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Fasten auf Italienisch

(L'Italien, 2010)

Dt.Start: 13. Januar 2011 Premiere: 14. Juli 2010 (Frankreich)
FSK: o.A. Genre: Komödie, Drama
Länge: 102 min Land: Frankreich
Darsteller: Kad Merad (Dino Fabrizzi / Mourad Ben Saoud - un vendeur chez Maseratiqui se fait passer pour Italien), Valérie Benguigui (Hélène), Roland Giraud (Charles Lemonnier), Philippe Lefebvre (Cyril Landrin), Guillaume Gallienne (Jacques), Sid Ahmed Agoumi (Mohamed Ben Saoud), Farida Ouchani (Rachida Ben Saoud), Saphia Azzeddine (Amel), Tarek Boudali (Karim Ben Saoud), Nathalie Levy-Lang (Nadège), Karim Belkhadra (Iman Abdel), Alain Doutey (André), Arielle Sémenoff (Marie-Paule), Guy Lecluyse (M. Maizière)
Regie: Olivier Baroux
Drehbuch: Olivier Baroux, Jean-Paul Bathany


Inhalt

Dieser Mann hat es geschafft: Der schlagfertige Italiener Dino Fabrizzi lebt in Nizza und verkauft erfolgreich teure Autos an vermögende Kunden. Doch der Schein trügt, denn eigentlich heißt Dino Mourad und ist gar kein Italiener sondern Algerier. Sein über die Jahre mühsam aufgebautes Lügengebilde droht jäh einzustürzen, als sein herzkranker Vater ihn bittet, an seiner statt Ramadan zu feiern. Und so versucht der eigentlich ungläubige Massoud verzweifelt in Rekordzeit zum Vorzeige-Moslem zu mutieren.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Fasten auf Italienisch hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Andreas Jaschke
Fasten auf Italienisch hat eine Wertung von 80%
In ihrer Culture-Clash- Komödie Fasten auf Italienisch schaffen es der Regisseur Olivier Baroux und vielmehr noch die beiden Autoren Nicolas Boukhrief und Eric Besnard, dem ausgewälzten Thema Integration/Migration wirklich neue Aspekte zu verleihen und zudem noch ebenso kurzweilig zu unterhalten. Daraus resultierend entstand ein Film, den man gerne und leicht geschaut hat, flott erzählt, aber eben nicht ohne Tiefgang.

Bild aus Fasten auf Italienisch Eigentlich kann man mich mit solchen Filmen jagen. Filme, in denen es um den Migrationshintergrund des Haupthelden geht, gab es einfach zu viele. Allerdings hatten die auch selten solch eine Prämisse. Denn Mourad (gespielt vom französischen Topstar Kad Merad) ist eigentlich marokkanischer Moslem, hat es aber in seinem dienstlichen Umfeld geschafft, sich eine Alibi-Vita aufzubauen. Er ist der Vorzeigeitaliener Dino. Denn er arbeitet in einem Autohaus für italienische Sportmodelle - und das passt wie die Faust aufs Auge. Genüsslich werden alle Vorurteile gegenüber den Bewohnern der Apenninenhalbinsel zelebriert und auch wir ertappen uns bei der kritiklosen Aufnahme dieser Stereotype.

Umso krasser unsere Erkenntnisse. Erstens: wir selber haben ausländische Ethnien, welche uns sehr sympathisch sind. Ausländer ist nicht gleich Ausländer. Und das sitzt tief. Und zweitens: unser Held ist Moslem. Und diese Doppelerkenntnis am Anfang macht den Film so besonders. Denn zur selben Zeit wie wir, nur mit einem schrecklichen Vorwand, wird Mourad/Dino - der selber fast vergessen hat, wer er wirklich ist - bewusst, wo seine Wurzeln liegen. Und schon hat er all unsere Emphatie. Denn sein Vater hat einen Herzinfarkt und verlangt nun von seinem Sohn, einen Monat lang das Leben eines streng gläubigen Moslems zu führen. Und auch hier wieder ist der Film emotional schlau gestrickt, denn auch für Mourad ist dies zum Teil sehr fremdes Terrain. So muss er sich von einem Muezzin erst mal etliche Dinge des gläubigen Lebens erklären lassen, was nebenbei auch noch herrlich humorvoll ist.

Regisseur Olivier Baroux - in Frankreich zusammen mit Kad Merad als Comedy-Duo eine feste Größe im Unterhaltungsgeschäft, ist es zu verdanken, dass dieser Film seine Figuren immer ernst nimmt, selbst auf manche zusätzliche Pointe verzichtend! Das Bedürfnis, dass Mourad sich als ein anderer ausgibt, ist ganz stark nachvollziehbar, und so sind alle Folgen, die die Aufdeckung dieser Verkleidung mit sich bringen würden, auch wirkliche Debakel für unseren Helden. Ganz im Sinne von "Comedy is deadly serious" (Billy Wilder). Und sicher hat auch Hauptdarsteller Kad Merad selbst ein erhöhtes Augenmerk auf Authentizität gelegt, da er in Wirklichkeit ebenfalls aus Algerien stammt, und laut Interview genau weiß, welche Vorteile eine "Französisierung" seines Namens brachte.

Fazit: Wer sich mit dem aktuellen Thema Integration mal beschäftigen will, dies aber nicht durch staubtrockene Lektüre machen möchte, dem kann Fasten auf Italienisch wärmstens empfohlen werden. Aber auch andere, die zum Beispiel französische Komödien mögen, kommen auf ihre Kosten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.



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