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Biutiful(Biutiful, 2010)
| Dt.Start: |
10. März 2011
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Premiere: |
17. Mai 2010 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
147 min
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Land: |
Spanien, Mexiko |
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Darsteller:
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Javier Bardem (Uxbal), Maricel Alvarez (Marambra), Hanaa Bouchaib (Maramba), Guillermo Estrella (Mateo), Eduard Fernandez (Tito), Cheikh Ndiaye (Ekweme), Diaryatou Daff (Ige), Cheng Tai Shen (Hai), Luo Jin (Liwei), Lang Sofia Lin (Li), Yodian Yang (Chino Obeso), Tuo Lin (Barman Bar Hai), Xueheng Chen (Chino Bodega), Xiaoyan Zhang (Jung) |
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Regie:
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Alejandro Gonzalez Inarritu |
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Drehbuch:
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Alejandro Gonzalez Inarritu, Armando Bo |
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 Inhalt
Der Kleinkriminelle Uxbal verdient sein Geld mit der Vermittlung illegaler Einwanderer an Bauunternehmen. Gemeinsam mit seinen beiden Kindern lebt er in einem heruntergekommenen Multikulti-Viertel Barcelonas. Als bei Uxbal Prostatakrebs im Endstadium festgestellt wird, versucht er verzweifelt, sein Leben in geordnetere Bahnen zu lenken und seine manisch depressive Ex-Frau wieder an ihre Kinder zu gewöhnen, wohl wissend, dass er das Unvermeidliche nicht aufhalten kann. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Markus Müller
Biutiful ist ohne Zweifel einer der traurigsten Filme, die je gedreht wurden. Letzten Endes ist es sein Realismus, der ihn so deprimierend macht. Die übersinnlichen Fähigkeiten des Protagonisten stehen im starken Kontrast zu diesem Realismus und wirken daher sicherlich auf den ein oder anderen Zuschauer unpassend. Doch diese Nebenhandlung ist so geschickt mit der Geschichte verwoben, dass sie nicht weiter in Frage gestellt werden muss und man erst im Rückblick auf den gesamten Film die komplette Tragweite begreift. Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu beweist sich mit Biutiful endgültig als Meisterregisseur und Javier Bardem zeigt einmal mehr, dass er zu den ganz Großen gehört. Ein intelligenter, tief betrübender Film, der lange nachwirkt und immer besser wird, je länger man über ihn nachdenkt.
Kritik
von Daniela Panzitta
Manche Filme sind kein Vergnügen sondern absolut unangenehm anzusehen. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Film schlecht ist. Ganz im Gegenteil, denn mit Biutiful ist Alejandro Inarritu eine intensive und atmosphärisch dichte Erzählung gelungen, die aber aufgrund ihrer schonungslosen und dramatisch-realistischen Darstellung definitiv nicht als vergnüglich zu bezeichnen ist. Wenn man sich auf einen derartigen Kinobesuch aber einstellt, dann kann man von diesem Werk beeindruckt und zum nachdenken angeregt werden.
Die Diagnose Krebs ist für jeden ein Schock. Wenn die Lebenserwartung dann nur auf mehrere Monate festgelegt wird, steigt Panik auf. So auch bei Uxbal, der gemeinsam mit seinen beiden Kindern in einer heruntergekommenen Wohnung in Barcelona lebt und den Lebensunterhalt aus krummen Deals und der Gabe, mit Toten kommunizieren zu können, bezieht. Seine Ex-Frau ist depressiv und unfähig, sich um die Kinder zu kümmern. Dennoch versucht Uxbal den Kontakt wieder zu verbessern, wohl auch in der Hoffnung, dass er ihr die Kinder vertrauensvoll überlassen kann.
Die Geschichte von Biutiful spielt am unteren Ende der Gesellschaft und so sehen die Menschen und deren Lebensverhältnisse auch aus. Schonungslos wird man in eine schmutzige und unappetitliche Realität befördert, die lediglich das Nötigste für das Überleben bereit hält. Hier wird kaum etwas geschönt, eine Optik, an die man sich erst einmal gewöhnen muss.
Hat man die ersten Minuten, die einen durchaus ein wenig ratlos zurücklassen, überstanden und sich an die Umstände der Erzählung gewöhnt, beginnt man die letzte Reise mit Uxbal, dem aufgrund von Prostatakrebs nur noch wenig Lebenszeit übrig bleibt. Verkörpert wird dieser vielschichtige Charakter von Javier Bardem, der sowohl in düsteren als auch in romantischen Rollen bisher überzeugen konnte. In Biutiful übernimmt er eine Figur, die man gar nicht so recht einordnen kann. Auf der einen Seite ist er eine Art Menschenhändler, der sowohl für die illegalen Straßenverkäufer als Mittler zur Polizei, als auch für Bauunternehmer als Beschaffer billiger, ebenfalls illegaler, Arbeitskräfte fungiert. Dabei ist er zum Einen auf seinen eigenen Vorteil aus, zum Anderen achtet er auch darauf, dass die Menschen, die er vermittelt, ebenfalls ihren Teil abbekommen. Privat ist er aber auch Vater, der sich um zwei Kinder im Schulalter kümmern muss, deren Mutter depressive Alkoholikerin ist und nicht einmal ihr eigenes Leben auf die Reihe bekommt. Diesen Eiertanz aus fürsorglichem Familienvater, der seinen Kindern gerne mehr bieten würde, und Kleinganoven vollführt Uxbal Tag für Tag. Daran ändert sich zunächst nicht viel durch das Wissen des bevorstehenden Todes. Einzig der Versuch, für alle Beteiligten eine gute Ausgangssituation zu schaffen, für die Zeit nach seinem Tod, blitzt immer wieder hindurch.
Neben dieser rein sachlichen und realen Ebene gibt es noch eine weitere, die auf den ersten Blick überhaupt nicht in dieses Szenario passen will. Uxbal hat nämlich die Fähigkeit, mit Toten zu kommunizieren. Er macht das teils für Geld, indem er Angehörigen die letzten Botschaften ihrer Verstorbenen übermittelt oder den Toten dabei hilft, die Erde zu verlassen. Diese übernatürliche Gabe fügt sich erstaunlicherweise derart nahtlos und selbstverständlich in die Handlung ein, was daran liegt, dass sie nur sporadisch thematisiert wird, sodass es dem Zuschauer nicht weiter auffällt, sondern einfach akzeptiert wird. Erst zum Ende der Geschichte nimmt diese Ebene eine zentralere Rolle ein und wird als künstlerisches Mittel eingesetzt. Dies verstärkt die emotionale Komponente und bietet einen würdigen Abschluss.
Biutiful ist deprimierend, aufwühlend und teilweise nur schwer zu ertragen. Lässt man sich darauf ein, so kann man ganz großes emotionales Kino erleben, das sowohl eine Charakterstudie als auch die Frage nach der Vorbereitung auf den Tod enthält. Dabei ist man die gesamte Laufzeit über, die immerhin mehr als zwei Stunden beträgt, gebannt und gefesselt, obwohl man in manchen Szenen lieber wegsehen möchte und dies vielleicht an der ein oder anderen Stelle auch tut.  Weitere interessante Filme
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