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Freunde mit gewissen Vorzügen

(Friends with Benefits, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

61%



Inhalt

Dylan und Jamie sind sich einig: Beziehungen bringen nichts als Probleme mit sich. Obgleich voneinander angezogen, beschließen die beiden deshalb, lediglich gute Freunde zu werden. Jedoch 'Freunde mit gewissen Vorzügen', um nicht auf den gemeinsamen Sex verzichten zu müssen. Es scheint der perfekte Kompromiss, doch recht bald müssen beide feststellen, dass sie ihre Gefühle nicht ewig unterdrücken können.

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Freunde mit gewissen Vorzügen

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

67%

Dass Mann und Frau weder miteinander noch ohneeinander können, wissen Cineasten spätestens seit Harry und Sally. Die Komplexität des Balzverhaltens geschlechtsreifer Erwachsener einzufangen, müht sich Freunde mit gewissen Vorzügen zwar nicht, dafür wartet er mit schrägen Arrangements auf. Jamie und Dylan versuchen sich daran, miteinander ins Bett zu gehen und dabei Freunde zu bleiben. Auch wenn das Motiv nicht neu ist, gelingt es dem Film auf der Teilstrecke mit leicht rauem Charme und kleinen frech-frivolen Einlagen zu punkten. Der Rest ist aber nicht mehr als passabel konfektionierte Komödienware von der Stange.

Bild aus Freunde mit gewissen Vorzügen Auf eine RomCom, die das Rad neu erfindet, wird man wohl noch eine Weile warten müssen. Freunde mit gewissen Vorzügen ist diesbezüglich keine Ausnahme, trotzdem wird man zumindest die Hälfte des Films lang das Gefühl nicht los, dass das Credo von Regisseur Will Gluck war: Dies ist keine RomCom. Trotz dieser heimlichen Ankündigung, finden sich im Zentrum dieser vermeintlichen Anti-RomCom allerdings zwei gutaussehende junge Singles.

Sowohl die New Yorker Headhunterin Jamie (Mila Kunis) als auch der aufstrebende Kreativdesigner Dylan (Justin Timberlake) mit Wohnsitz San Francisco sind mit dem Thema Beziehung gerade durch. Ihr Zusammentreffen ist ohnehin beruflicher Natur: Jamie hat den Auftrag, Dylan nach New York als Kreativchef eines großen Lifestylemagazins zu holen. Dylan ist zwar vom Big Apple nicht gerade übermäßig angetan, dennoch ergreift er die Chance. Völlig fremd in der Millionenmetropole fragt er Jamie, ob sie ihm nicht ein paar interessante Locations zeigen kann. Alles selbstverständlich auf rein freundschaftlicher Basis. Mit der Zeit erzeugt die viele Zeit, die die beiden miteinander verbringen, aber eine gewisse Intimität.

Eines Abends, beide leicht angetrunken, entgleitet das Gespräch Richtung Sex. Beide stellen fest, dass ihnen diese gewisse Sache durchaus fehlt. Was liegt also näher, als die glorreiche Idee, ein Arrangement zu treffen, das Beischlaf beinhaltet, allerdings ohne Gefühle, so dass ihre Freundschaft davon unangetastet bleibt. Eine Zeitlang scheint diese Vereinbarung sogar zu funktionieren, doch bei der Annahme, Sex könne auf Dauer vonstattengehen, ohne dass sich (störende) Emotionen einstellen, sind schon einige gescheitert.

Unverkennbar ist die Nähe von Glucks Freunde mit gewissen Vorzügen zu Ivan Reitmans Freundschaft Plus, in dem Kunis' Black Swan-Kollegin Natalie Portman an der Seite von Ashton Kutcher spielte. Allerdings gibt sich Glucks Film über weite Strecken etwas widerspenstiger, was einen leicht kratzbürstigen Charme hinein bringt. Hinzu gesellen sich ein paar kleine Frivolitäten, die meist mit den Bettszenen einher gehen. Diese sind zwar alles andere als atypisch amerikanisch und insgesamt nicht gerade vor Originalität übersprudelnd, mit etwas Frechheit gelingt es aber, das Ganze nicht hölzern wirken zu lassen. So ansehnlich allerdings Kunis und Timberlake für die jeweilige Zielgruppe sein mögen, einige Zeit der Horizontalgymnastik wäre durchaus sinniger in echte Handlung investiert worden.

Wirklich weit trägt das dünne Storygerüst von Freunde mit gewissen Vorzügen schließlich nicht. Glücklicherweise fangen das die Darsteller aber meist wieder auf. Kunis beweist, dass ob Drama oder Komödie sie sich auf jedem Parkett sicher bewegen kann. Und die Timberlake-Community bekommt Gelegenheit, sich an ihrem Idol sattzusehen. Selbst wenn man kein ausgesprochener Timberlake-Fan ist, wird man aber zugeben müssen, dass er seine Sache sehr ordentlich macht. Die wahren Highlights sind allerdings die kultigen Nebendarsteller: Patricia Clarkson in der Rolle als Jamies leicht abgewrackte und männerverschlingende Mutter, der man durchaus mehr Raum hätte geben müssen; Richard Jenkins als Dylans an Demenz leidender Vater, der zum Dinner im Restaurant gerne mal die Beinkleider ablegt; und dem schreiend schrägen Woody Harrelson als Gay-Sportredakteur.

Dass dies alles dennoch nicht das Komödien-Rädchen neu zu erfinden vermag, braucht kaum betont werden. Zumal der Film in seiner zweiten Hälfte mehr und mehr in die üblichen Klischeeraster verfällt. Dabei ist vieles plötzlich vergessen, was zu Beginn richtig gemacht wurde. Wirkten die Streiflichter und Impressionen New Yorks noch wie der Versuch einer kleinen Hommage an die Stadt, wird das im Verlauf völlig fallengelassen. Und der leicht raue Charme verflüchtigt sich zusehends zugunsten des schmachtvollen Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Störend bemerkbar macht sich ebenfalls, wie der fabelhafte Richard Jenkins geradezu für ein paar bemühte Dramaelemente fast schon verheizt wird. Dabei verdankt der Film gerade seinem Auftritt einige der wenigen menschelnden Glanzlichter.

Was bleibt ist ein Film, der trotz allem recht gut zu unterhalten vermag, wenn man sich seinem Takt und Rhythmus hingibt. Glücklicherweise wurde darauf geachtet, kaum Leerlauf entstehen zu lassen. Das verhindert, dass man beispielsweise über die (Nicht-)Vorhersehbarkeit des Richtungswechsels der Handlung ernstlich nachzudenken beginnt oder gar den Plot an sich hinterfragt.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

54%

Nachdem Will Gluck in Einfach zu haben schon aus einem qualitativ meist schwachen Genre, dem Teeniefilm, einen Hauch Originalität herausholen konnte, waren die Hoffnungen groß, dass ihm dies nun auch mit der handelsüblichen RomCom gelingen würde. Zu Beginn scheint sich das zu bestätigen, macht er sich doch über die Banalität des Genres lustig (herrlich der Film in Film mit Jason Segel), ist dabei schön geschwätzig und wirkt irgendwie anders. Dazu gibt es noch einen guten Cast, ein wunderbar harmonierendes Hauptdarstellerduo (sogar Mila Kunis kann überzeugen), einige nette Gastauftritte, sowie Anspielungen auf Glucks vorherigen Film. War Einfach zu haben noch eine charmante Hommage an den John Hughes Film, macht Will Gluck hier den großen Fehler sich die Standard-RomComs zum Vorbild zu nehmen und so wirkt gerade die Veralberung des Genres im ersten Drittel leider absolut unglaubwürdig, wenn er die restliche Spielzeit wie eine 08/15-RomCom ablaufen lässt. So zieht sich das Ganze von Minute zu Minute mehr und letztendlich macht der Abschluss auch noch den an sich gelungenen Beginn madig. Schade.



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Freundschaft Plus
Dt. Start: 17. Feb 2011
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