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Fickende Fische

(Fickende Fische, 2002)

Durchschnittliche Redaktionswertung

69%



Inhalt

Durch einen kleinen Unfall mit ihren Inline-Skates trifft die freche und spontane Nina auf den schüchternen Einzelgänger Jan. Der 16-jährige ist mit dem HIV-Virus infiziert und versucht durch seine Leidenschaft für die Unterwasserwelt, die Krankheit und seine überfürsorgliche Mutter zu vergessen. Obwohl die beiden auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten haben, freunden sie sich an und brechen aus dem Alltag aus.

Kritik

von Sylvre Strmann

Wertung Kritik

69%

Still gleiten zwei Fische durch das Wasser, aneinander vorbei. Plötzlich schwimmen sie wieder aufeinander zu und im Kreis, als tanzten sie. Doch es ist viel schöner als Tanz, fast schwerelos und frei. Ein Fisch sein, das wäre es. Jan liebt seine Fische. Sie sind ruhig, nicht so hektisch wie die Welt da draußen, elegant und unbeschwert. Stundenlang beobachtet er seine Fische und verliert sich selbst in Gedanken und Träumereien. In der Badewanne taucht er gerne ab und stellt sich vor, ein Fisch zu sein, in seiner Vorstellung des Paradieses zu leben: einem dunklen, feuchten Ort, wie dem Grund eines Sees.

Nina ist ganz anders. Sie liebt das Leben, obwohl es sie so oft enttäuscht hat. Ihre Mutter lebt in Kenia, ihr Vater hat eine 'blöde' Freundin und ihr Bruder hilft ihr auch nie. Trotz allem ist sie ein recht normales Mädchen, geht zur Schule, umsäuselt Jungs und fährt -eher schlecht denn recht- Inline-Skate. Eines Tages will es der Zufall, dass Jan und Nina aufeinandertreffen, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Unfall ist schnell abgehandelt, Nina fährt zur Schule und Jan vergisst die Sache - doch das Schicksal führt sie nochmals zusammen: als Nina auf dem Rückweg von der Schule wieder ihre Inlines nicht unter Kontrolle hat, stößt sie erneut auf Jan und bringt dabei einen seiner Fische um, den er in einem Plastikbeutel transportiert. So kommen die beiden ins Gespräch: "Sag' mal, ficken Fische eigentlich?"

Langsam bahnt sich etwas an zwischen den beiden, doch anders als vielleicht Star Wars geht es hier vor allem um die Liebe und der unweigerlich damit verbundenen Probleme. Mit hervorragenden Leistungen schauspielerischen Könnens überzeugen die Hauptdarsteller Sophie Rogall (Nina) und Tino Mewes (Jan), wecken im Zuschauer Reminiszenzen, die ein Mitfühlen erst möglich machen, und hauchen ihren Charakteren Glaubwürdigkeit ein.

Gerade auch der innere Konflikt, der Jan spaltet, wirkt greifbar. Darf sich jemand mit AIDS verlieben? Zu sehr liebt er Nina, als dass er ihr seine Krankheit gestehen kann, weil er sie dadurch zu verlieren fürchtet. Es zermürbt ihn. Das Gefühl der Liebe baut ihn auf und erinnert ihn gleichzeitig an die Schwierigkeit seiner Situation. Ständig sieht er sich hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Optionen - doch letztlich gerät Jan unter Zugzwang, als an Ninas Geburtstag beide im Bett landen.

Fickende Fische ist ein ungewöhnlicher und doch irgendwie herkömmlicher Film. Eine Liebesgeschichte, ein Drama, ein Charakterfilm - das deutsche Produkt erreicht Qualitäten französischen Gefühlskinos und weiß dadurch zu erfreuen. So wird denn auch Jean-Paul Sartre zitiert, dessen Spruch die Wand in Jans Zimmer ziert: "Alles hat man herausgefunden, nur nicht, wie man lebt."

Mit berauschenden Unterwasser-Bildern vermischt die Regisseurin Almut Getto auf wundersame Weise Poesie und Realität und lässt tief in die Seele liebender Teenager blicken. Auch wenn unstimmige Kleinigkeiten (nach etwa 20 Minuten ragt plötzlich das Mikro am oberen Bildrand ins Bild rein) und Kameraführung den Ursprung verraten, so zählt doch vorwiegend - wie auch beim französischen Kino- die wirklich bewundernswerte Erzählung, die naturgetreue Zeichnung der Figuren, das 'Nachvollziehenkönnen', das Mitfühlen.

"Junge, das ist lange her - du musst nach Vorne schauen." Unbeschwert, so lautet der Rat von Jans Großvater, soll er leben, sich die Entscheidung erleichtern. Leben und lieben, unbeschwert und sorgenfrei. Wie ein Fisch eben...

Keine weitere Wertung


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