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Ohne Limit

(Limitless, 2011)

Dt.Start: 14. April 2011 Premiere: März 2011 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Thriller
Länge: 105 min Land: USA
Darsteller: Bradley Cooper (Eddie Morra), Robert De Niro (Carl Van Loon), Abbie Cornish (Lindy), Andrew Howard (Gennady), Anna Friel (Melissa), Johnny Whitworth (Vernon), Tomas Arana (Man in Tan Coat), Robert John Burke (Pierce), Darren Goldstein (Kevin Doyle), Ned Eisenberg (Morris Brandt), T.V. Carpio (Valerie), Richard Bekins (Hank Atwood), Patricia Kalember (Mrs. Atwood), Cindy Katz (Marla Sutton)
Regie: Neil Burger
Drehbuch: Leslie Dixon


Inhalt

Der erfolglose Texter Eddie Morra ist ein Verlierer. Sein Buch wird einfach nicht fertig und seine Frau gibt ihm den Laufpass. Doch alles ändert sich, als er auf seinen Ex-Schwager Vernon trifft, der ihm eine neue Droge anbietet. Getragen vom Rausch und plötzlich in der Lage, alles zu schaffen, bemerkt Eddie erst spät, worauf er sich eingelassen hat.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Ohne Limit hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 74 für Ohne Limit

Ohne Limit ist über weite Strecken ein wunderbar unterhaltsamer Film, der alleine dank seiner tollen Grundidee schon ein enormes Potential in sich trägt. Dank der sympathischen Charaktere fiebert der Zuschauer von der ersten Sekunde an mit, ist schnell im Geschehen und bekommt dank der spielfreudigen Inszenierung auch immer wieder kleine optische Spitzen geboten. Die Darsteller gehen in ihren Rollen sichtlich auf und über weite Strecken schlägt das Szenario auch überzeugende Haken. Dennoch gibt es am Ende einige kleine Ärgernisse, die eine höhere Wertung verhindern. So löst das Drehbuch die Probleme am Ende fast doch ein wenig zu einfach auf und enlässt den Zuschauer mit einigen offenen Fragen etwas ratlos aus dem Kinosaal.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Ohne Limit hat eine Wertung von 66%
Eine Art modernes Märchen oder Fantasy-Geschichte inmitten der normalen Realität, so lässt sich Ohne Limit vielleicht am treffendesten charakterisieren. Die Hauptfigur Eddie, ein erfolgloser Autor in einer Abwärtsspirale, bekommt plötzlich, dank einer wundersamen Droge, die seine geistigen Kräfte multipliziert, die Gelegenheit, sein Leben von Grund auf zu verändern. Ohne Konsequenzen ist diese Veränderung allerdings nicht möglich. Ohne Limit ist unterhaltsam, kurzweilig und visuell interessant gestaltet. Nach einer tieferen Bedeutung sollte man aber nicht fahnden und schon gar nicht moralische Statements zum Thema Drogen erwarten.

Bild aus Ohne Limit Alle Märchen beginnen mit Es war einmal...; Ohne Limit beginnt zwischen den Zeilen mit einer Frage: Was wäre wenn...; Was wäre wenn, der Mensch nicht nur einen Teil seiner geistigen Kapazität nutzen würde, sondern vollen Zugriff auf sein gesamtes Potenzial hätte? Der ausgebrannte Autor Eddie Morra (Bradley Cooper) hat schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu Papier gebracht. Er hängt bereits so lange durch, dass sich sogar seine Freundin von ihm trennte.

Der Zufall will es, dass ihm ein alter Bekannter über den Weg läuft. Während beide bei einem Bier über die alten Zeiten quatschen, bietet der ihm plötzlich eine Pille an: Eine revolutionäre Designer-Droge NZT genannt, die in der Lage sein soll, dem Menschen den uneingeschränkten Zugang zu seinem vollen Gehirnpotenzial zu eröffnen. Zuerst zweifelt Eddie, ist sich nicht sicher, ob er das unbekannte Zeug nehmen soll. Als er es dann wagt, verändert das sein Leben ein für allemal. Seine geistige Leistungsfähigkeit vervielfältigt sich; er leistet Dinge, beinahe so, als wäre er mehr, als ein einzelner Mensch. Es scheint für ihn kein Limit zu existieren.

Die Wirkung hält allerdings nicht ewig an, und die Rückkehr in die Realität ist überaus grausam, ganz zu schweigen von den Entzugserscheinungen. Er braucht mehr Pillen und sucht deshalb seinen Bekannten auf. Dieser hat aber bereits von Leuten Besuch bekommen, denen er reichlich Geld schuldete und die keinerlei Spaß verstehen. Eddie findet ihn nur noch tot vor. In seiner Verzweiflung krempelt er daraufhin die Wohnung um, und tatsächlich findet er einen ganzen Beutel voll von den wundersamen Pillen - das reicht, zumindest fürs eine Zeit lang.

Vorangemerkt und um mögliche Irritationen zu vermeiden: Ohne Limit ist nicht mit Filmen in der Art von Trainspotting - Neue Helden oder ähnlich zu vergleichen. Zwar steht unwidersprochen die Droge und der Werdegang damit im Mittelpunkt - und zumindest am Rand wird auch die Problematik ohne diese thematisiert (wenn man erst einmal eine existenzielle Verbindung damit eingegangen ist), im Grunde ist der Film aber eine amoralische, grenzgängerische Utopie, die falsch verstanden in Kreisen, die an die bewusstseinserweiternde Seite von Drogen glauben, mitunter ein unselig positives Image erlangen könnte.

Vielleicht fährt man eben deshalb auch am besten, wenn man Ohne Limit tatsächlich als eine Art Märchen ansieht, dass von einem Menschen handelt, der ein magisches Elixier findet, dass ihn den Normalsterblichen weit überlegen macht. Eddie nutzt seine neuen Fähigkeiten, um sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Er bringt in wenigen Tagen seinen längst überfälligen Roman zu Ende, lernt Sprachen in Windeseile, entwickelt sich innerhalb von Tagen zum Klaviervirtuosen. Das alles bringt ihm große Anerkennung ein und sorgt darüber hinaus auch für reichlich Erfolg beim schönen Geschlecht. Fehlt eigentlich nur noch ein fetter Batzen Knete, damit man ein für allemal aller Sorgen ledig wäre.

Kurioserweise nimmt der Film hier einen etwas irritierenden Verlauf. Eddie entwickelt Algorithmen mit denen er die Entwicklungen am Aktienmarkt "voraussehen" kann. Um im großen Stile einsteigen zu können, besorgt er sich das Geld unverständlicher Weise von osteuropäischen Kreditgebern, die bei Nichtzurückzahlung, einem gerne liebgewonnene Teile der Anatomie entfernen. Das wirkt, der Dramaturgie sowie späterer Action zuliebe, leider etwas zu vorhersehbar. Überdies nimmt der Börsenteil im Film erstaunlich viel Raum ein, was dem Protagonisten einiges an Sympathiepunkte kostet.

Insgesamt ist Ohne Limit ein unterhaltsamer Mix aus Underdog-Story gepaart mit Wall Street-Elementen und in einigen Zügen zumindest, atmosphärisch ein wenig an American Psycho erinnernd. Die Story ist kurzweilig, aber oft alles andere als logisch. Und so braucht es nicht zu verwundern, wenn einiges an Erklärungslücken bleibt. Optisch hingegen gelingt es dem Film zu punkten. Sowohl die Darstellung Eddies als multiples Ich, der aufgrund seiner synaptischen Beschleunigung mehrere Dinge regelrecht parallel zu erledigen vermag, als auch die Phasen von Blackouts, Desorientierung und auch Depersonalisierung wurden visuell höchst interessant gestaltet. Mit einfach gestrickten moralischen Wertungen hält sich Ohne Limit allerdings zurück. Das mag jeder für sich so werten, wie er das für richtig hält. Wenn man allerdings bereit ist, manches nicht zu weit zu hinterfragen, sollte man aber einen durchaus vergnüglichen Kinoabend erleben können.



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Dt. Start: 10. Apr 2008
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