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Super(Super, 2010)
| Dt.Start: |
nicht bekannt DVD: 27. Januar 2012
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Premiere: |
10. September 2010 (Toronto Film Festival, Kanada) |
| FSK: |
ab 18
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Genre: |
Action, Komödie |
| Länge: |
92 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Rainn Wilson (Frank D'Arbo / Crimson Bolt), Ellen Page (Libby / Boltie), Liv Tyler (Sarah Helgeland), Kevin Bacon (Jacques), Michael Rooker (Abe), Andre Royo (Hamilton), Sean Gunn (Toby), Stephen Blackehart (Quill), Don Mac (Mr. Range) |
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Regie:
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James Gunn |
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Drehbuch:
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James Gunn |
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 Inhalt
Nachdem seine Frau dem Charme eines hinterlistigen Drogendealers erliegt, wird Frank D'Arbo, ein durchschnittlicher, eher bemitleidenswerter Zeitgenosse, zum Superhelden Crimson Bolt. Doch anders als die meisten anderen Superhelden, besitzt Frank keinerlei übliche Spezialkräfte, die ihm im Kampf gegen das Verbrechertum unterstützen. Er dagegen besitzt großen Einfallsreichtum und bekommt zudem Unterstützung der leidenschaftlichen Comic-Leserin Libby. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Florian Lieb
Ähnlich wie Matthew Vaughn in Kick-Ass verliert sich James Gunn hier in seiner überstilisierten Gewaltdarstellung, deren Überreizung gleichermaßen Kritik und Hommage sein soll, in einem pseudo-realistischen Film, der dennoch realitätsfremd ist. Sträflichst wird verwechselt, dass Gewalt um der Coolness willen eher schlecht als recht funktioniert, was insbesondere in Verbindung mit der ebenso wenig überzeugend ausgearbeiteten Handlung, wo alle Figuren so agieren, wie es am Zuträglichsten ist, wenig überzeugen will. Großartig personifiziert von Ellen Page, deren Figur zugleich absurder Höhe- wie Tiefpunkt des Ganzen ist. Im Triumvirat der realen Superhelden-Filme ist damit der ebenfalls nur bedingt überzeugende Defendor noch der Cäsar unter den Konsuln.
Kurzkritik
von Matthias Pasler
Immer wieder passiert es, dass mehrere Filme sich zeitgleich einem Thema widmen. Der geneigte Zuschauer ist dabei irgendwie der Gewinner, er bekommt im besten Fall verschiedene Ansichten und Interpretationen der gleichen Idee. In diesem Fall bietet sich ihm eine Art Indie-Superheldenkomödie als Antwort auf Kick-Ass. Dabei ist Super irgendwie schwieriger, atmosphärischer und deutlich abgedrehter als seine Halbgeschwister. Abgedrehter weil die skurrilen Figuren, von Protagonist Frank über die völlig durchgeknallte Libby (gegeben von einer bestens aufgelegten Ellen Page!) bis hin zu Kevin Bacons Schurken wirklich alle einen an der Klatsche haben, dabei aber tatsächlich wie heruntergespielte Versionen klassischer Genrefiguren wirken. Atmosphärischer, weil Stil, Musik, Geschichte und Dialoge in sich absolut konsequent funktionieren und etwas sehr eigenes schaffen. Und schwieriger, weil die eine oder andere Tür aufgemacht wird, z.B. recht plastische Gewalt oder göttliche Botschaften, die den einen oder anderen ziemlich irritieren könnten. Spaß macht Super definitiv, wenn man sich auf ihn einlässt. Aber das muss man eben tun.
Kritik
von Kurt Meinicke
Mit Super präsentiert James Gunn seine ganz eigene Superhelden-Geschichte, welche - trotz vorhandener Parallelen zu Kick-Ass - ihren ganz eigenen Weg beschreitet. Dieser mit Rainn Wilson und Ellen Page optimal besetzte Film überzeugt mit einem gelungenen Mix aus Action-Komödie und Drama, herrlich absurden Ideen, vielen überraschenden Szenen und einem bis zum Schluss konsequent verfolgten Handlungsverlauf. Es mag sich zwar wie ein billiges Wortspiel anhören, aber Super kann durchaus als super bezeichnet werden!
Regisseur (Slither, The Tromaville Café) und Drehbuchautor (Scooby-Doo, Dawn of the Dead) James Gunn nahm sich zufälligerweise eines Themas an, welches zeitgleich auch als Grundlage für den sehr bekannten und erfolgreichen Kick-Ass diente: Was passiert, wenn sich ein mehr oder weniger normaler Mensch ein Superhelden-Kostüm anzieht, und damit auf Verbrecherjagd geht? Die Art und Weise, wie dieses Thema in diesen Filmen schlussendlich behandelt wurde, könnte dabei unterschiedlicher nicht sein. Wo Kick-Ass auf Hochglanz polierte und blutige Action innerhalb einer Komödie mit einem guten Schuss Gesellschaftskritik kombinierte, schmettert Super dem Zuschauer ein mit viel schwarzem Humor ausgestattetes Drama entgegen, welches in mehr als ein paar Momenten schwer schlucken lässt.
Frank D'Arbo (Rainn Wilson) ist ein unscheinbarer Koch, dessen Leben aus seiner Sicht bislang nur zwei perfekte Momente für ihn bereithielt. Als er dann seine Frau Sarah (Liv Tyler) an den Strip-Club-Besitzer und Drogenhändler Jacques (Kevin Bacon), welcher die ehemalige Drogensüchtige umgehend wieder in Richtung Sucht führt, verliert, hat er nur noch ein Ziel: Sarah wieder für sich zu gewinnen! Leider gelingt ihm dies aber nicht, weswegen er in eine tiefe Depression verfällt, bis ihn in einer denkwürdigen Szene der Finger Gottes berührt. Fortan fühlt er sich berufen, als Crimson Bolt das Verbrechen zu bekämpfen! Mit einer Rohrzange bewaffnet macht er sich ans Werk, und prügelt ohne Rücksicht auf Verluste auf alle Arten von Verbrechern ein. Egal ob Zuhälter, Kinderschänder, Drogendealer oder Vordrängler: Alle bekommen seinen Zorn mit aller Härte zu spüren! Im Kampf gegen Jacques und dessen Handlanger muss er dann aber einsehen, dass er es alleine nicht schafft, und so schließt er sich mit der Comic-Verkäuferin Libby (Ellen Page) zusammen. Es dauert nicht lange, und der Zuschauer muss sich ernsthaft fragen, wer hier denn nun für die Allgemeinheit eigentlich die größte Gefahr darstellt.
Wenn man ein paar seiner Troma-Werke gesehen hat, erkennt man sofort James Gunns Handschrift in der Inszenierung. Es gibt ein paar interessante und oftmals überraschende Regie-Spielereien, welche das Geschehen ein wenig auflockern können - zumindest dort, wo dies auch beabsichtigt ist. Doch auch in Sachen Drehbuch ist die Handschrift des Regisseurs unverkennbar, und so wird der Zuschauer auf einen teils absurden, teils ultra-brutalen Trip geschickt, der seinesgleichen sucht. Je mehr die Geschichte voran schreitet, umso mehr häufen sich die Momente, in welchen einem das Lachen gehörig im Hals stecken bleibt, wobei dies hier durchaus positiv gemeint ist, da der Zuschauer immer wieder dazu angeregt wird, über das soeben Gesehene nachzudenken! Dazu kommt ein fetziger Soundtrack, der das ganze Geschehen auch noch unterstreicht, und fertig ist das Werk, welches zwar Ecken und Kanten besitzt, aber dennoch ein rundes Gesamtbild abliefert.
Die Besetzung der beiden Hauptrollen kann man auch nur als ideal bezeichnen! Rainn Wilson (bekannt aus der US-Version der TV-Serie The Office und den Filmen Juno und The Rocker) beweist hier sehr eindrücklich, dass er neben seinem gewohnten Spiel durchaus auch in der Lage ist, dramatische Momente glaubhaft auf die Leinwand zu bringen. Dazu schafft er scheinbar mühelos den Spagat zwischen sensibler Memme und gefährlichem Soziopathen, als wäre es das Normalste der Welt. Hinzu gesellt sich die bekanntermaßen hochbegabte Ellen Page (Juno, Hard Candy, Inception, Whip It!), die offensichtlich gar nicht versagen kann, und dies in Super einmal mehr unter Beweis stellt. Einerseits stellt sie die ruhigen Facetten ihrer Figur gewohnt routiniert dar, und auf der anderen Seite wandelt sich ihr Charakter im Verlauf des Filmes zu einer vollkommenen Psychopathin, welche man ihr auch zu jeder Sekunde ohne Probleme abkauft! Ihr diabolisches Lachen hallt auch Stunden nach dem Film in den eigenen Gehörgängen nach, und es steht außer Frage, dass diese Frau abermals mit Herzblut bei der Sache war. Kevin Bacon (Hollow Man, Crazy, Stupid, Love) überzeugt ebenfalls, kommt aber vergleichsweise wenig vor, was bei seiner Leistung etwas schade ist. Genau umgekehrt sieht es bei Liv Tyler aus, welche mit ihrer blassen Darstellung einer stets blassen Frau glücklicherweise nur sehr wenig Leinwandpräsenz erhält.
Super ist in vielerlei Hinsicht ein irrer Trip! Zwar wird der Film allseits als Action-Komödie angepriesen, doch im Grunde überwiegen die melodramatischen Aspekte, welche im konstanten Wechselspiel mit ausufernder und explizit dargestellter Gewalt stehen. Diese Kombination ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch wer gerne an Oberflächen kratzt, um einen Blick auf die Hintergründe werfen zu können, dem sei diese etwas andere Superhelden-Geschichte wärmstens empfohlen. Man fühlt sich danach zwar nicht unbedingt super, aber zumindest um ein paar Denkansätze reicher!  Weitere interessante Filme
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