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Das Blaue vom Himmel(Das Blaue vom Himmel, 2011)
| Dt.Start: |
02. Juni 2011
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Premiere: |
02. Juni 2011 (Deutschland) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
103 min
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Land: |
Deutschland |
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Darsteller:
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Hannelore Elsner (Marga Baumanis), Juliane Köhler (Sofia Schleier), Karoline Herfurth (Marga Baumanis jung), Niklas Kohrt (Juris Baumanis), David Kross (Osvalds Kalnins jung), Rüdiger Vogler (Osvalds Kalnins), Matthias Brandt (Lorenz Schleier), Juta Vanaga (Ieva Lepere jung), Dace Eversa (Ieva Lepere), Victoria Trauttmansdorff (Dr. Brandt), Maria Popistasu (Dace Kalnins) |
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Regie:
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Hans Steinbichler |
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Drehbuch:
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Robert Thayenthal, Josephine Jahnke |
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 Inhalt
Die Beziehung zwischen Marga und ihrer Tochter Sofia war immer schwierig. Die Mutter zeigte gegenüber ihrer Tochter nur wenige Gefühle. Als Marga jedoch mehr und mehr in ihrer Vergangenheit versinkt, finden sich beide plötzlich in einer vollkommen neuen Situation wieder. Marga beginnt fortwährend von einer Zeit zu erzählen, die ihrer Tochter gänzlich fremd ist. Daraufhin fahren beide nach Riga, wo Marga aufgewachsen ist und Juris geheiratet hat, um mehr über die Vergangenheit zu erfahren. Doch je mehr Sofia über ihre gemeinsame Vergangenheit erfährt, desto stärker werden die Zweifel an ihrer eigenen Geschichte. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Benjamin Schieler
Schon in Winterreise bewies Regisseur Hans Steinbichler sein Gespür für einen Protagonisten in schwieriger psychischer Verfassung. Brillierte damals Josef Bierbichler als manisch-depressiver Unternehmer, ist es nun die demente Marga, deren Familiengeschichte mit historischem Kontext im Vordergrund des Filmes steht. Hannelore Elsner (Kirschblüten - Hanami) spielt den Albtraum eines erwachsenen Kindes - das orientierungslose Elternteil - mit besonderer Verve und trägt den Film fast im Alleingang.
Eine gefühlte Minute lang weint ein Baby, sein Schreien erfüllt den Kinosaal. Die Kamera aber ist auf die junge Marga (Karoline Herfurth, Wir sind die Nacht) gerichtet, der ebenfalls dicke Tränen über das Gesicht kullern. Nicht zum ersten Mal ist ihr Make-up völlig verschmiert. Jahrzehnte später wütet Marga in einer psychiatrischen Klinik in Wuppertal, ihre Tochter Sofia (Juliane Köhler, Der Untergang) reagiert mit einer Mischung aus Hysterie und Hilflosigkeit auf die plötzlich austickende Mutter. Das Blaue vom Himmel ist genau das, was man dem deutschen Film in gehässigen Zeiten immer nachgesagt hat: schweres Problemkino, das manchmal einen Schritt zu weit geht. Steinbichlers Neuester ist deswegen aber nicht gleich schlecht, ja sogar alles andere als das.
Im lettischen Jürmala, 25 Kilometer von der Hauptstadt Riga entfernt an der Ostsee gelegen, jagt in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein junger Mann einem kichernden Mädchen hinterher. Zwei Verliebte, so macht es den Eindruck. Und tatsächlich: einige Zeit später heiraten Juris (Niklas Kohrt) und Marga, die Tochter eines finanzstarken deutschen Industriellen. Doch schon beim Abschied von der Hochzeitsgesellschaft schaut Juris für einen Moment wehmütig einer anderen hinterher. Ieva (Juta Vanaga), das wird bald darauf klar, ist die Frau, die er eigentlich liebt, und mit der er, widerwillig gedeckt durch Juris' Freund und Kollegen Osvalds (David Kross, Same Same But Different), eine Affäre hat. Als der Lauf der Geschichte eine Flucht der Deutschen nötig macht, kommt es zu einem Eklat, dessen Auswirkungen für Margas kleine Familie zunächst im Dunkeln bleiben. Erst Jahrzehnte später, zu Beginn der 90er-Jahre, bahnen sich die Erinnerungen ihren Weg an die Oberfläche. Margas abgekapselte Tochter, die Journalistin Sofia, die von ihrer verwirrten Mutter nicht mehr wiedererkannt wird, sieht keinen anderen Ausweg, als mit Marga nach J?rmala zurückzukehren, mitten hinein in ein von Unruhen und Unabhängigkeitskampf erschüttertes Lettland. Durch eine Begegnung mit dem gealterten Osvalds (Wim-Wenders-Veteran Rüdiger Vogler, Alice in den Städten) erhofft sich Sofia Antworten.
Das Drama einer Liebe, die nicht sein darf, und einer anderen Liebe, die erzwungen wird, mit all ihren Konsequenzen - das ist die Thematik dieses Filmes. Begleitend dazu gibt es noch ein bisschen bezaubernde Nachwenderomantik in Deutschland und Geschichtsunterricht über die untergehende UdSSR. Es sind aber weniger die historischen Ereignisse, die Zusammenhänge herstellen, sondern der Mikrokosmos der Protagonistin, einer verbissenen Kämpferin, einer Intrigantin, einer Egoistin, der es nie gelungen ist, eine überdauernde Bindung zu ihrer Tochter aufzubauen. Das Zusammenspiel von Elsner, die man selbst beim Zusehen nicht richtig zu fassen bekommt, die einem in ihrer Unberechenbarkeit Angst einflößt, und der hilflos-überforderten Köhler bewegt deswegen so sehr, weil diese Mischung aus Konflikt und Bindung für jedermann so nachvollziehbar ist.  Weitere interessante Filme
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