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About a boy oder der Tag der toten Ente

(About a Boy, 2002)

Dt.Start: 22. August 2002
DVD: 04. März 2003
Premiere: 26. April 2002 (UK)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 101 min Land: UK, USA, Frankreich
Darsteller: Hugh Grant (Will), Toni Collette (Fiona), Rachel Weisz (Rachel), Sharon Small (Christine), Madison Cook (Imogen), Nicholas Hoult (Marcus), Jordan Cook (Imogen), Nicholas Hutchison (John), Ryan Speechley (Barney), Joseph Speechley (Barney), Nat Gastiain Tena (Ellie), Laura Kennington (Ellies Freund), Tanika Swaby (Ellies Freund), Peter McNicholl (Ellies Freund), Christopher Webster (Ellies Freund)
Regie: Chris Weitz, Paul Weitz
Drehbuch: Nick Hornby, Peter Hedges


Inhalt

Will ist 36 und hat in seinem Leben noch nie für sein Geld gearbeitet. Er ist ein egozentrischer Aufreißer, der sein Glück mit den Frauen aus der "SPAT"-Gruppe sucht, wo er auch auf den 12-jährigen Marcus trifft, der von seiner Hippie-Mutter ihren Lebenstil aufgezwungen bekommt. Zuerst will Will nichts mit Marcus zu tun haben, doch dann sieht er, wie sie sich zu beiderseitigem Nutzen arrangieren können.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

About a boy oder der Tag der toten Ente hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 82%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Tobias Wunsch
About a boy oder der Tag der toten Ente hat eine Wertung von 82%

Bild aus About a boy oder der Tag der toten Ente Nach Fever Pitch und High Fidelity kommt nun die dritte Adaption eines Romans von Nick Hornby in die Kinos. Die Produktion übernahm die Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück-Erfolgsschmiede "Working Title" und setzte mit Hugh Grant auf einen prominenten Hauptdarsteller, der vor die Aufgabe gestellt wurde, einen nie über das Teenagealter hinausgekommene Mitdreißiger zu mimen. Hierbei wurde ihm Nicolas Hoult, der den 12-jährigen Marcus spielt, an die Seite gestellt. Die Regie wurde den Weitz-Brüdern aufgetragen. Will verdient sein Geld mit den Tantiemen, die von einer Komposition seines Vater, "Santa's Super Sleigh", herrühren. Er trägt die neueste Mode, weiß welche Musik gerade angesagt ist, und verhält sich auch sonst wenig erwachsen. Er unterhält eine Kurzbeziehung nach der anderen und lässt seine Partnerin jedesmal wieder fallen, schaut stundenlang stumpfsinnige TV-Shows an und geht den halben Tag shoppen. Kurzum, er führt ein Leben von völligem Luxus. Dennoch und trotz der Tatsache, dass Will ein hoffnungsloser Egozentriker ist, schafft es Hugh Grant in einer seiner besten Rollen, diesem Will Freeman sympathische Charakterzüge zu verleihen, die er in der Romanvorlage nur bedingt hat.

"Working Title", die mit Notting Hill und zuletzt Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück große Erfolge zu verzeichnen hatten, trafen schon im Vorfeld offensichtlich die richtig Entscheidung: die Verpflichtung der Gebrüder Weitz, Chris und Paul, die mit American Pie ihren größten Erfolg verbuchen konnten. Die beiden haben es letztlich nicht nur geschafft, den Roman adäquat umzusetzen, nein, es ist ihnen sogar gelungen einige Schwächen des Buchs wettzumachen. Zunächst kreierten sie aus den vielen einzelnen Kapiteln im Buch eine flüssige Erzählweise, die ohne die vielen Perspektivenwechsel zwischen Will und Marcus auskommt. Zudem verlagerten sie das Geschehen in das Hier und Heute, das somit nicht in den frühen 90er Jahren spielt. Das unbefriedigende Ende des Buches ersetzte man durch ein neues; ohne zu viel verraten zu wollen, nur so viel: Grant bekommt hier mit seinem Alter Ego Will seinen großen Auftritt und wirft all seine Prinzipien über Bord, um Marcus zu unterstützen. Chris und Paul Weitz haben es auch geschafft ihrem Film eine eigene Optik zu verpassen, welche ein ums andere Mal überrascht. In den teils subtil gewählten Einstellungen bringen sie die Charakteristik der Hauptpersonen auf den Punkt. Somit löst sich About a boy oder der Tag der toten Ente von der Gruppe der typischen britischen Komödien der letzten Jahre und stellt eine Klasse für sich dar.

Das eigentliche Glanzstück des Films stellen aber die brillanten Hauptpersonen dar, allen voran Will Freeman, der von Hugh Grant glänzend verkörpert wird. Seine Kommentare aus dem Off sorgen nicht zuletzt für die komödiantischen Highlights des Films, wie etwa wenn er von den verschiedenen Phasen seines Tagesablaufs erzählt. Grant gelingt es brillant, dem Zuschauer diesen eigentlich unleidlichen Will näher zu bringen, sodass er trotz des Egoismus', den er versprüht, Sympathiepunkte beim Publikum erringen kann. So ist es einfach zu komisch, wie er sich in die SPAT-Gruppe (Single Parents Alone Together) begibt, um unter den allein erziehenden Müttern nach "aufreißbaren" Objekten zu suchen, und deshalb einen Sohn erfindet. Dass es diesen Sohn, "Ned", nicht gibt, findet einzig und allein Marcus heraus. Dies muss er seiner Mutter erzählen, als diese ihm keine andere Wahl lässt. So entsteht ein Fluss an genretypischen Verstrickungen, Missverständnissen, Versöhnungen. Dabei macht Nicolas Hoult seine Sache als Marcus durchaus gut, verleiht seiner Figur allerdings nicht die charakterliche Tiefe, wie es sein Alters- und Schauspielkollege Haley Joel Osment tut. Dafür passt Toni Collette als Marcus' selbstmordgefährdete Mutter, deren Geschmack an Scheußlichkeit kaum zu überbieten ist, umso mehr wie die Faust aufs Auge. Besonders köstlich zeigt sich dies, wenn sie mit Marcus ihre "Killing me softly"-Gesangsstunde einlegt, und Will zusehen bzw. zuhören muss. Bis auf diese musikalischen Entgleisungen steuert der Soundtrack einiges zur Atmosphäre des Film bei. Alles in allem präsentiert sich About a boy oder der Tag der toten Ente als clevere Komödie, die zu den herausragenden Kinoerlebnissen dieses Sommers gehört.



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