Wegen der explosiven Thematik war der Action-Thriller Bad Company - Die Welt ist in guten Händen einer der Filme, die auf Grund des 11. Septembers vorschoben wurden. Nun, da die Welt wieder offen für Filme über osteuropäische Terroristen ist, die einen Anschlag auf die USA planen, kann auch Jerry Bruckheimers neuester Streich in den Kinos anlaufen. Nachdem der Erfolgsproduzent mit seinem Kriegsfilmchen Pearl Harbor nicht so erfolgreich war wie geplant, und auch von den Kritikern ein paar deftige Magenschwinger bekam, besinnt er sich nun wieder auf seine alten Stärken. Zu denen zählt zweifelsohne das solide kurzweilige und vor allem actionhaltige Popcornkino. Genau auf dieser Schiene fährt Bad Company - Die Welt ist in guten Händen und tut dies nicht einmal schlecht.
Anthony Hopkins und Chris Rock, die beiden Hauptdarsteller des Films, bilden nicht nur optisch ein recht unterschiedliches Duo und verleihen dem ganzen Unterfangen den Charakter eines Buddy-Movies. Naja, oder vielleicht auch nicht. Chris Rock übernimmt in Bad Company - Die Welt ist in guten Händen eine Doppelrolle und darf sich zunächst als CIA-Topagent Kevin Pope in Seriosität üben. Dies nimmt man ihm zwar nicht unbedingt ab, was allerdings nicht wirklich negativ auffällt, da diese Figur bereits in den ersten fünf Minuten ablebt. Chris Rocks eigentliche Figur ist Kevin Popes unwissendem Zwillingsbruder Jake Hayes. Dieser lebt in New Jersey und verdient sein Geld mit Schachspielen und zwielichtigen Ticketgeschäften. Er wird von der CIA beauftragt, seinen toten Bruder zu spielen, der an einem wichtigen Auftrag gearbeitet hat. Dazu genießt er zunächst einen kleinen Crashkurs in Manieren und Agententum, was nach dem bekannten witzigen Schema abläuft.
Der gute alte Anthony Hopkins spielt in Bad Company - Die Welt ist in guten Händen den routinierten CIA-Agenten Gaylord Oakes, dessen Vorname im Gegensatz zu Meine Braut, ihr Vater und ich überhaupt nicht ausgeschlachtet wird. Er ist dafür verantwortlich, dass Jake Hayes seine hochgradig verantwortungsvolle Aufgabe auf bestmögliche Weise löst. Allerdings ist er von vornherein skeptisch, ob der smarte Junge aus New Jersey die Rolle seines Bruders souverän spielen kann. Die besagte Aufgabe ist der Erwerb einer Atombombe, die ein osteuropäischer Händler auf dem Schwarzmarkt anbietet. Diese soll einem anderen Interessenten vor Nase weggekauft werden, der damit höchstwahrscheinlich einen Anschlag in USA durchführen würde.
Regisseur Joel Schaumacher, der zuletzt mit Tigerland ungewohnte aber brillante Wege ging, lies sich von Jerry Bruckheimer überreden, mal wieder etwas Popcornkino unter die Leute zu bringen. Dabei greift er auf alle bekannten Zutaten zurück und präsentiert uns klare Feindbilder, eine unkomplizierte Story, nette Gags, eine Priese Action und ein paar heiße Frauen. Für die humorvollen Elemente des Film ist selbstverständlich Komiker Chris Rock verantwortlich, der sich in Bad Company - Die Welt ist in guten Händen allerdings nicht in vollem Umfang austoben darf und nicht all seine Stärken ausspielen kann. So darf er zumeist nicht schnell und unbekümmert losreden, sondern muss in seiner Rolle als CIA-Agent meist in zwei Gänge herunterschalten. Dafür liefert er sich von Zeit zu Zeit ein paar bissige Wortduelle mit Anthony Hopkins und darf sich in ein paar Actionszenen körperlich betätigen.
Mit Bad Company - Die Welt ist in guten Händen liefern alle Beteiligten einen ganz ansehnlichen Streifen ab, der zwar nicht das Beste ist, was man im Punkte Popcorn-Kino geboten bekommt, aber auch nicht so schlecht ist, dass man alle fünf Minuten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss. Regisseur Joel Schumacher geht bei seiner Inszenierung keine Kompromisse ein, sondern spult das bewährte genretypische Programm routiniert herunter. Die Darsteller machen einen gut Job, wobei an der ein oder anderen Stelle ihre Talente etwas verschenkt wurden. Ansonsten gibt es von Bad Company - Die Welt ist in guten Händen nicht viel zu berichten, außer, dass man sich zweier belangloser aber unterhaltender Kino-Stunden sicher sein kann.