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Brotherhood

(Brotherhood, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

47%



Inhalt

Um in die Studentenverbindung aufgenommen zu werden, sollen Adam und die restlichen Bewerber eine Tankstelle überfallen. Eigentlich ist es nur ein Spaß, eine kleine Mutprobe, um zu sehen, wie weit die Bewerber gehen würden. Doch dann wird daraus bitterer Ernst. Kevin wird angeschossen und seine Begleiter verzweifeln an der Frage, wie sie sich verhalten sollen. In ein Krankenhaus können sie nicht gehen. Denn wie könnten sie erklären, dass alles nur ein harmloses Aufnahmeritual sein sollte. Also wird Kevin in das Haus gebracht, in dem gerade eine Erstsemesterparty steigt.

Kritik

von Markus Mller

Wertung Kritik

47%

Brotherhood zeigt was passiert, wenn ein Aufnahmeritual einer amerikanischen Studentenverbindung nicht so ganz nach Plan verläuft. Auf eine anfängliche Katastrophe folgen dann natürlich viele weitere, immer absurdere Ereignisse, die spannend, originell und überraschend sein sollen. Ein gewisses Maß an Originalität kann man dem Film sicherlich zusprechen, der beabsichtigte Nervenkitzel bleibt aber leider vollkommen aus. Schuld daran sind neben der unausgegorenen Dramaturgie auch die mäßigen Darsteller, die den schon von vornherein schwach gezeichneten Figuren nicht das nötige Leben einhauchen können. Allein die Kurzweiligkeit, die der Film seiner knappen Spielzeit verdankt, hält ihn im Mittelmaß.

Bild aus Brotherhood Studentenverbindungen in den USA sind nicht selten nur Vereinigungen, die Studenten eine Möglichkeit geben, ein Gemeinschaftsgefühl zu teilen, Partys zu feiern und so oft es geht so viel wie möglich zu saufen. Vielmehr scheint im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht dahinter zu stecken. Brotherhood bestätigt dieses Bild, das auch sonst recht selten versucht wird, zu widerlegen, und zeigt die katastrophalen Folgen eines gescheiterten Aufnahmerituals. Bei Brotherhood handelt es sich um den ersten Spielfilm von Will Canon, der zuvor in New York Film studierte, das Drehbuch schrieb und schließlich auch Regie führte. In Anbetracht dessen, dass es sich um einen Debütfilm handelt, muss man feststellen, dass er durchaus Potential erkennen lässt, allerdings gibt es auch noch sehr viel Raum nach oben.

Nach dem viel versprechenden und durchaus spannenden Anfang verliert der Film zusehends an Fahrt, weiß aber dennoch vorerst noch recht gut zu unterhalten, bis er schließlich im fortgeschrittenen Mittelteil und zum Ende hin in einer Talsohle ankommt, in der er sich nur noch durch Absurditäten und unglaubwürdige Zufälle am Leben zu halten versucht. Diese Szenen würden, wenn sie auch nur einen Funken Humor hätten, eigentlich nur in einer Komödie funktionieren, hier sollen sie aber Spannung aufbauen, was natürlich vollkommen nach hinten losgeht. Gegen Ende kommt noch einmal Spannung auf, doch gerade als der Film die Kurve kriegen könnte und noch einmal aufdrehen müsste, bricht die Spannung abrupt ab und es folgt ein unspektakuläres, fast schon langweiliges Ende. Zwar wurde hier versucht, noch einen Joker zu ziehen, doch leider ist dieser vollkommen vorhersehbar, genau genommen wird er vom Zuschauer sogar erwartet.

Von Anfang an schleicht sich der Verdacht ein, dass man es bei Brotherhood mit eher mäßigen Darstellerleistungen zu tun hat. Leider bestätigt sich im Laufe des Filmes diese Vorahnung und so sind es am Ende nicht zuletzt die uncharismatischen, oft überdreht aufspielenden Akteure, die dafür sorgen, dass man als Zuschauer nicht die nötige Nähe zu den dazu auch noch recht oberflächlich gezeichneten Figuren findet. Dadurch entwickelt sich eine enorme Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Studenten. Dieses Desinteresse verhindert ein für die Spannung nötiges Mitfiebern und bricht so dem Film beinahe das Genick. Gerade weil zu den Studenten keine Hintergründe bekannt sind und ihnen somit jegliches Profil fehlt, gibt es keinen Grund mit ihnen zu fühlen, Ängste zu teilen und zu hoffen, dass irgendjemand doch noch heil aus dem Chaos kommt. Es ist dem Zuschauer egal, was mit diesen Trotteln passiert.

Ebenfalls störend ist die innovationslose Collegefilm-08/15-Inszenierung inklusive oftmals deplatzierter amerikanischer College-Rock-Musik, die den Film auch in härteren Szenen wie einen weichgespülten Teeniefilm daherkommen lässt. Gerade hier hätte man deutlich originellere Wege gehen müssen, um Brotherhood eine dichtere Atmosphäre und eine individuelle Note zu verleihen und ihn so von anderen, ähnlichen Produktionen deutlicher abzuheben.

Auch wenn Brotherhood wegen der oben genannten Gründe nur höchstens halb so spannend und innovativ ist, wie er gerne wäre, weiß er dennoch über weite Strecken zu unterhalten. Der Ansatz ist nicht schlecht und auch wenn die Wendungen sehr konstruiert wirken und sich ab und an auch Logiklöcher auftun, ist man meist daran interessiert, wie die Geschichte weitergeht. So ist Brotherhood sicherlich kein Highlight für einen gelungenen Filmabend, aber auch kein absoluter Reinfall. Aufgrund der kurzen Spieldauer von etwa 80 Minuten und der recht temporeichen Inszenierung ist er zudem recht kurzweilig. Wenn man mit geringen Erwartungen an die Sache herangeht, kann man sich den Film für zwischendurch sicherlich anschauen, ohne danach die DVD an den Autospiegel hängen zu wollen.

Keine weitere Wertung


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