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Shelter

(Shelter, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 03. Dezember 2010
Premiere: 05. Februar 2009 (Festival, Deutschland)
FSK: ab 16 Genre: Mystery, Thriller
Länge: 107 min Land: USA
Darsteller: Julianne Moore (Cara Harding), Jonathan Rhys Meyers (David / Adam / Wesley), Jeffrey DeMunn (Dr. Harding), Frances Conroy (Mrs. Bernburg), Nathan Corddry (Stephen Harding), Brooklynn Proulx (Sammy), Brian Anthony Wilson (Virgil), Joyce Hurring (Granny Holler Witch), Steven Rishard (Detective Danton), Charles Techman (Monty Hughes), John Peakes (Dr. Charles Foster), Michael Graves (Holler Man), Chaz Moneypenny (Adam Sabre), Rick Applegate (Warden Collins)
Regie: Mans Marlind, Björn Stein
Drehbuch: Michael Cooney


Inhalt

Multiple Persönlichkeiten werden allzu gerne vorgetäuscht. Die Psychiaterin Cara ist Spezialistin auf diesem heiklen Gebiet und hat sich vor allem darauf spezialisiert, die Störung zu widerlegen. Als sie allerdings auf Adam trifft, wird ihre Expertise auf die Probe gestellt. Seine verschiedensten Persönlichkeiten wirken nicht gespielt sondern äußerst real. Außerdem haben alle eines gemeinsam, sie sind brutalen Morden zum Opfer gefallen. Als Cara ihre Nachforschungen beginnt, taucht sie immer tiefer ein in eine Welt, die alles in Frage stellt, was sie bisher geglaubt hatte.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Shelter hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 48%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Benjamin Schieler
Shelter hat eine Wertung von 48%
In dem Film des schwedischen Regisseur-Duos Mans Marlind und Björn Stein (Storm) spielt Jonathan Rhys Meyers einen Mann, der - so scheint es - eine recht ausgeprägte gespaltene Persönlichkeit hat, und der für seine Ärztin (Julianne Moore) zum Alptraum wird. Der Geschichte des konventionellen Schockers mangelt es jedoch an Originalität, sie bemüht sich auch nicht um innere Logik. Am Ende fällt es einem schwer, zu erklären, wer oder was das Böse eigentlich war.

Bild aus Shelter Das Phänomen der multiplen Persönlichkeitsstörung fasziniert die Menschen und spaltet - das nennt man wohl Ironie - die Fachwelt. Beschrieben Werke wie Robert Louis Stevensons "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" oder Filme wie Zwielicht mit einem zu Recht für seine Rolle mit dem Golden Globe ausgezeichneten Edward Norton die Auswirkungen und das Erscheinungsbild der Krankheit, blieben manche Experten skeptisch. Multiple Persönlichkeiten gebe es nicht, behaupteten sie. Sie seien ein von den Psychiatern selbst induziertes Trugschloss, in das sich Patienten nur zu gerne flüchten, um eine einfache Erklärung für ihr widernatürliches Verhalten zu liefern. Die Protagonistin von Shelter, Dr. Cara Harding (Julianne Moore, The Kids are alright), gehört zu diesen Skeptikern.

Als ihr Vater - ebenfalls Psychiater, aber empfänglicher für die Theorien der Störung - sie mit einem Patienten (Jonathan Rhys Meyers, From Paris with Love) bekannt macht, stellt das Cara auf eine harte Probe. Denn die verschiedenen Persönlichkeiten dieses jungen Mannes wirken so perfekt und individuell, dass eine bewusste Täuschung eigentlich auszuschließen ist. Cara Harding beginnt zu recherchieren - und stößt dabei auf verschiedene mysteriöse Todesfälle, die alle in einer Verbindung zu dem Patienten stehen. Doch ihre mühselig aufgebaute Theorie, getreu dem Motto, dass die einfachste Erklärung oft die richtige ist, muss sie bald wieder begraben - und stattdessen dabei zusehen, wie nicht nur ihr Vater, sondern auch ihre kleine Tochter in Gefahr geraten.

Der Autor Michael Cooney, der sich mit seinem Skript einen Seitenhieb auf das acht Jahre zuvor von ihm geschriebene Drehbuch von Identität erlaubt, schlägt irgendwann endgültig einen Pfad ein, der in die, bzw. ins Irre führt. Eine natürliche Erklärung für die Abnormität der von Rhys Meyers - immerhin das - überzeugt dargestellten Figuren gibt es nicht. Doch auch die unnatürliche Erklärung fällt schwer. Erst recht, da sich der Film nicht darum schert, zu erklären, warum sich Annahmen, die lange Zeit als gesichert galten, plötzlich in Luft auflösen, nicht aber die Begleiterscheinungen dieser Annahmen. Der Zuschauer, der nicht allein auf stumpfe Unterhaltung aus ist, wird sich Fragen stellen: Hat der Teufel seine Finger im Spiel, wie es kurzfristig einmal angedeutet wird? Oder ist es eher ein strafender Gott, der in diesem penetrant religiös angehauchten Spiel mitmischt? Shelter bedeutet übersetzt "Zuflucht". Wie sich diese aber definiert, bleibt offen. Zu bedauern ist obendrein, dass den Regisseuren Marlind und Stein bei ihrem Ziel, Spannung zu erzeugen, nichts Individuelles einfiel. Herhalten müssen die altbekannten Kameraschwenks, die kaum noch einen überraschen dürften, und die gewohnt nervenden Hintergrundtöne. Das aber reicht dann nicht einmal für die Kategorisierung Massenware von der Horrorstange.



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Dt. Start: 18. Sep 2003
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