Unknown Identity Poster

Film-Seite zu Unknown Identity
Trailer zu Unknown Identity
Poster zu Unknown Identity
Offizielle Seite
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Unknown Identity
PDF zu Unknown Identity
Forum-Topic zu Unknown Identity

Unknown Identity

(Unknown, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

58%



Inhalt

Kurz nach seiner Ankunft in Berlin, wo er einen Medizinkongress besuchen wollte, hat der amerikanische Arzt Martin Harris einen schweren Autounfall und fällt ins Koma. Nachdem er daraus wieder erwacht ist, ist nichts mehr wie es vorher war: Ein Unbekannter hat Harris' Identität gestohlen und nicht einmal seine eigene Frau erkennt ihn mehr. Verzweifelt macht sich Harris auf die Suche nach den Gründen des Identitätsdiebstahls und erhält dabei Hilfe von der Taxifahrerin Gina und dem Ex-Stasi-Agenten Jürgen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

56%

Haudegen Liam Neeson ist zurück. Der Mime mit der starken Leinwandpräsenz irrt und kämpft sich diesmal durch Berlin auf der Suche nach seiner Identität. Entweder spielt ihm nach einem Verkehrsunfall, woraufhin er einige Tage im Koma lag, sein Gedächtnis einen Streich oder es existiert eine gigantische Verschwörung, deren Ziel er wurde. Und sogar seine Frau scheint dabei mit von der Partie zu sein. Unknown Identity ist eine nicht wirklich optimal gelungene Mischung, die ihre Anleihen sowohl beim klassischen Hitchcock-Film, als auch bei Streifen vom Bourne-Format nimmt. Dank eines sehr gut aufgelegten Liam Neeson hebt sich der Film aber noch ins gerade so akzeptable Mittelmaß.

Bild aus Unknown Identity Der gebürtige Nord-Ire Liam Neeson, der spätestens seit Spielbergs Schindlers Liste eine feste Größe im Hollywoodkino ist, gehört zu den wirklich vielseitigen Schauspielern, die im Körper ganz unterschiedlicher Filmcharaktere sicher agieren können. Ob als Mann der hintergründigen Töne in Chloe, als gebrochene Figur in Five Minutes of Heaven, als Mann fürs ganz Grobe in allerbester Charles-Bronson-Manier in 96 Hours oder als ultracooler Colonel, der es liebt wenn ein Plan funktioniert, in Das A-Team - Der Film. Stets vermag er all diesen Charakteren das notwendige Quäntchen Authentizität zu verleihen.

Aktuell schlägt er sich in einer deutsch-amerikanischen Produktion durch Berlin - und das im wahrsten Sinne des Wortes; was als feiner Psychothriller in Neo-Hitchcock-Style beginnt und zunächst als Identitäts-Memory und Verwirrspiel wirklich Spaß macht, dreht sich Schritt für Schritt, immer mehr in Richtung Oldschool-Agentenstück mit einem Plot, der in seiner Naivität schon an die Schmerzgrenze führt und beschert zuletzt eine zeitgemäße aber derart simple Auflösung, dass man sich fragen muss, ob die Aushilfs-Drehbuchautoren, den Schlussteil des Skripts in den Sommerferien vor dem Abi zusammengepinselt haben.

Doktor Martin Harris (Liam Neeson) ist ein renommierter amerikanischer Biowissenschaftler. Er ist der Einladung zu einer Konferenz nach Berlin gefolgt. Die Zukunft der Menschheit könnte von den dort vorgestellten Forschungsergebnissen abhängen. Seit langem schon sucht man nach der Genformel, die es möglich machen würde, beispielsweise Getreide in extrem unwirtlichen Regionen wachsen zu lassen. Kurz vor dem Einchecken im Hotel bemerkt Harris, dass er seinen Aktenkoffer mit all seinen Papieren und Dokumenten entweder im Taxi vergessen oder am Flughafen stehen gelassen hat. Während seine Frau (January Jones) eincheckt, fährt er in einem anderen Taxi, dem Wagen, der sie zum Hotel brachte, hinterher.

Plötzlich muss die Taxifahrerin (Diane Kruger) ein riskantes Ausweichmanöver einleiten. Sie verliert die Kontrolle über das Auto und stürzt von einer Brücke in den Fluss. Nur knapp entgeht Harris dem Tod. Vier Tage liegt er im Krankenhaus im Koma. Als er erwacht, kann er sich an die Ereignisse um den Unfall herum nur bruchstückhaft erinnern. Daran, dass er Gast auf der Bio-Konferenz ist und dass seine Frau ihn seit nunmehr vier Tagen verzweifelt suchen muss, vermag er sich aber zu entsinnen. Er eilt zum Hotel, da erwartet ihn eine böse Überraschung: Mr. und Mrs. Harris befinden sich schon längst auf der Konferenz, während ihn keiner kennt - nicht einmal die "eigene" Frau. Harris irrt daraufhin durch Berlin, seiner Identität beraubt. Von einer Schwester aus dem Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, bekommt er aus Mitleid die Adresse eines Mannes, der ihm auf der Suche nach sich selbst möglicherweise weiterhelfen kann: der Ex-Stasi-Agent Jürgen (Bruno Ganz).

Im besten oldfashioned Frantic-Stil beginnt dieses beklemmende Verwirrspiel und entfaltet alsbald genug Charme, dass man sich genüsslich in seinem Kinosessel zurückzulehnen beginnt, um der Dinge zu harren, die da wohl noch kommen mögen. Doch die anfängliche Euphorie, angesichts des Mutes, heutzutage einen Film präsentiert zu bekommen, der ganz auf der unterbewussten Ebene angesiedelt ist, verfliegt bald: Mit dem Auftauchen der ersten Killer und dem Einsetzen der Autoverfolgungsjagden befindet man sich (wieder mal) in den nicht mehr originellen, da zu oft kopierten, Bourne-Schemata. Je lauter und actionlastiger die Geschichte wird, desto mehr an Esprit verliert sie auch - selbst wenn die zweite Hälfte, separat für sich betrachtet, immer noch einen soliden, wenn auch wenig überraschenden, Agententhriller abgeben würde.

Unfreiwillig komisch gerät manch Deutsches, das für die Amis gar nicht deutsch genug sein kann. So erlebt man eine Krankenschwester, die auf den geläufigen Namen Gretchen Erfurt hört und der Ex-Stasi-Mann ist (ganz Klischee) ein verknöchertes Relikt des Kalten Krieges, das voller Stolz auf seine Ruhmestaten aus Agententagen blickt. Zumindest bleiben bei den Fahrten durch Berlin einem aber solche monumentale Fehler erspart, wie die Einblendung des Viktualienmarkts oder des Kölner Doms. Diane Kruger müht sich wieder redlich, sonst immer um akzentfreies Englisch, diesmal um Deutsch mit osteuropäischem Einschlag. Und Bruno Ganz darf nach Das Ende ist mein Anfang und Satte Farben vor Schwarz erneut einen Todeskandidaten mimen; das gerät nun langsam schon zur Passion.

Dass das Ganze, trotz gegen Ende immer hanebüchener werdenden Wendungen und eklatanten Logiklücken, irgendwie noch trägt, verdankt man überwiegend Liam Neeson, der mit Unknown Identity zwar alles andere als ein Meisterstück abliefert; dank seiner Leistung und einer Handlung, die den Film zumindest nie langatmig erscheinen lässt, verdient sich dieses Werk dennoch ein Plätzchen bei einem Videoabend, bei dem es nicht gerade auf gehobenen Anspruch ankommt.

Kurzkritik

von Lutz Granert

Wertung Kurzkritik

51%

Ein in der ersten halben Stunde trotz einiger Konstruktionen spannender, dann zunehmend lächerlicher Agententhriller, der mächtig bei Roman Polanskis Frantic und Doug Limans Die Bourne Identität abkupfert. Während der großartige Bruno Ganz (Der Untergang) als verschmitzter Ex-Stasi-Mann die Lacher auf seiner Seite hat und Unknown Identity jene Würde verleiht, gegen die die trashigen Spezialeffekte und Diane Kruger (Inglourious Baterds) als bosnische Flüchtlingsfrau ohne Lizenz zum Kellnern und/oder Taxifahren so stark ankämpfen, spult ein unterforderter, grimmig dreinblickender Liam Neeson (96 Hours) nur sein Standardprogramm herunter. Das unoriginelle und ein ums andere Mal unfreiwillig komische Thrillerchen Unknown Identity ist nur für das deutsche Publikum aufgrund seiner zahlreichen Sequenzen an Originalschauplätzen in Berlin kurzweilig anzuschauen.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

76%

Liam Neeson ist der neue Jack Bauer und legt dabei halb Berlin in Schutt und Asche. Mt viel Lokalkolorit beschert Unknown Identity jede Menge Spaß. Dass sich der Film dabei nicht ernst nimmt kommt dem Ganzen ebenso gelegen wie das herrlich selbstrironische Spiel der durchweg gut aufgelegten Darstellerriege. Als kleines Highlight ist Bruno Ganz zu sehen, der als ehemaliger Stasispitzel nahezu alle Lacher auf seiner Seite hat. Zudem gefallen die wenigen Actionszenen wie auch die überraschenderweise trotz einiger Ungereimtheiten für das Genre überraschend gut ausgearbeitete Geschichte. Da der Film über die komplette Laufzeit in Berlin spielt und nicht gerade wenig Deutsch gesprochen wird, ist unbedingt zu einer Sichtung in der englischen Originalfassung zu raten.

Kurzkritik

von Lars Schnell

Wertung Kurzkritik

59%

Halbwegs solider Thriller, der dem Zuschauer zu Beginn mehr verspricht als er letzten Endes halten kann. Liam Neeson in der Rolle des verzweifelten Einzelkämpfers erinnert stark an sein Spiel in 96 Hours, im Gegensatz zu einigen deutschen Kollegen, ausgenommen Bruno Ganz, weiß sein Schauspiel aber durchweg zu überzeugen. Trotz seiner anfänglichen Verzwicktheit entpuppt sich der Film schnell als vorhersehbarer Genreabklatsch, der sich hemmungslos an Filmen wie Die Bourne Identität bedient und zwischenzeitig leicht an The Game erinnert. Doch leider reicht vor allem die Auflösung nicht an die Qualität der Vorlagen heran. Anstatt dem Zuschauer einen überraschenden Weg aufzuzeigen, wählt man so ziemlich die einfallsloseste Möglichkeit, die Geschehnisse zu erklären. Trotz alledem bietet das auf den Hauptdarsteller zugeschnittene Filmchen einmalige Freitagabendunterhaltung, die schneller wieder in Vergessenheit gerät als die Identität des Protagonisten.

Kurzkritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kurzkritik

77%

Wenn Filme mit den Erwartungen der Zuschauer spielen und sich dann einen feuchten Kehricht um das scheren, was Hollywood normalerweise abliefert, haben sie generell schon einmal einen Stein im Brett verdient. Unknown Identity erfüllt dieses antizyklische Erzählen weitest gehend und hält den Spannungsbogen gespannt. Ein Höhepunkt des Films ist das Duell zwischen den Schauspielgrößen Bruno Ganz und Frank Langella, Freunde des deutschen Kinos dürfen sich auf weitere Wiedersehensfreuden mit bekannten Gesichtern einstellen. Das Ganze darf sich dann sehr solides Actionkino vor Berliner Kulisse nennen, aus dem man noch eine Sache lernen kann: in der Hauptstadt sind irgendwie alle Autos von Mercedes.

Kurzkritik

von Reinhard Staupe

Wertung Kurzkritik

30%

Oje, der arme Liam Neeson, wacker schleppt er sich von einer Szene zur nächsten. Und das ist dann auch das beste Bisschen am ganzen Film. Der Rest ist nämlich, sorry, gequirlte Elefantenkacke, richtig fett. Kaum verliert der Hauptdarsteller das Gedächtnis, schon sind die zwielichtigen US-Verschwörertypen hinter ihm her, tödlich wie die Pimpelgicht. Da muss was Großes hinterstecken. Die Ernährung der Weltbevölkerung vielleicht? Ok, das klingt gut!
Man stellt ihm eine hilfsbereite, hübsche, junge Frau zur Seite, damit er in der Fremde nicht verloren geht, und dreht den Actionhahn volle Kanne auf, so sinnfrei und unlogisch, wie es blöder kaum noch geht. Wie Stipe Erceg (den sehe ich sonst sehr gerne) die Leiter herabsaust, ist wohl mit das Dämlichste, was je auf die Leinwand gebracht wurde. Wie konnte das denn passieren? Vom Schindler-Glanz geträumt? Waren es die Hollywood-Piepen? Oder gar die Stasi (denn die lebt ja noch, im Untergrund)? Ach egal, es sind vergebliche Fragen. Lass uns den ganzen Haufen einfach in die Luft sprengen, dann merkt das alles vielleicht keiner...



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Die Bourne Identität
Dt. Start: 26. Sep 2002
Vorschlag entfernen
Das Bourne Ultimatum
Dt. Start: 06. Sep 2007
Vorschlag entfernen
Source Code
Dt. Start: 02. Juni 2011
Vorschlag entfernen
96 Hours
Dt. Start: 19. Feb 2009
Vorschlag entfernen

 

© 2014 MovieMaze.de