Kindgerechtes Abenteuerkino mit allem von süßen Welpen bis zu Dynamitstangen. Die bekannten Hauptfiguren aus der gleichnamigen Fernsehsendung werden von einem Abenteuer ins andere geworfen, bis sich alles in einen großen Zusammenhang fügt - der von kleinen Kindern nicht verstanden zu werden braucht, da die Einzelkonflikte spannend genug sind.
Schon als Kind war Fritz Fuchs ein vielseitig interessierter Bursche. So hat er zum Beispiel recherchiert, wo Hannibal (der mit den Elefanten) einen größeren Schatz versteckt haben muss. Mit Hilfe einer selbstgemalten Schatzkarte und seinem besten Freund Roman macht er sich auf die Suche nach dem Schatz - und wird tatsächlich fündig. Dumm nur, dass Roman sich als selbstsüchtiger Idiot herausstellt, der lieber antike Elefantenstoßzähne rettet, als seinen Freund Fritz, wenn es brenzlig wird.
Jahrzehnte später ist alles vergessen, Roman und Fritz gehen schon lange getrennte Wege. Da kommt Laila zu Besuch nach Bärstadt, die Nichte von Yasemin, die ganz in der Nähe von Fritz wohnt. Während Fritz gerade seinen solarbetriebenen Motor-Paraglider probefliegt, ist auf dem Boden die Hölle los: Nicht nur wird Laila Zeuge, wie ruchlose Gesellen in einem dunklen Geländewagen eine Hündin anfahren, nein, besagte Gesellen brechen auch noch bei Fritz ein und stellen alles auf den Kopf. Eine Verfolgungsjagd zu Mofa und Paraglider führt wenigstens zwischenzeitlich zur Rettung dreier Hundewelpen, die ansonsten gnadenlos ertränkt worden wären, auch wenn der Grund für den Einbruch noch ein Geheimnis bleiben soll.
Während sich die Polizei in Bärstadt noch über den Einbruch bei Fritz und den Diebstahl des Post-Mofas durch ein junges unbekanntes Mädchen wundert, macht Yasemin sich auch die Suche nach ihrer ganz offenbar spontan durchgeknallten Nichte, wiederum verfolgt von der Briefträgerin und Herrn Paschulke, dessen Auto für diese Jagd herhalten muss. Der Zuschauer dieser verschachtelten Verfolgungsjagd weiß zu diesem Zeitpunkt natürlich mehr als die Protagonisten:
Hinter allem steckt Roman Zenkert, der ehemalige beste Freund von Fritz. Er ist - hauptsächlich durch rücksichtslose Geschäftemacherei - ein reicher Mann geworden und wohnt nun in einer Burg. Da es ihm nicht genügt, nie wieder arbeiten zu müssen, ist er immer auf der Suche nach weiteren Einnahmequellen, und so erinnerte er sich an den Schatz des Hannibal. Leider hat sein ehemals bester Freund Fritz die alte Schatzkarte, und ohne die kann Roman lange nach dem Schatz suchen, denn die Alpen sind groß. Nachdem der Einbruch die Schatzkarte nicht zu Tage gefördert hat, entführte Zenkert kurzerhand die drei Welpen, um Romans Tierliebe dazu zu nutzen, ihn auf die Burg zu locken. Dort plant Zenkert, die Infos zum Schatz aus ihm herauszulocken, wenn nötig mit Gewalt.
Natürlich läuft alles anders als geplant und schon bald befinden sich alle Beteiligten im Hochgebirge, um den Schatz zu heben beziehungsweise zu beschützen. Auch hier läuft lange nicht alles nach den Vorstellungen von Roman Zenkert, und schon bald ist ein junges Mädchen mit einem solarbetriebenen Motorschirm das Zünglein an der Waage in der Frage, ob Zenkert den Schatz verkaufen kann oder ins Kittchen wandert.
Der Abenteuerfilm zur erfolgreichen Löwenzahn-TV-Serie ist absolut kindgerecht. Auch wenn sich dem erfahrenen Zuschauer recht bald der Vergleich zu den Goonies aufdrängt, muss man beachten, dass die Zielgruppe dieses Films noch ein paar Jahre unter dem der Goonies liegt, entsprechend sachter geht es zu auf der Leinwand. Als Indiana Jones für Kinder könnte man die Abenteuer des Fritz Fuchs schon eher bezeichnen, auf jeden Fall ein guter Einstieg für die Cineasten von morgen.
Fritz Fuchs wird gespielt von Guido Hammesfahr, der zusammen mit Yasemin, also Sanam Afrashteh, aus der Fernsehserie Löwenzahn bekannt ist. Mit der Ablösung von Peter Lustig 2006 konnten diese beiden sich beim jungen Publikum gut etablieren. Leider vermisst man Peter Lustig in einem Cameo-Auftritt, als Alm-Öhi in den Bergen oder rüstiger Rentner in Bärstadt zum Beispiel hätte er ein Augenzwinkern an die Väter und Mütter des heutigen Publikums über die Leinwand schicken können.
Natürlich darf man sich nicht mit der Realitätsnähe der gezeigten Handlung auseinandersetzen, sonst müsste man den Film glatt durchfallen lassen. Von Bärstadt mit dem Mofa zum Alpenhauptkamm ist zum Beispiel mindestens die Reise einer Woche, und die wenigen Sonnenkollektoren hätten Fritz' Solarflugschirm sicher nicht vom Boden gebracht. Auch die Sprengkraft von armdicken Dynamitstangen wird ein wenig heruntergespielt, was tatsächlich kontraproduktiv werden könnte, wenn junge Zuschauer sich in der Silvesterzeit an diesen Film erinnern. Auch hat eine Materialseilbahn üblicherweise nur eine Gondel an ihrem Zugseil hängen, doch nur die wenigsten Zuschauer dürften auf einer Alm aufgewachsen sein und mit dieser Technik vertraut sein.
Alles in allem ist Löwenzahn - Das Kinoabenteuer also genau das, was der Titel verspricht: Ein Kinoabenteuer der bekannten Löwenzahn-TV-Mannschaft. Für die Großen ist nicht so viel Vergnügen dabei wie für die Kleinen, doch unter dem Strich ist gute Unterhaltung geboten.