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Der Dieb des Lichts

(Svet-Ake, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

52%



Inhalt

Svet-Ake lebt in einem kleinen kirgisischen Dorf und ist dort sehr beliebt, denn der Elektriker mit Herz lässt auch schon mal den Stromzähler des einen oder anderen Nachbarn rückwärts laufen, um dessen Geldbeutel etwas zu schonen. Bald werden seine illegalen Machenschaften jedoch publik und er verliert seinen Posten. Ungeachtet dessen will Svet-Ake jetzt aber seine Vision eines Windparks verwirklichen, der dem Dorf endlich die verdiente, absolute Elektro-Unabhängigkeit bringen und das Leben dort wieder lebenswert machen soll.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

52%

Selbst in den abgelegenen Regionen Zentralasiens, einstmals von nomadischen Reitervölkern bewohnt, weiß man heute das Wunder der Elektrizität zu schätzen. Ohne Strom keine Heizung, kein Fernsehen und vor allem kein Licht in den langen Nächten. Der örtliche Elektriker Svet-Ake sorgt dafür, dass der Strom fließt. Er hätte sogar eine Idee, wie das Tal seinen eigenen Strom produzieren könnte und nicht mehr von gierigen Spekulanten abhängig wäre, doch er unterschätzt wie skrupellos die Mächtigen sind. Starkes Ethnokolorit und Globalisierungskritik prägen diesen Film, der in seinem losen Erzählstil mitunter vergisst, was er eigentlich aussagen wollte.

Bild aus Der Dieb des Lichts Dank Globalisierung ist die Welt zu einem Dorf geworden. Das trifft ebenfalls auf die Welt des Films zu. Vor 20-30 Jahren war es noch ein "exotisches Event", wenn im heimischen TV ein Film aus der Türkei oder gar noch weiter entfernten Landen lief. Heute ist so etwas sowohl im TV als auch im Kino alltägliche Normalität und es bedarf schon größerer Sprünge, in geografisch sehr abgelegene Regionen, um noch etwas wirklich Exotisches auf die große Leinwand zu befördern.

Der Dieb des Lichts ist eine Geschichte, die in den Weiten Kirgisistans angesiedelt ist; einem Binnenstaat, dominiert von Bergen und Tälern, der mehr als halb so groß wie Deutschland, lediglich 5,5 Millionen Menschen beherbergt. In einem kleinen Dorf lebt Svet-Ake. Er ist ein ganz besonderer Mann - der Elektriker. Ohne seine zuweilen lebensgefährliche Arbeit an wenig gesicherten Strommasten gäbe es keinen Strom. Deshalb nennen ihn auch die Bewohner des Dorfes liebevoll Herrn Licht.

Svet-Ake ist darüber auch ein wirklicher Gutmensch, der immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hat, besonders wenn es um die Klagen über die stetig steigende Stromrechnung geht. Um Abhilfe zu schaffen hat er eine revolutionäre Idee: die Vision von einem gigantischen Windpark in einer nahegelegenen Schlucht; dort wehen immer starke Winde, die die Stromversorgung im ganzen Tal sichern würden. Fehlen nur die Geldgeber, die bereit wären, darin zu investieren. Wenn es Svet-Ake gelingt, den Bürgermeister zu überzeugen, ist schon mal ein Anfang getan. Der steckt aber mit einem zwielichtigen Spekulanten unter einer Decke, der sich das Land der Dorfbewohner zu Ramschpreisen unter den Nagel reißen möchte.

Der Dieb des Lichts entführt den Zuschauer in eine fremde Welt, eingebettet in eine archaische Landschaft, aber von Menschen bevölkert, die endlich am technologischen Fortschritt teilhaben möchten. Zugleich tritt aber auch deutliche Globalisierungskritik zutage: warten doch schon die gierigen Geier, um diesen Menschen für die Bereitstellung von Errungenschaften - in diesem Falle Strom - ihr letztes Hemd abzuknöpfen. Wieder einmal sind also die Schwächsten die Verlierer des Globalisierungswettlaufs.

Teils märchenhaft anmutend, was sicherlich zum großen Teil an den Bildern liegt, hat der Film unverkennbar Züge einer Spieldoku; dieser Eindruck verstärkt sich insbesondere dadurch, dass die Handlung regelrecht mäandert, um nicht zu sagen manchmal irrlichtert. Das passiert zwar nicht ohne Charme und zuweilen einer ordentlichen Portion schrägen Humors, manchmal bleiben aber derart viele lose Enden in Raum, dass der Film insgesamt sehr zerfahren und die aufeinanderfolgenden Szenen und Passagen nicht immer logisch wirken. Besonders spürbar wird das in der finalen Zuspitzung der Ereignisse, die nicht ordentlich hergeleitet, einiges an Unverständnis auslöst.

Filme wie Der Dieb des Lichts sind selbst im Arthousebereich noch eher selten. Sie schildern Ereignisse, die oftmals in einer Dokumentation besser aufzubereiten wären, da dort auf ein anderes Repertoire an Stilmitteln zurückgegriffen werden und wesentlich besser erläutert werden kann. Darüber hinaus wird, trotz der Annäherung an die gängigen filmischen Konventionen, der Zugang zu den Figuren durch folkloristische Besonderheiten erschwert, die in einem Spielfilm einfach hingenommen werden müssen, es sei denn man arbeitet mit einem Off-Kommentar, was aber dazu führt, wiederum für die Doku zu plädieren. Alles in allem besitzt Der Dieb des Lichts somit eine Menge durchaus interessanter Ansätze, wird sein Publikum aber dennoch vermutlich eher bei arte und Co. finden.

Keine weitere Wertung


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