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Benda Bilili!

(Benda Bilili!, 2010)

Dt.Start: 19. Mai 2011 Premiere: 13. Mai 2010 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 6 Genre: Dokumentation, Musik
Länge: 85 min Land: Frankreich, Kongo
Darsteller: Roger Landu, Cubain Kabeya, Paulin Kiara-Maigi, Leon Likabu, Montana, Coco Ngambali, Theo Nsituvuidi, Djunana Tanga-Suele, Maria Barli Djongo, Vincent Kenis
Regie: Renaud Barret, Florent de La Tullaye
Drehbuch: Renaud Barret, Florent de La Tullaye


Inhalt

Der begabte, obdachlose Junge Roger schließt sich einer Gruppe querschnittsgelähmter, älterer Musiker an, um den Gefahren der Straße zu trotzen und "Staff Benda Bilili" zur größten Band des Kongos zu machen. Fünf Jahre lang folgten die Regisseure Renaud Barret und Florent de La Tillaye der kongolesischen Band "Staff Benda Bilili" auf ihrem Weg zu einer der erfolgreichsten Bands des Landes. Die Filmemacher zeigen die Band auf all ihren Etappen, von den ersten Proben im Park bis hin zu ihren Triumphen auf der ganzen Welt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Benda Bilili! hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 77%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Benda Bilili! hat eine Wertung von 77%
Ein paar Männer in dreirädrigen Rollstühlen, die von der Kraft ihrer Arme betrieben werden, da ihre Beine durch Kinderlähmung zerstört wurden, machen sich mit ihrer Musik auf, sich aus den Slums des kongolesischen Kinshasas heraus zu emanzipieren und die Welt zu erobern. Was wie ein Hirngespinst realitätsferner, verwirrter Menschen klingt, wird tatsächlich wahr. Die Dokumentation Benda Bilili! war fünf Jahre hautnah dabei und liefert ein einzigartiges Zeugnis, das zugleich in Erstaunen versetzt und tief zu berühren vermag.

Bild aus Benda Bilili! Sie geben schon fast ein makaberes Bild ab, die Prozession, der schwarzen Männer in ihren schrägen dreirädrigen Gefährten, die durch die Slums Kinshasas fahren; der neun Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo - einem der ärmsten Länder der Welt. Wären da nicht diese, nach westlichem Standard gerade noch als Instrumente durchgehende, Gitarren, kaum jemand würde überhaupt auf die Idee kommen, dass es sich wirklich um Musiker handelt.

Tatsächlich sind diese Polioversehrten die Stars im Ghetto. Es ist die legendäre Staff Benda Bilili (frei übersetzt: öffne dein Bewusstsein), eine ganz besondere Musik-Combo und Ricky ist ihr Bandleader, der einen großen Traum hat: Er möchte aus den Straßenmusikern die bekannteste Band des Kongos machen. Und dann eines Tages mit ihrer Musik auch Europa erobern; denn dort ist das große Geld. Die Filmemacher Renaud Barret und Florent de la Tullaye beobachteten über fünf Jahre den Werdegang der Staff Benda Bilili, die bereits 1994 als Projekt Körperbehinderter Straßenmusiker gegründet würde. Das Resultat ist nicht nur dieser Film, sondern das lebendige Dabeisein, wenn ein Traum zur Realität wird.

Die afrikanische Version eines Buena Vista Social Club ist in Zeiten, in denen die Musikszene von Eintagsfliegen dominiert wird, die das Licht der Welt auf inflationär die Medienwelt verseuchenden Casting-Shows erblicken, eine wundervolle Antithese dafür, dass es eine Musik gibt, die soweit von innen kommt, dass sie in der Lage ist, alle Menschen zu erreichen und ihre Herzen zu öffnen. Dieser Mix eigentümlicher Rhythmen, eine Art kongolesischer Soul und Funk, der verwurzelt ist in der Rumba und überdies Elemente aus Reggae und Blues einfließen lässt, stellt somit Weltmusik in ihrer ureigensten Bedeutung dar. Ihre Texte erzählen Geschichten mitten aus dem täglichen Existenzkampf, ihre Prosa ist durchzogen von der Unbarmherzigkeit der Straße. Ihre Lieder werden somit zum Sprachrohr der Unterprivilegierten, der Hungernden und der unzähligen Straßenkinder - und geben all diesen Menschen die Hoffnung, dass es auch einen Weg dort hinaus gibt.

Benda Bilili! ist eine Musikdokumentation, der besonderen Art: eine, die wegen ihrer Bilder und der Musik keinerlei zusätzlicher Erläuterung bedarf und gleichzeitig das einzigartige soziale Zeitzeugnis eines Phänomens, das beweist, dass fernab gesteuerter und konstruierter Realitäten Dinge möglich sind, die eigentlich nur noch als mirakulös bezeichnet werden können. Wie es einer schwarzafrikanischen Combo gelang, mit zum Teil improvisierten Instrumenten, wie der Satongé einer Blechbüchsen-Gitarre, auf der ein 17-jähriges Wunderkind elektrisierende Soli zu spielen vermag, aus der Anonymität der Kinshasa-Slums zum Welterfolg zu werden, grenzt an ein echtes Wunder, dass man wohl nur dann zu glauben vermag, wenn man es mit den eigenen Augen gesehen hat.



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Dt. Start: 23. Sep 2010
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