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The King's Speech

(The King's Speech, 2010)

Dt.Start: 17. Februar 2011 Premiere: 06. September 2010 (Festival, USA)
FSK: o.A. Genre: Drama, Historie
Länge: 118 min Land: UK
Darsteller: Colin Firth (King George VI), Helena Bonham Carter (Queen Elizabeth), Geoffrey Rush (Lionel Logue), Derek Jacobi (Archbishop Cosmo Lang), Robert Portal (Equerry), Richard Dixon (Private Secretary), Andrew Havill (Robert Wood), Roger Hammond (Dr. Blandine Bentham), Calum Gittins (Laurie Logue), Jennifer Ehle (Myrtle Logue), Dominic Applewhite (Valentine Logue), Ben Wimsett (Anthony Logue), Paul Trussell
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: David Seidler


Inhalt

Unerwartet tritt Georges Bruder Edward vom Thron ab und hinterlässt diesem das Königreich England. Doch George ist kein typischer König, denn die Reden ans Volk werden durch sein Stottern problematisch. Helfen soll ihm Lionel Logue, ein Sprachtherapeut.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The King's Speech hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 85%
Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 87 für The King's Speech

Dieses visuell durch den Einsatz von Weitwinkelobjektiven eindrucksvolle menschliche Drama um ein interessantes Kapitel britischer Geschichte lebt durch seinen Purismus. Dem genialen Skript von David Seidler, der ansonsten eher Drehbücher fürs Fernsehen schreibt, fehlt jegliche Außenansicht auf die Geschehnisse im Königshaus und auf die Politik, was jedoch den Fokus auf das Prunkstück von The King's Speech legt: die Schauspieler. So genügt es, Colin Firth (A Single Man) als stotternden König in spe und den verschmitzten Geoffrey Rush als seinen Sprachtherapeuten minutenlang in einem Raum zusammen sprechen zu lassen, um in seiner Schlichtheit und seiner punktgenauen Inszenierung meisterhaftes, unprätentiöses Kino zu schaffen.

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 83 für The King's Speech

Nachdem Tom Hoopers hervorragender Film The Damned United - Der ewige Gegner in Deutschland nahezu unbeachtet direkt auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht worden ist, bekommt er mit seinem zwölffach oscarnominierten The Kings Speech nun eine wohlverdiente Würdigung seiner Arbeit. Die liebevoll ausgearbeitete Geschichte des stotternden britischen Königs und seinem Sprachheiler ist mit seinen vielen kleinen Ideen wunderbar spielerisch eingefangen und hat mit Colin Firth und Geoffrey Rush zwei glänzend aufgelegte Hauptdarsteller zu bieten, die hervorragend miteinander harmonieren. Aufgrund der Thematik sei allerdings unbedingt zu einer Sichtung in der englischen Originalfassung geraten.

Kurzkritik
von Benjamin Schieler
Wertung von 88 für The King's Speech

Vier wichtige Auszeichnungen gab es für The Kings Speech bei der Oscar-Verleihung 2011. Und dies nicht zu Unrecht und auch nicht, weil die Konkurrenz besonders schwach gewesen wäre. Sondern weil das Drama um einen Monarchen wider Willen überzeugt. Das Zusammenspiel von Geoffrey Rush und Colin Firth ist grandios, aber auch die anderen Mitglieder des Ensembles, allen voran Helena Bonham Carter und Timothy Spall (als Winston Churchill) spielen mit Verve. Unterlegt von Beethovens siebter Symphonie wird die finale und titelgebende Rede des Königs schließlich zum emotionalen Höhepunkt - und zur Geburt eines wahren britischen Monarchen.

Kurzkritik
von Thomas Brendel
Wertung von 78 für The King's Speech

Für den Drehbuchautor Ted Seidler, der als Kind selbst mit einem Sprachfehler zu kämpfen hatte, war es ein persönliches Anliegen, diese bis dato öffentlich wenig bekannte Geschichte über King George VI. zu erzählen. The King's Speech überzeugt vor allem in den Szenen, in denen der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden sich in absoluter Bestform befindlichen Hauptdarstellern, Colin Firth als König wider Willen und Geoffrey Rush als unkonventioneller Sprachtherapeut, im Mittelpunkt steht. Von diesen gibt es im Film dankenswerterweise eine Menge. Leider werden die dem Sprachfehler zu Grunde liegenden Probleme des Königs, entgegen der anfänglich geschaffenen Erwartungen, nur oberflächlich angekratzt, wodurch es der Geschichte letztendlich etwas an Tiefgang mangelt. Dass die bedrohliche Atmosphäre, die durch die Ankündigung des unmittelbar bevorstehenden Zweiten Weltkrieges entsteht, nur dazu dient, die Fallhöhe von King Georges Reden zu erhöhen, ist aus dramaturgischer Sicht zwar clever, hinterlässt aber dennoch einen etwas faden Beigeschmack. Ansonsten ist Tom Hoopers Inszenierung durchaus solide, wenngleich vielleicht ein wenig arg konventionell.

Kurzkritik
von Daniela Panzitta
Wertung von 89 für The King's Speech

Wenn Menschen stottern ist das schrecklich. Noch schlimmer ist es, wenn diese unweigerlich in der Öffentlichkeit stehen und dort vor vielen Menschen sprechen und überzeugen müssen. The King's Speech zeigt das Schicksal von King George VI, der nach seines Vaters Tod und dem Rücktritt seines Bruders über Großbritannien und dessen Kolonien herrschen muss, während im Rest von Europa Hitler auf dem Vormarsch ist.
Die Story wird dabei sowohl von Colin Firth als auch Geoffrey Rush und Helena Bonham Carter auf sehr sympatische und gefühlvolle Weise präsentiert, so dass man förmlich mitleidet, wenn George etwas vortragen und die Worte sprichwörtlich herauspressen muss. Dieser Film ist auch für Nicht-Fans des britischen Königshauses geeignet und zeigt die Royal Family einmal von einer anderen Seite.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
The King's Speech hat eine Wertung von 87%
Bereits der Titel birgt diese feine Süffisanz und Doppelbödigkeit, die den Film in sich durchgängig prägt. The King's Speech ist natürlich nicht nur des Königs Sprache, sondern auch des Königs Ansprache. So spannt sich auch der Bogen der Handlung von einer tragisch misslungen Ansprache zu Beginn, bis zur finalen Rede vor der englischen Nation, kurz nach Ausbruch des II. Weltkrieges. Colin Firth, der kongenial den stotternden Prinz und späteren König gibt, ist aber nur eines der Highlights in diesem wundervollen und überaus sehenswerten Film.

Bild aus The King's Speech Über keine andere Monarchie wird international, quer durch alle Medien immerfort Bericht erstattet. Oft totgesagt und in einem Land verhaftet, das eigentlich als eine der westlichen Vorzeigedemokratien einer Monarchie aus politischer Sicht längst nicht mehr bedürfte, hält sich das englische Königshaus an der Spitze der europäischen Aristokratie. Krisen gab es indes genug, die das Aus hätten bedeuten können. Die schwerste sicherlich, der Tod Lady Dianas im Jahr 1997, der Ex-Frau Prinz Charles, des "Thronerben". Nach seiner Neu-Ehe mit Dauergeliebten Camilla Parker Bowles stehen seine Chancen den englischen Thron zu besteigen aber nicht mehr allzu gut. Derzeit richten sich demnach die Hoffnungen des Hauses Windsor auf Prinz William und seine (noch) Verlobte Kate Middleton. Ihre Ehe soll der Monarchie die alte Strahlkraft und die Akzeptanz in der Bevölkerung zurück bringen.

Ob die Windsors aber jemals wieder beim eigenen Volk derart beliebt sein werden, wie das zu Zeiten von Elisabeths Vater war, ist fraglich. Nur 16 Jahre, von 1936 - 1952, dauerte die Regentschaft von König George VI., eine Königsbürde, die er niemals wollte, aber annehmen musste, als sein Bruder abdankte. 1952 erlag er im Alter von 57 Jahren einem Krebsleiden, viele waren aber der Meinung, in Wahrheit hätten ihn die Last der Verantwortung, der Druck der Verpflichtung und das rigide Protokoll "aufgefressen".

Die Handlung von The King's Speech setzt zu Beginn der 1930er Jahre ein. Ihre Majestät Queen Elisabeth (Helena Bonham Carter), die Mutter Queen Elisabeths II. und spätere Queen Mum, ist auf der Suche nach einem geeigneten Sprachtherapeuten für ihren Mann Prinz Albert (Colin Firth), dem zweitgeborenen Sohn King Georges V. Sie landet beim ehemaligen Schauspieler Lionel Logue (Geoffrey Rush), der vielen Soldaten, die traumatisiert und im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos aus dem I. Weltkrieg zurückkehrten, helfen konnte. Nach einigem Zögern entscheidet sich Prinz Albert, es mit ihm zu versuchen. Er ist schwerer Stotterer und vermag keine Rede zu Ende zu bringen.

Das Aufeinandertreffen dieser beiden sehr unterschiedlichen Charaktere, des smarten, jovialen und unkonventionellen Sprachlehrers und des hölzernen wie impertinenten Adligen produziert ungemein viele sehenswerte Augenblicke, die sowohl vor unterschwelliger Komik übersprühen, gleichsam aber unmittelbar in greifbare Tragik umschlagen können. Beide Darsteller brillieren und wirken in Ihren Rollen authentisch; was überdies nahezu für jeden anderen Darsteller in den verschiedenen Nebenrollen ebenso gilt. Colin Firths Darbietung allerdings, als cholerischer wie stotternder Prinz, der sich selbst und seine Sprache nicht beherrschen kann, ist schlichtweg preiswürdig. Es wundert nicht, dass er den Golden Globe für den besten Darsteller in einem Drama hierfür einheimsen konnte und nun als ganz heißer Aspirant für den Oscar gilt. Schon 2010 schrammte er mit seiner Darstellung in A Single Man eines homosexuellen Dandys, der seinen Lebenspartner und seinen Lebenswillen verloren hat nur knapp daran vorbei.

Seiner Interpretation der Figur des späteren Monarchen ist es zu verdanken, dass der Film insbesondere in den Augenblicken, in denen er psychisch labil zwischen der "Jämmerlichkeit" eines kleinen verstörten Jungen, der sich nie gegen den älteren, dominanten Bruder durchsetzen konnte und der Widerwillen erzeugenden Arroganz seiner elitären Herkunft pendelt, ungemein fesselt. Nebst der außerordentlichen schauspielerischen Dimension vermittelt The King's Speech aber überdies auch überaus interessante Einblicke in die Welt der Royals. Eine Existenz, die gefühlsarm in sich erstarrt ist, dominiert wird von Pflichtgefühl und der Vermeidung des Gesichtsverlusts, und letzten Endes einzig und allein vom Protokoll zu leben scheint.

Viele Geschehnisse, die bis heute in der englischen Monarchie nachwirken, lassen sich nach dem Film viel besser verstehen, und man bekommt schon fast ein wenig Mitgefühl für Queen Elisabeth II., die ihren Onkel abdanken sah, der viel lieber eine Frau heiraten wollte, die als unmöglich angesehen wurde; ihren Vater anschließend erlebte, der völlig unvorbereitet König wurde und an der Last dieses Daseins zugrunde ging; und zuletzt sie selbst, die als viel zu junge Frau in die Bresche springen musste und nun schon seit beinahe 60 Jahren mit stoischer Beharrlichkeit auf dem Thron sitzt - ohne zu wissen, ob es jemanden gibt, der sich ihrer Nachfolge als würdig erweisen wird.

Mit all diesen feinen Facetten, die gedanklich manch Brückenschlag ins Heute ermöglichen und den tieferen Einblicken in diese doch sehr fremde Lebewelt gelingt es The King's Speech somit, ähnlich vielleicht wie Die Queen, echte Charaktere hinter der sorgsam glattpolierten Fassade des Englischen Königshauses abzubilden und ermöglicht den seltenen emotionalen Zugang zu diesen Menschen. Final wird möglicherweise sogar ein wenig zu sehr am Gefühlsregler gedreht, so dass der englische König schon zu sympathisch rüberkommt, doch es lässt sich durchaus anzweifeln, ob sich die Arroganz der aristokratischen Elite einfach so ablegen lässt. Vielleicht ist diese "Wandlung" zum Ende hin aber auch Colin Firths persönliche Verbeugung vor dem Hause Windsor.



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