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Powder Girl

(Chalet Girl, 2011)

Dt.Start: 17. März 2011 Premiere: 17. Februar 2011 (Niederlande)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 97 min Land: Deutschland, UK, Österreich
Darsteller: Sophia Bush (Chloe), Felicity Jones (Kim), Bill Nighy (Richard), Ed Westwick (Jonny), Brooke Shields (Caroline), Nicholas Braun (Nigel), Tamsin Egerton (Georgie), Georgia King (Jules), Bill Bailey (Bill), Ken Duken (Mikki), Tom Goodman-Hill (Les), Adam Bousdoukos (Willy), Abbie Dunn (Amy), Chandra Ruegg (Trace)
Regie: Phil Traill
Drehbuch: Tom Williams


Inhalt

Kim, 19 Jahre jung, ist ein wahres Skateboard-Ass. Doch anstatt ihr Talent auszuleben, arbeitet sie in einem Burgerrestaurant, um ihr Leben und das ihres Vaters zu finanzieren. Auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeit, landet sie in der luxuriösen Welt von Familie Madsen, um deren Haus in St. Anton sie sich kümmern muss. Neben ihrer Leidenschaft für das Snowboarden entdeckt Kim auch noch andere Freuden, wie beispielsweise den attraktiven Jonny Madsen, den Sohn ihrer Arbeitgeber.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Powder Girl hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
Powder Girl hat eine Wertung von 70%
Handwerklich solide, jedoch nicht weiter weltbewegende romantische Komödie, angelegt im winterlichen Österreich. Neben dem Durchleiden der Schwierigkeiten, die das Erlernen des Snowboardfahrens mit sich bringt, trampelt die junge Kim aus der englischen Unterschicht durch ihren Job in einem luxuriösen Banker-Chalet in St. Anton und bringt auf diese Weise frischen Wind in den verkrusteten Mikrokosmos einer schwerreichen Familie.

Bild aus Powder Girl Die junge Kim war einst der Shooting Star der englischen Skaterszene. Schon als elfjährige gewann sie Wettbewerbe, die Erfolge setzten sich fort, ein Karriereknick war nicht in Sicht. Doch ein schrecklicher Unfall verleidete Kim das Skateboardfahren für immer, und auch ihr Vater zerbrach innerlich. Heute, mit 19, arbeitet sie für einen Hungerlohn in einer fettigen Burgerbude und sieht keine besondere Zukunft für sich. Doch die Gelegenheit, als Hostess für weit bessere Bezahlung zu arbeiten, lässt Kim aufhorchen. Allerdings muss sie schon beim Auswahlverfahren feststellen, dass ihre ungeschliffenen Manieren nicht das sind, was von einer Hostess erwartet wird, und sie macht sich auf zu gehen. In allerletzter Sekunde tut sich jedoch eine einmalige Gelegenheit auf: Ein reicher Banker sucht ab sofort ein zweites Hausmädchen für sein Chalet im österreichischen St. Anton. Gutes Gehalt, sehr gutes Trinkgeld, Dienstantritt allerdings schon übermorgen in den fernen Alpen.

Kurzerhand wird der Gefrierschrank mit Lasagne befüllt und der Tesco-Lieferservice bestellt, damit Kims haushaltlich völlig unbefähigter Vater nicht verhungern muss und schon geht's ab in den schicken Wintersportort in Tirol. Schon nach wenigen Minuten unter lauter hochnäsigen Goldgräberinnen ist Kim allerdings der Verzweiflung nahe.

Nach einigem Ungeschick lebt sich Kim jedoch bald ein in dem seltsamen Wechselbad aus devoter Dienstmagd am Wochenende, wenn die Eigentümer zu Besuch sind, und sturmfreier Bude für den Rest der Zeit. Sie lernt Mikki kennen, einen snowboardenden Finnen, und beschließt, es selbst auch einmal auf der Piste zu versuchen. Durch ihre Erfahrungen mit dem Skateboard lernt Kim das Snowboarden natürlich schnell und die Teilnahme an einem Snowboard-Wettbewerb mit 25.000 Dollar Preisgeld rückt in greifbare Nähe.

Die Kernaussage des Films ist natürlich, dass man erst mit sich ins Reine kommen muss, um im Leben vorankommen zu können. In diesem Fall handelt es sich um den Unfall, der Kim vom Skateboarden abgebracht hat, und der jetzt ihre wahren Fähigkeiten beim Snowboardfahren hemmt. Ummantelt ist diese persönliche Heldenreise hauptsächlich mit einer Liebesgeschichte, lustigen Zoten über Engländer (die bekanntlich keinen Schnee gewöhnt sind) auf rutschigem Untergrund, Ski- und Snowboardfahren in den malerischen Alpen und der klassischen Geschichte einer ausufernden, derben Party.

Eigentlich hat der Film alle Voraussetzungen, als völlig belanglose und austauschbare Teenie-Comedy-Eintagsfliege in Vergessenheit zu geraten, doch gibt es einige Kleinigkeiten, die genau dies gekonnt verhindern. Felicity Jones spielt ihre Kim mit genau der rotzigen Teenager-Haltung derjenigen, die gerade aus dem Gröbsten der Pubertät heraus sind. Ihre kecke Schnute fördert dieses Bild, man könnte fast meinen, die Schauspielerin sei über ein Lippen-Casting gefunden worden. Ihr gegenüber spielt Tamsin Egerton gekonnt die rassige, sich sozial um einige Level höher wähnende Georgie, Mitbewohnerin und Chefin im Chalet. Kim verblasst neben Georgie, die mit einigen anderen Mädchen eifrig um die Gunst des (vergebenen) Bankersohnes Jonny buhlt. Der Nebenhandlung um Kims Vater, den liebevoll vertrottelten Bill (Bill Bailey), der zuhause in England mit den Haushaltsgeräten und der Tiefkühl-Lasagne kämpft, wird genug Aufmerksamkeit geschenkt, um dem Film eine gewisse Tiefe zu verleihen.

Natürlich wurden an allen Ecken und Enden dramaturgische Kompromisse eingegangen (allein die Sprachbarriere zwischen Österreich und England scheint nicht zu existieren, auch zahlt man in Österreich immer noch mit Euro), doch fallen diese nicht so sehr auf, weil eben viele Kleinigkeiten mit Sorgfalt gestaltet wurden. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass Bill Nighy auf Autopilot und mit angezogener Handbremse spielen muss. Es ist erfreulich, dass er die Aufmerksamkeit des Publikums nicht an sich reißt, was er mit dem kleinen Finger könnte, doch passt sein Spiel nicht ganz zu seiner Figur. Ein netter, zurückhaltender, leicht trotteliger Familienvater passt einfach nicht zum Bild des schwerreichen Bankers mit Chalet und Privatjet, hier hinkt der Film ein bisschen.

Alles in allem ist Powder Girl ein unterhaltsamer Spaß für das junge Publikum. Er wird nicht in die Annalen der Filmgeschichte als großer Klassiker des Jugendfilms eingehen und nächstes Jahr bereits vergessen sein. Doch liefert er solide Unterhaltung, insbesondere dadurch, dass er sichtbar mit viel Liebe zum Detail gemacht wurde. Und das ist beim Filmemachen überaus wichtig.



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