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Arthur Weihnachtsmann

(Arthur Christmas, 2011)

Dt.Start: 17. November 2011 Premiere: 11. November 2011 (UK)
FSK: o.A. Genre: Animation
Länge: 97 min Land: UK, USA
Darsteller: James McAvoy (Arthur), Hugh Laurie (Steve), Bill Nighy (Grandsanta), Jim Broadbent (Santa), Will Sasso (American James), Imelda Staunton (Mrs. Santa), Ashley Jensen (Bryony), Miggie Donahoe (Pedro)
Regie: Barry Cook, Sarah Smith
Drehbuch: Peter Baynham, Sarah Smith


Inhalt

Es gibt Ärger in der Familie Weihnachtsmann: Santa merkt nicht, wie sein ältester Sohn Steve beginnt, das Familienunternehmen an sich zu reißen und es ganz dem Kapitalismus anzugleichen. Auch Großvater Weihnachtsmann hat keine Hoffnung mehr. Doch der jüngste Sohn Arthur gibt nicht auf, er glaubt nach wie vor an die Tradition und versucht seinen Bruder aufzuhalten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Arthur Weihnachtsmann hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 74%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 73 für Arthur Weihnachtsmann

Gerade in den ersten 20 Minuten in Dänemark hat der Zuschauer die Hoffnung ein zweites Flutsch und Weg vor die Augen zu bekommen. Mit welch Witz und welch Detailverliebtheit dem Zuschauer gezeigt wird, wie zu Weihnachten die Geschenke verteilt werden, ist einfach nur herrlich und sicherlich bei der ersten Sichtung kaum in seinem Ganzen zu erfassen. Doch leider hält diese Gagdichte nicht über die komplette Spielzeit an. So beginnt doch irgendwann die Geschichte um den Sohn des Weihnachtsmannes, der das bei der Auslieferung einzig vergessene Kind doch noch beschenken möchte und damit viel Chaos anrichtet, sich zu ziehen. Dies ist dabei zwar weiterhin durchweg amüsant und nett anzusehen, jedoch gibt es nur noch selten humoristische Spitzen. Nichts desto trotz ein durchaus unterhalsamer und kurzweiliger Animationsfilm, der zumindest zu Beginn noch richtig zu begeistern weiß.

Kritik

von Andreas Jaschke
Arthur Weihnachtsmann hat eine Wertung von 75%
Der am Nordpol lebende Weihnachtsmann ist in seiner letzten Saison. Er will das Zepter abgeben. Dieses eine Mal noch, dann ist einer seiner Söhne dran. Doch welcher? Das ist für ihn offensichtlich keine Frage: der ältere Steve. Schließlich hat er den Betrieb in den letzten Jahren technisch aufgerüstet, und so läuft die vorweihnachtliche Geschenke- Verschickung schnörkellos und technokratisch. Damit hat der jüngere Sohn Arthur nichts am Hut. Verträumt beantwortet er in der Poststelle die vielen Briefe der Kinder. Doch dann passiert im Hochtechnologiezentrum das Unfassbare: Ein Geschenk geht verloren. Das heißt, ein Kind wäre Weihnachten ohne ein Geschenk! Das scheint aber nur Arthur richtig zu stören, und so macht er sich mit seinem Opa, dem Weihnachtsmann a. D. auf den Weg, mit dem alten Rentierschlitten! Das Geschenk muss rechtzeitig zur Kleinen, koste es, was es wolle!

Bild aus Arthur Weihnachtsmann Jedes Jahr kommt kurz vor Weihnachten eine Welle von einstimmenden Produkten auf uns zu. Oft schon im Oktober beginnend. Und die Filmbranche will natürlich auch ihre Bescherung haben. Und in diesem Grund ist Arthur Weihnachtsmann sicherlich auch geboren worden. Aber die Amerikaner schaffen es halt wieder mal, dass uns dies nicht so auffällt. Und das kommt nicht von Ungefähr. Zum Ersten ist da die Story. Sie ist sicher nicht die komplexeste, die es je gab, aber sie vereint auf hervorragende Art die Betrachtungsweise auf Weihnachten zu überprüfen und gleichzeitig die emotionalen Bedürfnisse der Hauptfiguren zu verstehen. Arthur will, dass alle Kinder berechtigt an den Weihnachtsmann glauben, ihm ist es nicht egal, wenn sich sein Vater hinter losen Phrasen versteckt. Und so geht es wieder mal um die Werte als solches. Und schon kann man sich, selbst als Erwachsener, diesen Film ohne Scham anschauen.

Als zweiten Aspekt, warum Arthur Weihnachtsmann lohnenswert ist, will ich seine handwerkliche Machart hervorheben. Die Animationskünstler verstehen halt ihr Handwerk. Der schmale Grat zwischen dynamischer Aktion und seelenloser Mimik und Gestik wurde hier sehr gut eingehalten. Es ist ein wahrer Bilderrausch, der aber besonders in den kleineren Szenen die Menschlichkeit der Figuren nie aus dem Auge verliert. Und die zahlreichen, liebevollen Details, welche zum Beispiel die Technokratie des Apparats des älteren Bruders Steve gegen die scheinbar gestrige Welt Arthurs und dessen Opas setzt, sind so toll umgesetzt, dass man sogar beim zweiten Mal noch etwas entdecken könnte. Oder auch die verschiedenen Umgebungen auf den jeweiligen Kontinenten. Vielleicht weiß der Film die Unterschiede in der Vermögensfrage nicht wirklich zu beantworten, doch er propagiert die Gleichheit der Weltenbürger.

Als letzten Punkt komme ich nun zu etwas, was die amerikanischen Animationen sowieso fast alle auszeichnet: einen ganz tollen, menschelnden Humor. Solch eine Fülle von kleinen Gags, sogar oft nicht mal prätentiös ins Bild platziert, ist schon toll. Allein schon der verschrobene Opa Weihnachtsmann, wie schlagfertig er doch seine schrägen Ansichten in die Welt posaunt. Dass sämtliche Tiere ebenfalls ein menschliches Bedürfnis untergejubelt bekommen, ist zwar nichts Neues, aber dann doch immer wieder nett anzuschauen.

Arthur Weihnachtsmann ist ein absoluter Familienfilm. Und strategisch bestens platziert, kommt er auch noch als erster Weihnachtsfilm dieser Saison in die Kinos. Wer sich lediglich angenehm berieseln lassen will, den traurigen Alltag vergessend, ist hier hervorragend aufgehoben. Kein Familienmitglied wird enttäuscht den Saal verlassen. Die Eltern: Glühwein danach nicht vergessen!



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