Djinn - Dämonen der Wüste ist einer der neuesten Horrorfilme aus Frankreich. Darin treffen französische Soldaten auf algerische Rebellen, Wüsten-Dämonen und eine mysteriöse alte Frau. Nur schade, dass der Handlungsverlauf schnell unlogisch wird und das Ende die bis dahin ohnehin schon vorhandene Langeweile nur zu unterstreichen vermag. So kann dieser Mystery-Action-Horror leider nur in wenigen Momenten überzeugen und hinterlässt ein eher belangloses Gesamtbild.
Guard Post aus Korea, The Bunker - Der Feind ist nicht dort draußen aus Großbritannien, Devil's Tomb aus den USA, der spannende Deathwatch aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien: Allesamt kombinieren diese Filme fantastischen Horror mit dem Horror des Krieges. Diesem Rezept folgt auch der französische Djinn - Dämonen der Wüste von Hugues und Sandra Martin. Beide sind sie für Drehbuch und Regie verantwortlich, und für beide handelte es sich um den ersten Versuch in diesen Tätigkeitsbereichen.
Es ist 1960 und wir befinden uns in der algerischen Wüste. Eine Gruppe französischer Soldaten wird auf die Suche nach einem verschwundenen Flugzeug geschickt. Sehr bald entdecken sie das abgestürzte Wrack und darin einen mysteriösen Koffer, welcher offenbar allerhöchste Priorität genießt. Dass alle Insassen den Absturz nicht überlebt haben, scheint weniger wichtig zu sein, bis sie plötzlich von algerischen Rebellen angegriffen werden. Auf der Flucht verlaufen sich die Soldaten in einem Sandsturm und suchen danach Zuflucht in einer Zitadelle. Keiner ahnt, dass sie schon lange in das Gebiet von ihnen gegenüber nicht wohlgesinnten Kreaturen eingedrungen sind, welche sich von nichts und niemandem aufhalten lassen.
Immer, wenn die Djinns - also die halb-materiellen Dämonen der Wüste - das Geschehen betreten, kann der Film mit gelungenen Effekten, einer spürbaren, leichten Spannung, diversen gespenstischen Ideen und einzelnen, überraschenden Gewaltspitzen überzeugen. Auch das erste Feuergefecht mit den Rebellen war noch fesselnd inszeniert und versprach eine nun folgende, spannende Geschichte. Leider waren die Augen aber wohl größer als der Magen, denn der Rest besteht aus flachen Dialogen, endlosen Spaziergängen durch die Wüste, sinnlosen Handlungen, welche jeglicher Logik entbehren und der eben aus all diesen Dingen resultierenden Langeweile. Auch das Ende entlockt dem Zuschauer höchstens ein "Aha...", und kann dem Film ebenfalls höchstens eine plumpe und altbackene Daseinsberechtigung bescheren.
Von den Darstellern fiel vor allem Grégoire Leprince-Ringuet (Die Prinzessin von Montpensier) auf und dies am meisten durch sein ewiges und meist vollkommen deplatziertes Grinsen. Überhaupt hatte man das Gefühl, dass die allesamt nicht unerfahrenen Schauspieler selbst nicht genau wussten, was sie mit ihren Rollen anfangen sollten.
Auch wenn Kamera, Schnitt und musikalische Untermalung meist auf solidem Niveau agieren, so können diese drei Elemente des Filmemachens aus Djinn - Dämonen der Wüste leider auch keinen guten Film machen. Ebenfalls die erwähnt überzeugenden Dämonen kommen schlussendlich zu wenig vor, um die zahlreichen Längen wieder vergessen zu lassen. Somit bleibt der Horror auf der Strecke, das Abenteuer wird im Sandsturm begraben und der Zuschauer bleibt lieber in weniger trockenen Filmregionen.