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Arthur

(Arthur, 2011)

Dt.Start: 05. Mai 2011 Premiere: 08. April 2011 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: Russell Brand (Arthur), Helen Mirren (Hobson), Jennifer Garner (Susan Johnson), Greta Gerwig (Naomi), Nick Nolte (Burt Johnson), Geraldine James (Vivienne Bach), Leslie Hendrix (Alice Johnson), Christina Calph (Tiffany)
Regie: Jason Winer
Drehbuch: Peter Baynham, Steve Gordon


Inhalt

Als versoffener Frauenheld konnte Arthur bisher auf zwei Sachen in seinem Leben bauen. Zum einen auf sein Glück und zum anderen auf seine Nanny Hobson. Arthur, inzwischen ein erwachsener Mann, steht plötzlich vor seiner bisher größten Entscheidung. Eine arrangierte Ehe verbunden mit lebenslänglichem Reichtum einzugehen oder sich für seine wahre Liebe Linda und ein Leben als einfacher Mann zu entscheiden. So wagt Arthur das für ihn selbst unfassbare, den Schritt in die Realität, auch genannt: Wahres Leben!
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Arthur hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 50%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Arthur hat eine Wertung von 50%
Russell Brand und Helen Mirren, das ist mal ein ungewöhnliches Paar. In der Komödie Arthur tun sich beide als kindsköpfiger Playboy und toughes Kindermädchen zusammen, eine Kombination, die eigentlich ordentlich Spaßpotenzial in sich bergen sollte. Leider aber sind die wirklichen Lacher selten. In einer dialoglastigen, wenig originellen Komödie plätschert das Geschehen überwiegend vor sich hin, ohne dass der Wortwitz ernstlich mitzureißen vermag oder Brand die eine oder andere Posse zum Besten gäbe, die wenigstens zum Fremdschämen animieren würde.

Bild aus Arthur Wenn man sich für den Gang ins Kino nicht auf einen Film einigen kann, wird es meist die Allerweltskomödie, die im Grunde niemandem weh tut, aber auch keinen vom Hocker reißt. In der Neuauflage des gleichnamigen Komödienhits aus dem Jahre 1981, damals mit Dudley Moore, Liza Minelli und John Gielgud, der seinerzeit den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt, tummeln sich heute Russell Brand, Helen Mirren, Jennifer Garner und in einer Nebenrolle Nick Nolte.

Brand, gerade wieder aus Männertrip nüchtern geworden, darf prompt wieder eine ähnliche Figur mimen, während Mirren, die zuletzt in R.E.D. Noch Maschinengewehre abfeuern durfte, nun die Rolle der resoluten Nanny Hobson übernimmt, die dem nicht erwachsen werden wollenden Kindskopf Arthur (Russell Brand) bereits ein Leben lang zur Seite steht; stets darum bemüht, dass sein exzessiver Lebensstil nicht allzu viel Schaden anrichtet.

Dennoch landet Arthur, der im Grunde nichts anderes als ein stets zugedröhnter, halbnerdiger und Millionen schwerer Playboy ist (anders ausgedrückt: eine Art männliche Paris Hilton), unvermeidlich immer wieder in den Schlagzeilen und zuweilen auch vor Gericht. Seine Mutter, die Chefin eines beachtlichen Firmenimperiums, hat inzwischen diese Faxen und sein skandalöses Treiben wirklich dicke. Sie stellt ihn vor ein Ultimatum: Entweder er diszipliniert sich und heiratet die Tochter (Jennifer Garner), eines Bauunternehmers (Nick Nolte), oder der Geldhahn wird ein für allemal zugedreht. Natürlich möchte Arthur, der im Leben noch nie etwas anderes als von Beruf Sohn war, das vermeiden. Aber das Schicksal macht ihm das nicht so leicht: Just zu diesem Zeitpunkt lernt er die charmante Touristenführerin Naomi (Greta Gerwig) kennen. Und die ist nicht nur äußerst liebenswert, sie teilt auch viele seiner mitunter verschrobenen Interessen.

Arthur lässt zu Beginn den Eindruck entstehen, man befände sich inmitten einer weiteren Bad-Taste-Komödie. Die Szene, in der er und sein dickbäuchiger Latino-Kumpel als Batman und Robin (samt fein nachgebautem Bat-Mobil) hinaus in die Nacht wollen, weckt unwillkürlich Assoziationen an Don Quijote und Sancho Panza, den Ritter von der traurigen Gestalt und seinen rundlichen Diener und ließe für den weiteren Verlauf möglicherweise Abgründiges erwarten. Leider verflacht der Film aber ungemein schnell und es entwickelt sich eine plapperhafte Komödie, die streng genommen eine Coming-of-Age-Story ist; vielleicht davon mal abgesehen, dass das Riesenbaby Ende 20 oder Anfang 30 ist.

Gewissenhaft arbeitete sich Regisseur Jason Winer überwiegend an der Vorlage ab, ohne aber der Show wesentliche neue Impulse hinzufügen zu können, was dazu führt, dass der Witz eher ermüdend, als erfrischend wirkt. Alles dreht sich hamsterradartig und meist mit plattitüdenhaft albernem Humor unterlegt, um das späte Erwachsenwerden, sich im Leben behaupten, den oder die Richtige finden. Mag sein, nett gemeint: dennoch schon tausendfach gesehen. Silberstreif am Horizont vielleicht mal wieder Helen Mirren als distinguiertes, sarkastisches Kindermädchen, das der langweiligen Zelluloid-Einschlafhilfe etwas Adel verleiht. Aber eine Schwalbe allein macht bekanntlich noch keinen Sommer. Und Russell Brand wird, wenn er sich stets auf solche Figuren festlegen lässt, sehr schnell im schnelllebigen Filmbusiness, das stets nach neuen Typen giert, sein Pulver als Darsteller verschossen haben.



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