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Brautalarm(Bridesmaids, 2011)
| Dt.Start: |
21. Juli 2011
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Premiere: |
13. Mai 2011 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie |
| Länge: |
124 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Kristen Wiig (Annie), Rose Byrne (Helen), Jon Hamm, Maya Rudolph (Lillian), Melissa McCarthy (Megan), Ellie Kemper (Becca), Matt Lucas, Jill Clayburgh, Johnny Yong Bosch (Paul), Kali Hawk, Wendi McLendon-Covey (Rita), Nancy Carell, Ben Falcone (John), Andy Buckley (Perry Harris) |
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Regie:
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Paul Feig |
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Drehbuch:
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Kristen Wiig, Annie Mumolo |
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 Inhalt
Annies Leben ist ein einziges Durcheinander: In der Liebe will sie einfach kein Glück haben und auch finanziell sieht es für sie alles andere als rosig aus. Doch als ihre beste Freundin Lillian heiratet, hat sie nur noch ein Ziel: Als deren Brautjungfer die beste Hochzeit aller Zeiten zu organisieren. Zuerst voller Ehrgeiz angesichts dieser neuen Aufgabe, machen Annie schon bald die überaus chaotische Hochzeitsgesellschaft und ihre eigene Sehnsucht nach Liebe das Leben schwer. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Das alsHangover für Frauen angepriesene Werk aus der Judd Apatow Schmiede erweist sich als derbe Komödie, die keinerlei Kompromisse eingeht und vor allen Dingen von ihrem wunderbaren Ensemble lebt. Alleine Kristen Wiig endlich einmal in einer Kinohauptrolle zu sehen, ist eine Sichtung wert; für die meisten Lacher ist jedoch Melissa McCarthy zuständig; was diese Frau hier teilweise abzieht, ist einfach nur zum Brüllen. Die Geschichte ist dabei nicht so oberflächlich wie man auf den ersten Blick denkt: Zwar gibt es hier viel amüsantes, aber auch in den ruhigeren Momenten wird immer der richtige Ton getroffen. Für alle, die eine reine Kalauerparade a la Hangover erwarten ist Braualarm sicher nicht geeignet, denn hier wird dem Zuschauer doch ein Stück mehr geboten ...
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Heiraten ist wunderschön, wenn man erst den Richtigen gefunden hat. Noch schöner, wenn man mit einer besten Freundin gesegnet ist, die sich darum kümmert, dass die Hochzeit zu einem unvergesslichen Tag wird. Weniger schön allerdings, wenn die beste Freundin gerade in einer ausgesprochenen Krise, arbeitslos und verlassen, steckt und ihr zu allem Übel eine nervige Zicke das Leben zur Hölle macht. Komödien rund ums Heiraten werden viel zu selten gedreht, da war es augenscheinlich wieder Zeit für ein weiteres Machwerk, dass nur allzu gerne den Wolf im Schafspelz geben würde, sich aber mehr als müder Kojote unterm Flokati herausstellt.
Mit deftiger Bad-Taste-Comedy lässt sich manch Dollar verdienen. Schließlich freut sich auch der Cineast der 30plus-Fraktion, wenn er nicht schon wieder mit der zigtausendsten Teenie-Klamotte zugepampt wird. Filme wie Alles Erlaubt - Eine Woche ohne Regeln sind demnach eine willkommene Abwechslung. Wie bei diesem, ist Produzent Judd Apatow (Superbad, Nie wieder Sex mit der Ex, Männertrip) auch bei Brautalarm mit an Bord. Doch der Film, der auf den ersten Blick möglicherweise Assoziationen mit Produktionen wie Die Braut die sich nicht traut wecken könnte, entpuppt sich eher als Parallelentwurf zur Hangover-Reihe, allerdings mit ordentlich Rhythmusschwierigkeiten.
Die Verlobung der besten Freundin sollte eigentlich ein ausgiebiger Grund zur Freude sein. Wenn das eigene Leben derzeit aber so gar nicht rund läuft, fällt es damit nicht ausgesprochen leicht. Und angesichts dessen, dass Annie (Kirsten Wiig) nicht jünger wird, und ihr langjähriger Freund, mit dem sie zusammen eine Bäckerei betrieb, sich vor Kurzem von ihr trennte, fühlt sich die herannahende Hochzeit der besten Freundin wie ein weiterer Schlag des Schicksals in die Magengrube an. Dennoch gönnt sie Lillian (Maya Rudolph) dieses Glück und übernimmt ihre Aufgabe als Trauzeugin und oberste Brautjungfer nur allzu gerne.
Damit verbunden sind aber viele Aufgaben und Pflichten: Im Prinzip alles rund um die Hochzeit perfekt zu organisieren, damit die Braut ihren unvergesslichen Tag bekommt. Dass Helen (Rose Byrne), die Frau vom Boss von Lillians Zukünftigem, Mitausrichterin der Feier ist und ein gehöriges Mitspracherecht bei allen Entscheidungen beansprucht, erweist sich allerdings als wenig hilfreich. Helen versteht sich der Upper-Class angehörig, und da kann natürlich nichts zu gut oder zu teuer für die anstehende Hochzeitsfeier sein. Annie hingegen, die gerade ihre Bäckerei schließen musste und der es finanziell alles andere als prickelnd geht, würde viel lieber alles eine Nummer bescheidener halten. Sie sieht beispielsweise keinen Sinn darin, dass die Brautjungfern sich unbedingt ein sündhaft teures Designerkleid zulegen müssen - ein schlichteres Modell reicht, ihrer Auffassung nach, völlig. Der Zickenkrieg ist damit vorprogrammiert.
Es ist wie das mythologische Ringen zwischen David und Goliath: die beste Freundin aus einfachen Verhältnissen und die überkandidelte Oberschichtzicke, die ihren Platz einnehmen möchte. Dieses Ringen und Zerren um - in diesem Falle Maya Rudolph - wird es in der Realität schon manches Mal gegeben haben, produziert letzten Endes aber nur Situationen, die zum Fremdschämen sind. Hätte man sich dennoch auf diese stille, eher satirische Seite konzentriert und die Charaktere mit mehr Liebe zum Detail ausgearbeitet, wäre aus Brautalarm vielleicht ein kleines, boshaftes Filmchen geworden, dass man sich gerne mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht anschaut, tatsächlich siedelt sich die Inszenierung, mit einem Hang zum Derben, aber geistig eher in den Ausläufern der Sex and the City-Welle an.
Der Film ist plapperig und dreht sich (im Kreis) stetig um Dinge, die prinzipiell nur Frauen interessieren. Anders war das zwar nicht zu erwarten. Allerdings sind selbst die Klischees in diesem Streifen derart überholt und oft bemüht, dass damit kaum jemand noch hinter dem Ofen hervorzulocken sein wird. Es sei denn, dass es wirklich noch ausreichen sollte, einen Film zu machen, in dem sich alles ums Heiraten dreht, und Abermillionen von Frauen weltweit laufen hypnotisiert wie Pavlov'sche Hunde in die Kinos.
Dass dies nicht passieren wird, war den Machern offensichtlich auch bewusst: Deshalb entschloss man sich, den sonst recht nivellierten Ton immer wieder mit (überraschenden) Ekelpointen zu durchbrechen. Und zugegeben: Das verhindert mit Sicherheit das Wegdösen des Publikums, doch es drängt sich anderseits die Frage auf, ob nun jede tempoarme, hundertfach gesehene Story, wenn sie nur ausreichend von Obszönitäten, kollektiven Kotzorgien und spontanen Darmentleerungen begleitet wird, sich in Zukunft automatisch für die große Leinwand empfehlen wird. Da sind richtige Bad-Taste-Comedys, die sich nicht erst ein Tarnmäntelchen überstülpen, eindeutig vorzuziehen; zumal sie insgesamt meist deutlich fetziger inszeniert sind - und man von Beginn an weiß, was es die nächsten anderthalb bis zwei Stunden hageln wird. Einziger Lichtblick in Brautalarm: dass die Protagonistin tatsächlich wie eine Frau ihres Alters und nicht, wie in Hollywood inzwischen landläufiger Trend, wie ein Botox-Zombie aussieht.  Weitere interessante Filme
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