Nachdem sowohl die Darstellerriege als auch der Trailer fast schon eine gewisse Euphorie bei Freunden des Independent RomCom Genres auslösen dürften, entpuppt sich das Gesamtpaket jedoch als kleine Enttäuschung. Trotz einiger guter Momente mögen die einzelnen Teile nur selten zusammenpassen und ergeben am Ende leider nur ein durchschnittliches Allerweltsprodukt, das schnell wieder in Vergessenheit geraten wird.
Mit zwei Jahren Verspätung hat nun auch Matt Asoltons Regiedebüt Gigantisch seinen Weg in die deutschen Videotheken gefunden. Die Voraussetzungen waren eigentlich perfekt: Der Trailer kann begeistern; das Cast liest sich für eine Independent Love Story hervorragend und auch die Geschichte scheint schrullig genug, um Genreliebhaber überzeugen zu können.
Eigentlich sollte Happy, die eigentlich Harriet heißt, nur die von ihrem reichen Vater ausgewählte Matratze begutachten, doch kaum liegt sie Probe, schläft sie im Matratzenladen des Verkäufers Brian ein. Vom ersten Moment hat der junge Mann, dessen größter Traum es ist, ein chinesisches Baby zu adoptieren, sich in das Mädchen verliebt und trifft sich fortan des Öfteren mit der etwas verschrobenen Frau. Dabei vergisst er hin und wieder, dass ihm seit geraumer Zeit ein Obdachloser auflauert, der kaum eine Gelegenheit auslässt, sich hinterrücks an ihn heran zu schleichen und ihn zu verprügeln.
Im Grunde hat Gigantisch alles, was es für eine gute Independent-Lovestory braucht: Schräge Charaktere, etwas kruder Humor, einige Running Gags sowie eine Liebesgeschichte abseits des Mainstreams. Obwohl einzelne Szenen durchaus gelungen sind, mag das Gesamtpaket nicht funktionieren. Fast schon zu viele Ideen packt Asolton in seinen Film, die dann oftmals nicht mehr aufgegriffen werden und den Zuschauer somit gelegentlich hilflos zurück lassen. Manchmal hat man zudem das Gefühl, dass der Regisseur seine Klientel nicht kennt. So stehen den wunderbar bösen Gags von Happys Vater der etwas freizügigere Humor, beispielsweise sei der Besuch in einem chinesischen Massagelokal genannt, entgegen. Auch die Nebenstorys um den gewalttätigen Obdachlosen oder auch die aufgesetzt wirkende Beziehung zwischen Happy und ihrer Mutter wollen nicht in das Gesamtbild reinpassen.
Glücklicherweise kann sich Asolton auf seine Darsteller verlassen, die ihm über weite Strecken die Kohlen aus dem Feuer holen. Paul Dano darf erneut seine depressive Little Miss Sunshine-Mine aufsetzen, während Zooey Deschanel mit ihrer fast schon einmaligen Art, jedes männliche Wesen in nur wenigen Sekunden um den Finger wickeln kann. Das Highlight des Filmes ist jedoch John Goodman, der mit nahezu jedem Satz oder besser gesagt schon jeder Mimik einen Lacher erntet. Als etwas unglücklich erweist sich hingegen der Auftritt von Hangover-Star Zach Galifianakis, der als gewalttätiger Obdachloser nur durch seine Ausstrahlung die Möglichkeit hat, Akzente zu setzen.
Auch wenn man die richtigen Zutaten besitzt, heißt das noch lange nicht, dass das Endprodukt für Begeisterung sorgen kann. Leider ist Gigantisch eher ein Negativbeispiel, macht es doch zu wenig aus seinen Zutaten, vergreift sich dabei auch ab und an einmal im Geschmack und kann nur Stückweise für gelungene Momente sorgen.