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Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes(Vallanzasca - Gli angeli del male, 2010)
| Dt.Start: |
24. Februar 2011
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Premiere: |
06. September 2010 (Venice Film Festival, Italien) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Krimi, Biografie |
| Länge: |
128 min
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Land: |
Italien |
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Darsteller:
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Kim Rossi Stuart (Renato Vallanzasca), Filippo Timi (Enzo), Moritz Bleibtreu (Sergio), Valeria Solarino (Consuelo), Paz Vega (Antonella D'Agostino), Francesco Scianna (Francis Turatello), Gaetano Bruno (Fausto), Nicola Acunzo (Rosario), Stefano Chiodaroli (Armando), Lino Guanciale (Nunzio), Paolo Mazzarelli (Beppe), Federica Vincenti (Giuliana), Monica Barladeanu (Nicoletta), Lorenzo Gleijeses (Donato), Gerardo Amato (Renatos Vater) |
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Regie:
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Michele Placido |
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Drehbuch:
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Carlo Bonini |
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 Inhalt
Schon im Alter von neun Jahren kommt Renato Vallanzasca das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt. Nämlich als er und seine Freunde einem Tiger aus dem örtlichen Zirkus die Freiheit schenken. Kleinen Delikten folgen immer größere Verbrechen, bis Renato und seine Bande zu den Herren von Mailand aufsteigen. Doch je höher sie aufsteigen, umso größer wird der Druck und schließlich geht Vallanzasca der Polizei ins Netz. Allerdings ist das erst der Anfang seiner Geschichte, die sowohl von Ein- als auch von Ausbrüchen geprägt ist. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Daniela Panzitta
In der Geschichte gab es einige Gangster und Mörder, die mehr Aufmerksamkeit erhielten, als ihre "Kollegen". Teils aufgrund ihrer besonderen Grausamkeit und brutaler Taten, teils aufgrund eines Images, das fast einem Helden gleicht. So wurde auch die Geschichte des ersten Staatsfeinds Nummer 1 der USA, John Dillinger, von Michael Mann in Public Enemies porträtiert. Auch ein italienischer Vorzeige-Krimineller erhält nun sein filmisches Denkmal, Renato Vallanzasca. Dank des großartig passenden Hauptdarstellers, Kim Rossi Stuart, und einer dichten Erzählweise kann Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes über die volle Laufzeit unterhalten und fesseln. Man muss sich lediglich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass dieser Mann ein Räuber im großen Stile und durchaus skrupelloser Mörder ist.
Es ist immer eine heikle Angelegenheit, Filme über reale Personen und tatsächliche Ereignisse zu drehen. Der Entscheidung, in welchem Licht man die Geschehnisse darstellt, wie nah man an der Wahrheit bleibt und wie viel man aus dramaturgischer Sicht hinzu erfinden muss, folgt die eigentliche Inszenierung, die häufig die guten Vorsätze nicht vollkommen umsetzen kann. Manchmal fällt derartiges negativ ins Gewicht, in manchen Fällen aber spielt es kaum eine Rolle. Im Falle von Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes hatte sich Michele Placido an die Verfilmung des Lebens von Renato Vallanzasca gemacht. Er wählte hierzu die Sicht des Gangsters und dessen Buch als Vorlage, um - laut eigener Aussage - die Tiefen des kriminellen Verstandes zu ergründen, nicht aber um die Geschichte auf deren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Diese Haltung findet sich auch in der Inszenierung wieder. Wir verfolgen nahezu ausschließlich Renato und erleben die Geschichte von seinem Standpunkt aus. Dabei geraten die Folgen seiner Taten ein wenig aus dem Fokus, was man der Erzählung als Beschönigung vorwerfen könnte.
Allerdings verbirgt sich dahinter auch ein Reiz der Inszenierung. Nicht wenige Male ertappt man sich dabei, Sympathie für den Charakter zu entwickeln. Auf diese Weise kann man am eigenen Leib nachvollziehen, wieso diese Person, trotz der Tatsache, dass er etliche Leben auf dem Gewissen und Raubüberfälle im großen Stile durchgeführt hatte, beim Volk eine gewisse Bewunderung genoss und auch heute noch genießt. Dies ist zu einem großen Teil aber auch dem Spiel von Kim Rossi Stuart zu zuschreiben. Durch seine Ausstrahlung und Verkörperung des Renato Vallanzasca nimmt er den Zuschauer gefangen. Er wirkt zwar bedrohlich und kriminell, aber im gleichen Augenblick auch charmant und sympathisch. Diese Wirkung rechtfertigt die eher einseitige Inszenierung und sorgt für Unterhaltung über die gesamte Länge.
Renato Vallanzasca trieb sein Unwesen in den 1970er Jahren in Italien. Noch heute verbüßt er seine Strafe in einem Gefängnis in Mailand. Dort ist seine Lebensgeschichte und seine Taten bekannt. In Deutschland hingegen ist seine Geschichte eher unbekannt, was dem Film natürlich zu Gute kommt. Banküberfälle, Entführungen, Rivalitäten zwischen Gangster Gruppierungen, Gefängnisausbrüche, Ehen und mehr bietet das Leben dieses Draufgängers, der in seinem eigenen Verständnis als Räuber und "Engel des Bösen" geboren ist. Allein diese Fülle und Dichte an Geschehnissen sorgt für Unterhaltung.
Bei Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes lohnt es sich, soweit die Möglichkeit besteht, sich die Originalversion anzusehen. Die gesamte Ausdrucksweise und das Flair übertragen sich im Italienischen über die Sprache und die Gesten, die zur Intonation passen. Durch eine Übertragung ins Deutsche würde dieser Aspekt verloren gehen und die Gesamtatmosphäre stören. Die Figuren haben allerdings nichts von dem typischen Mafia-Flair, das man aus zahlreichen Verfilmungen kennt. Einzig Francesco Scianna in der Rolle des Mailänder Gangsterbosses Francis Turatello wirkt ein wenig überzeichnet und hat etwas von einem zwar schrägen aber irgendwie erhabenen Mafia-Oberhaupt.
Unter dem Aspekt der tatsächlichen Geschehnisse gewinnt die Geschichte ganz automatisch an Eindruck, doch auch ohne diesen Hintergrund ist Michele Placido mit Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes ein unterhaltsamer und interessanter Krimi gelungen, der von der Tatsache, dass man sich allein auf den Gangster konzentriert hat, sehr profitiert. Dass dieser dabei besser wegkommt als verdient und natürlich die Seite der Opfer seiner Taten absolut unbeleuchtet bleibt, ist die logische Konsequenz, der man sich bewusst sein sollte.  Weitere interessante Filme
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