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Cowboys & Aliens

(Cowboys & Aliens, 2011)

Dt.Start: 25. August 2011 Premiere: 29. Juli 2011 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Sci-Fi, Western
Länge: 118 min Land: USA
Darsteller: Olivia Wilde (Ella), Harrison Ford (Col. Woodrow Dolarhyde), Daniel Craig (Jake Lonergan), Sam Rockwell (Doc), Noah Ringer (Emmett), Paul Dano (Percy), Ana de la Reguera (Maria), Clancy Brown (Meacham), Keith Carradine (Sheriff Taggart), David O'Hara (Pat Dolan), Walton Goggins (Hunt), Abigail Spencer (Alice), Adam Beach (Nat Colorado), Chris Browning (Jed Parker), Raoul Trujillo (Black Knife)
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman


Inhalt

Als Jake Lonergan mitten in der Wüste Arizonas aufwacht, hat der einsame Cowboy sein gesamtes Erinnerungsvermögen verloren. Erst nach der Rückkehr in das Kleinstädtchen Absolution kehrt die Vergangenheit wieder zurück - mit schmerzlichen Folgen. Denn Lonergan ist ein Krimineller, auf dessen Kopf es viele harte Burschen abgesehen haben. Doch bevor das Gefecht beginnen kann, leuchtet am Himmel ein greller Blitz auf. Außerirdische greifen die Erde an. Die Cowboys müssen zusammenhalten, unabhängig davon, auf welcher Seite des Gesetzes sie stehen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Cowboys & Aliens hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 68%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Cowboys & Aliens hat eine Wertung von 68%
Fiese Aliens greifen die Erde während des 19. Jahrhunderts im Wilden Westen an. Damit ist der Plot von Cowboys und Aliens treffend zusammengefasst. Die restlichen Elemente, die dieses minimalistische Grundgerüst ergänzen, sind extrem konstruiert und entweder an den Haaren herbeigezogen oder schon aus anderen Filmen altbekannt. Wirklich tragisch ist das nicht, denn zu ernst nehmen sollte man den neuesten Streich von Iron Man-Regisseur Jon Favreau auf keinen Fall. Dann bietet er nämlich trotz erheblicher Schwächen im Drehbuch eine gute technische Umsetzung und solide Unterhaltung. Wer mal wieder einen Actioner ohne viel Hirn sehen möchte und neugierig auf die Umsetzung eines Konfliktes zwischen Cowboys und Aliens ist, kann sich den Streifen guten Gewissens anschauen. Wer jedoch Originalität, Innovationen und Hochspannung erwartet, wird bitter enttäuscht werden.

Bild aus Cowboys & Aliens Cowboys, die gegen Aliens kämpfen? Das klingt nach witzigem Trash vom feinsten. Doch der Film von Jon Favreau meint es verdammt ernst. Humor gibt es nur sehr sparsam. Bei genauerer Betrachtung ist der Ansatz nicht halb so absurd und albern, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht. Nicht nur Erich von Däniken geht in seiner Präastronautik-Theorie davon aus, dass in früheren Zeiten Außerirdische die Erde besucht haben. Tatsächlich ist dies durchaus vorstellbar, warum sollten sie nicht also auch im Wilden Westen aufgetaucht sein? Eigentlich ist es beinahe schade, dass es nicht gleich eine Filmreihe mit diesem Konzept gibt: "Ritter und Aliens", "Nazis und Aliens" oder ein UFO, das Jesus während seiner Bergpredigt die Show stiehlt, in "Jesus und Aliens". Nun, vielleicht verwöhnt uns die Zukunft mit diesen potentiellen Kassenschlagern, bis dahin muss sich der geneigte Filmfreund wohl mit Cowboys und Aliens zufrieden geben.

Was beginnt wie ein Western, entwickelt sich recht bald zu einem Western-Science-Fiction-Mix, wobei leider keines der beiden Elemente für sich genommen überzeugen kann. Der Western-Anteil ist dabei jedoch deutlich gelungener als der Science-Fiction-Teil. Möglicherweise wäre der Film als reiner Western mit seinem hochkarätigen Cast ein überzeugenderer Film geworden. Doch all das sind natürlich nur Spekulationen. Was bleibt, ist ein Genremix, der mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Da sind zum einen die wenig überzeugenden Ganoven und Indianer, die als Randfiguren auftreten, aber relativ albern wirken, und zum anderen die Aliens, die ganz ordentlich in Szene gesetzt wurden, aber auch niemanden besonders faszinieren oder erschrecken. Sie sind zu uncharismatisch und weit entfernt von ausgefeilten Kreaturen, wie denen aus den Alien-Filmen.

Ein grundlegendes Problem ist, dass Jack von Anfang an mit einer Waffe der Aliens ausgestattet ist und die Menschen auch nur durch den Einsatz dieser überhaupt eine Chance haben. Das eigentlich Reizvolle, nämlich wie sich die extrem unterlegenen Cowboys mit Lasso und Revolver behaupten müssen, gerät so zur Nebensache. Was die eigentliche Handlung angeht, ist Cowboys und Aliens zweckmäßig und mal mehr, mal weniger überzeugend. Fühlt man sich im einen Moment noch gut bei Laune gehalten, schlägt man im nächsten angesichts einiger Storyentwicklungen schon wieder die Hände gegen den Kopf. Diese sind nämlich entweder absolut vorhersehbar oder aber überraschend und gänzlich an den Haaren herbeigezogen. So gibt es etwa in der Mitte des Filmes eine Wendung in Bezug auf eine der Figuren, die wohl niemanden so recht überzeugen kann. Nur wenn man an dem bis dahin gesehenen Gefallen findet, kann man hier ein Auge (oder besser beide) zudrücken und hoffen, dass es besser weiter geht. Das tut es dann glücklicherweise auch einigermaßen. Das Finale bietet alles, was man erwartet. Explosionen, Schießereien, viele Aliens, Verluste auf beiden Seiten. Dabei folgt es gängigen und altbewährten Mustern, auch in der Dramaturgie. Spannung darf daher nur bedingt erwartet werden. Action und Unterhaltungswert sind jedoch garantiert.

Darstellerisch sieht es schon bedeutend besser aus. Daniel Craig (Casino Royale) als der raubeinige Cowboy ohne Gedächtnis Jake Lonergan und Harrison Ford (Schatten der Wahrheit) als verbissener Woodrow Dolarhyde überzeugen in ihren passenden Rollen. Während sich Craig ein besonderes Lob verdient hat, kommt Ford leider viel zu kurz und geht im Gesamteindruck daher ein wenig unter. Alle, die sich darauf freuen, ihn mal wieder ausgiebig in einem Abenteuerfilm zu sehen, können daher nicht glücklich werden. Olivia Wilde (Tron: Legacy) ist an sich auch überzeugend, nur ist ihre Figur und die Entwicklung, die sie durchmacht, leider vollkommen hanebüchen, was die Beurteilung ihrer Darbietung schwierig macht. Sam Rockwell (Moon) in der Rolle des Barbesitzers Doc verkörpert eine an sich interessant eingeführte Figur, die leider ebenso wie der ebenfalls vielversprechend angelegte Sohn von Woodrow Dolarhyde, Percy Dolarhyde, gespielt von Paul Dano (There Will be Blood), keine Möglichkeit hat, ihr Potential auszuschöpfen.

Letzten Endes wurden viele Möglichkeiten vergeben, aus dem Stoff, der auf einem in Deutschland bisher unveröffentlichten Comic basiert, einen gelungen Blockbuster zu machen. Ein großes Debakel blieb aber glücklicherweise aus. So steht zu guter Letzt ein Film, den es sicher nicht gebraucht hätte, aber nun, wo es ihn eben schon gibt, ist er für neugierige und nicht allzu anspruchsvolle Action-Freunde durchaus einen Blick wert.



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