Vor einigen Jahren hat Johnny English scheinbar bei einem Einsatz in Schwarzafrika versagt. Seitdem hat er sich in ein tibetanisches Kloster zurückgezogen. Doch mit neuer Kampfkunst gestählt, erhält er einen neuen Auftrag und kann so versuchen, sich wieder eine "weiße Weste" zu beschaffen. In Hong Kong soll er einen ehemaligen Agenten aufspüren, welcher um das Geheimnis eines Anschlags auf den chinesischen Präsidenten weiß, der während eines britisch-chinesischen Gipfeltreffens stattfinden soll. Zusammen mit dem ihm zugestellten Eleven Tucker und der Verhaltenspsychologin Quartermain kommt er einem internen Komplott des MI 7 auf die Spur. Diese Verräter in den eigenen Reihen haben wohl auch mit dem missglückten Auftrag in Afrika zu tun. Kann English das Attentat verhindern? Und sogar noch die große Liebe finden?
Nunmehr schon wieder acht Jahre ist es her, seit uns der trottelige Agent Johnny Englisch die Lachmuskeln strapazierte. Dieser von Rowan Atkinson verkörperte Geheimagent wurde deshalb auch von etlichen schmerzlich vermisst. Nun hat sich aber seitdem mit der Neueinführung des "Originalagenten" James Bond und Filmen wie der Bourne-Trilogie das Genre des Agenten-Thrillers kräftig geändert. Und als sich die Produzenten des ersten Johnny English-Filmes überlegten, wie man nun dagegen steuern kann, taten sie das aus meiner Sicht Richtige: weniger ist mehr. Die technischen "Mätzchen" halten sich in Grenzen, und man könnte beinahe von einer normalen Agentenstory reden. Mit einem Maulwurf, gegenseitigen Verdächtigungen, aber eben auch, wie schon eingangs angedeutet, mit einer Liebesgeschichte als zusätzliche Note.
Besonders hier zeigt sich die tolle Ambivalenz der Figur, hin- und herschwankend zwischen der Coolness, die der Superagent mitbringen muss, und der Tollpatschigkeit, welche wir einfach von English erwarten. Und dieses "back to the roots" ist es in all seinen Facetten, das mich so wohltuend überrascht hat.
Allerdings muss ich dazu ganz klar sagen: Wenn die Witze nicht größtenteils so gut wären, hatte das auch nichts genutzt. Ich habe lange nicht mehr so lauthals lachen können, denn mit welcher Verve die Gags herkommen, ist schon Klasse. Vor allen Dingen ist hervorzuheben, dass sich erstaunlicher Weise die Gags längst nicht immer aufdrängen, oft sogar optisch nebenbei präsentiert werden, und man sie so als Zuschauer entdeckt. Natürlich gibt es auch den Holzhammer-Humor, doch dessen Fehlen würde auch die meisten Fans enttäuschen. Das man mit heiligen Kühen der britischen Kultur (wie zum Beispiel der Queen) so herrlich selbstironisch umgeht, fand ich zudem ebenfalls wieder lobenswert.
Freilich hätte man an der Story noch etwas feilen können, um sie einzigartiger zu machen, aber bei solch einem Film finde ich das manchmal gar nicht so notwendig. Und auch, dass immer wieder der "Bean" bei Rowan Atkinson durchkommt, stimmt. Aber bei wie vielen "großen" Mimen gilt Ähnliches? Und schließlich hat man mit Gillian Anderson (Akte X) eine herrlich humorlose Chefin kreiert, welche ihrem eisernen Image frönt, und mit Rosamund Pike nicht nur eine hervorragende Darstellerin als Englishs angehimmelte Liebe, sondern zudem noch eine originale Bond-Schauspielerin gefunden. Apropos Bond-Darsteller: Den in den Medien vielfach als Bestandteil des Films aufgeführten "echten Bond" Pierce Brosnan konnte ich nicht entdecken. Schade.
Fazit: Jeder, der anderthalb Stunden gute Laune haben möchte, sollte unbedingt in diesen Film gehen. Die Gags sind fast alle sehr gut, und vor allem richtig gesetzt. Die flotte, aber recht einfache Handlung ist solide, glaubwürdig und nicht übertechnisiert. Rowan Atkinson spielt seine Figur stilsicher ein zweites Mal durch und wird von anderen tollen Schauspielern unterstützt. Für Bean-Fans ist der Film sowieso ein Muss. Und das Warten auf die echten Geheimagenten wird so vergnüglich abgekürzt.