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Zeit der Trauer

(The Greatest, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

71%



Inhalt

Die beiden Teenager Rose und Bennet scheinen wie geschaffen füreinander, doch auf dem Heimweg von einem romantischen Abend geraten die beiden in einen Unfall und Bennet stirbt. Kurz darauf erfährt Rose, dass sie schwanger ist und wendet sich an die trauernden Eltern von Bennet. Dessen Vater Allen nimmt Rose entgegen des Willens seiner Frau Grace bei sich auf und gemeinsam suchen sie in der Trauer über diesen schrecklichen Verlust die Kraft zum Schöpfen neuer Lebensfreuden.

Kritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kritik

71%

Es heißt, der größte Albtraum einer Mutter und eines Vaters sei es, das eigene Kind beerdigen zu müssen. In ihrem Debütfilm thematisiert die Regisseurin Shana Feste (2011 mit Country Strong in den deutschen Kinos) diesen Schmerz, indem sie ein traumatisiertes und voneinander entfremdetes Ehepaar mit der jungen Frau konfrontiert, die ihr Sohn vor einem tödlichen Verkehrsunfall geschwängert hat - und zeigt, wie unterschiedlich Menschen trauern.

Bild aus Zeit der Trauer Jeder mochte Bennett (Aaron Johnson, als junger John Lennon in Nowhere Boy zu sehen), diesen schüchternen jungen Menschen und erfolgreichen Sportler, der zu jedem freundlich war. Seine Schulkameradin Rose (Carey Mulligan, 2010 für An Education für den Oscar nominiert) mochte ihn sogar besonders. Jahrelang schmachten sich die beiden heimlich an, bringen aber nicht den Mut auf, sich einander zu offenbaren. Als Bennett den ersten Schritt schließlich doch noch wagt und die beiden sich näher kommen, währt das große Glück nur kurz. Der beschwingte Bennett hält in einem Moment der Sorglosigkeit mit seinem Wagen inmitten einer Kreuzung, um Rose eine Liebeserklärung zu machen. Als ein anderes Auto in sie hinein rast, bezahlt das Bennett mit seinem Leben.

Für seine Eltern Grace (Susan Sarandon, In Meinem Himmel) und Allen (Pierce Brosnan, Der Ghostwriter, der den Film mitproduzierte) bricht eine Welt zusammen. Haben sie sich in den Jahren zuvor ohnehin mehr und mehr voneinander entfremdet, droht der Tod ihres Erstgeborenen endgültig zur familiären Zerreißprobe zu werden, zumal ihr jüngster Sohn Ryan (Johnny Simmons, Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Da taucht unvermittelt Rose auf, die sich von ihrer alkoholkranken Mutter abgekapselt hat und dringend ein neues Zuhause braucht. Denn Rose ist schwanger: sie trägt Bennetts Kind in sich.

Shana Festes Erstling erschien in Deutschland und den USA direkt auf DVD, weil er keinen Verleiher fand. Über die Qualität des Films sagt das jedoch wenig aus. Womöglich war es die Thematik, vor der die Verleiher zurückgeschreckt sind, weil sie fürchteten, mit ihr zu wenig Zuschauer vor die Leinwand zu locken. Die Geschichte jedenfalls besitzt durchaus Potenzial. Das liegt nicht nur an den prominenten Darstellern, allen voran die Britin Mulligan, die sich in den Augen vieler Kritiker zum Shootingstar des Jahres 2010 emporgeschwungen hat. Psychologisch interessant ist die Art und Weise, mit der die verschiedenen Mitglieder der Familie Brewer mit ihrer Trauer umgehen. Während sich der schlaflose Allen die Rolle des starken Oberhaupts auferlegt, das keine Gefühle zeigen darf, verfällt Grace allmorgendlich beim Erkennen der Realität in Heulkrämpfe. Ihre verzweifelte Suche nach Antworten nagt gleichermaßen an ihr wie die Konfrontation mit Rose, der sie insgeheim die Schuld für den Tod ihres Sohnes gibt. Ryan indes belügt sich selbst, tut so, als ginge ihn alles nichts an, verleugnet zudem sein wahres Empfinden gegenüber seines großen Bruders, der letztlich eben doch ein Vorbild für ihn, der Größte eben, war. "The Greatest" - so heißt der Film im Original.

Angesichts der explosiven Stimmung innerhalb der Familie ist es nicht überraschend, dass es bald zu einem Ausbruch kommt, unter dem die hochschwangere Rose zu leiden hat. Es ist freilich nur ein Zwischenspiel, ein Luftholen vor dem großen Finale, das Hoffnung birgt. Man mag das als hollywoodtypisches Ende deuten, als eine unvermeidliche Wende zum Positiven. Doch eine andere Lesart ist auch möglich: die, dass es eine Zeit der Trauer geben muss, wenn Schreckliches geschieht, aber dass es auch einen Weg zurück geben muss. Was wäre das Überleben schließlich ohne die Aussicht auf Verarbeitung?

Keine weitere Wertung


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