Mr. B52 - A bright shining lie Poster

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Mr. B52 - A bright shining lie

(A Bright Shining Lie, 1998)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 26. Mai 2003
Premiere: 30. Mai 1998 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Krieg
Länge: 118 min Land: USA
Darsteller: Bill Paxton (John Paul Vann), Bo Eason (Officer Tally), William L. Mansey (Officer Conroy), Karina Logue (Barmaid), Amy Madigan (Mary Jane Vann), Robert L. Hull (Bureaucrat Soldier), Donal Logue (Steven Burnett), 'Josh' Somsak Orajan (Vann's ARVN Driver), Harve Presnell (MACV General), Robert John Burke (Frank Drummond), Bill Whelan (Ron Dray), Kay Tong Lim (Colonel Cao Huynh Van), Seng Kawee (VC Leader), Kajie Khan (Madame Nhu), Vivian Wu (Lee)
Regie: Terry George
Drehbuch: Neil Sheehan, Terry George


Inhalt

Vietnam 1962: US-Lieutenant John Paul Vann setzt sich als Militärberater in Südvietnam dafür ein, dass sich der Kommunismus nicht ausbreitet. Doch mit seiner Vorgehensweise stößt er auf wenig Gegenliebe und wird ein Jahr später sogar degradiert und in die USA zurück geschickt. Doch Vann gibt nicht auf und reist erneut nach Vietnam,um seine Ziele zu verfolgen. Es ist ein harter Kampf, aber er verschafft sich neuen Respekt und erhält schließlich sogar die Unterstützung von Richard Nixon.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mr. B52 - A bright shining lie hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 52%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Mr. B52 - A bright shining lie hat eine Wertung von 52%
Lieutenant Colonel John Paul Vann zählte zu den kontroversesten und zugleich prägendsten Figuren des Vietnamkrieges. Mr. B52 versucht, dem Zuschauer sowohl den Mensch als auch den Militaristen Vann näher zu bringen und liefert dazu auch einige bisher wenig bekannte Informationen zum Vietnamkrieg. Das Ergebnis ist ein streckenweise recht interessantes, aber auch insgesamt sehr durchschnittliches Biopic und Kriegsdrama. Aufgrund der mäßigen Leistung Bill Paxtons und einigen Schwächen in der Erzählstruktur schafft es der Film leider kaum, seine Hauptfigur interessant genug zu machen, um den Film zu tragen. Wer sich ausgiebig für den Vietnamkrieg interessiert, kann sich Mr. B52 dennoch guten Gewissens anschauen. Für den Einstieg in das Thema ohne jedes Vorwissen oder als Unterhaltungsfilm ist diese TV-Produktion jedoch eher ungeeignet.

Bild aus Mr. B52 - A bright shining lie Bei der Vielzahl von Vietnamkriegsfilmen stellt sich natürlich die Frage, wozu 1998 ausgerechnet ein irischer Regisseur das amerikanische Trauma noch einmal als TV-Spielfilm umsetzen musste. Von vornherein scheint klar, dass der erste Spielfilm von Terry George (Hotel Ruanda) natürlich weit hinter populären Genreklassikern wie Full Metal Jacket, Apocalypse Now oder Platoon zurück bleibt. Allerdings geht Mr. B52 auch ganz andere Wege als die genannten Titel und konzentriert sich darauf, das Leben von Lieutenant Colonel John Paul Vann während des Vietnamkrieges zu zeigen.

Vann war stolzer Amerikaner und von dem Einsatz seines Landes in Vietnam überzeugt. Jedoch missfielen ihm die Taktiken, mit denen vorgegangen wurde, und so setzte er bei jeder Gelegenheit seine eigenen Methoden durch. So kam es, dass er immer wieder mit Vorgesetzten aneckte und schließlich zum Zivilisten degradiert und wieder in die Heimat geschickt wurde. Später kehrte er zurück nach Vietnam, als ziviler Helfer aber noch immer hochmotiviert. Schließlich gelang es ihm, wieder einen militärischen Rang zu erlangen, seine Befehlsgewalt zurück zu gewinnen und so zu einer der prägendsten Figuren des Vietnamkrieges zu werden.

Mr. B52 zeigt Vann als von sich selbst überzeugten, starrsinnigen Militaristen und Weiberhelden. Privat naiv und egoistisch, militärisch geschickt, heroisch und pathetisch. Seine Gradwanderung zwischen Menschenfreund und Egomanen, der bereit ist, für seine Karriere und die Erreichung seiner Ziele über Leichen zu gehen (was im Krieg allerdings nahezu unumgänglich ist), wird im Film zwar angedeutet aber nie wirklich lebendig und glaubhaft vermittelt. Einen Teil der Schuld daran trägt Bill Paxton (Vertical Limit), der Vann zwar mit der nötigen Entschlossenheit und Unnahbarkeit, jedoch leider auch sehr facettenarm und monoton spielt, wobei besonders die menschliche Seite zu kurz kommt. Der andere Teil ist in der Erzählung selbst zu finden, denn während an einigen Stellen ausführlich geschildert wird, kommen an anderen Stellen wichtige Entwicklungen zu kurz. Besonders wird dies in Vanns Frauengeschichten spürbar. So muss der Zuschauer zeitweise einfach mit dem leben, was er vorgesetzt bekommt, was nicht immer nachvollziehbar ist. Ein weiteres Problem ist die gelegentliche Darstellung Vanns als Kriegsheld. Ab und An ist er in Ein-Mann-Armee-Aktionen zu sehen, die an einen B-Movie-Actioner erinnern und dem Film beinahe die Seriosität rauben.

Die inszenierten Bilder werden immer wieder um Dokumentaraufnahmen ergänzt, die den Film historisch fundieren und eine Reibungsfläche zur Realität bieten. So ist Mr. B52 sicherlich auch Bildungsprogramm, allerdings nur, wenn man schon gewisse Vorkenntnisse zum Vietnamkrieg mitbringt. Währenddessen zu Beginn einige bekanntere historische Ereignisse aus dem Off erzählt werden, kommt es später immer wieder vor, dass ein ausgiebiges Hintergrundwissen vorausgesetzt wird, um die Handlung richtig zu deuten. Im amerikanischen Fernsehen, für das der Film produziert wurde, kann das durchaus funktionieren, für die meisten Europäer dürfte dies allerdings eine deutliche Hürde darstellen und den Zugang erschweren.



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