor Neid erblassen lassen hätte. Dazu kommen Oneliner und Dialoge, die meschuggener nicht sein könnten, eine gewisse Selbstironie und Distanz zum eigenen Werk aber unterstellt, tragen diese - nebst rabenschwarzer Einlagen - ihr Quäntchen zum Gelingen dieser makaberen Vorstellung bei. Kultverdächtig ist auf jeden Fall der (wiederholte) Auftritt von William Fichtner als Killer mit übersinnlichen Fähigkeiten, der sich selbst "der Buchhalter" nennt.

Nun macht das alles aus der neuesten Produktion von Regisseur Patrick Lussier und Autor Todd Farmer, die schon bei My Bloody Valentine 3-D zusammen arbeiteten, keinen wirklich herausragenden Film. Im Rahmen dessen, was er aber möchte, schwarzhumorig die großen Jungs (nahezu sinnbefreit) tüchtig bespaßen, konnte Drive Angry im Vergleich zur ersten Zusammenarbeit des genannten Duos zulegen. Natürlich darf aber solch bizarres Genrestück niemandem vorgesetzt werden, der nun so gar nichts mit bösen Action-Horror-Spektakeln anzufangen weiß - da hilft dann auch der Verweis nichts mehr, dass dies mit einem ordentlichen Augenzwinkern zu verstehen ist.

Was aber am meisten für Irritation sorgen kann, ist die Tatsache, dass Drive Angry zuweilen wie ein unfreiwilliges Prequel zu Ghost Rider wirkt. Zwar verwandelt sich Cage zu keiner Zeit in ein Skelett mit flammendem Totenschädel - wirklich gewundert hätte es zwischendurch aber keinen. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass man sich im Nachhinein viel mehr von Drive Angry im Ghost Rider gewünscht hätte. Vielleicht klappt das zumindest in der Fortsetzung mit dem Flammenkopf.



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