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Mord nach Plan

(Murder by Numbers, 2002)

Dt.Start: 27. Juni 2002
DVD: 12. Dezember 2002
Premiere: 19. April 2002 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Thriller
Länge: 120 min Land: USA
Darsteller: Sandra Bullock (Cassie Mayweather), Ryan Gosling (Richard Haywood), Michael Pitt (Justin Pendleton), Agnes Bruckner (Lisa), Chris Penn (Ray), R.D. Call (Rod), Ben Chaplin (Sam Kennedy), Tom Verica (Al Swanson), Krista K. Carpenter (Olivia Lake), Joe La Piana (FBI Agent)
Regie: Barbet Schroeder
Drehbuch: Tony Gayton


Inhalt

Die beiden High School Schüler Richard und Justin, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten, vereint die gemeinsame Idee, einen perfekten Mord zu planen und in die Tat umzusetzen. Doch als es schließlich so weit ist, finden sich die zwei mit der cleveren Polizeibeamtin Cassie Mayweather konfrontiert und die verwickelt die beiden in ein Verhörspielchen dem sie nicht gewachsen sind.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mord nach Plan hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 32%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Brendel
Mord nach Plan hat eine Wertung von 32%

Es gibt da einen Film, der handelt von zwei Jugendlichen, die aus reinem Interesse heraus einen Mord begehen, um sich selbst zu beweisen, daß sie als Mitglieder der elitären Gesellschaft moralisch dazu berechtigt und aufgund ihres brillanten Verstandes dazu in der Lage sind, ein solches Verbrechen durchzuführen, ohne dafür belangt zu werden. Doch eine ihnen nahestehende Person schöpft Verdacht und verwickelt die beiden in ein psychologisches Verwirrspiel, aus dem sie letztendlich als Verlierer herausgehen. Dieser Film heißt Cocktail für eine Leiche und ist wie so ziemlich alles von Altmeister Hitchcock ein kleines Meisterwerk. Psychologisch dicht, spannend erzählt, hervorragend gespielt und außerdem auch noch innovativ in Szene gesetzt, präsentierte sich Cocktail für eine Leiche damals als Film, der sowohl formal als auch inhaltlich zu überzeugen wußte. Warum erzähle ich das? Kamen wir etwa kürzlich in Genuß, diesen wunderbaren Klassiker mal auf der großen Leinwand zu sehen? Weit gefehlt. Dafür hatten wir das zweifelhafte Vergnügen, eine Art Remake des Filmes namens Mord nach Plan begutachten zu dürfen und leider konnte diese neue Version der Geschichte nicht einmal ansatzweise überzeugen.

Mord nach Plan handelt von zwei Schülern, die es sich zur Aufgabe machen, den perfekten Mord zu begehen. Als Gründe dafür schneidet der Film einige Dinge an, ohne sich allerdings ernsthaft mit der durchaus wichtigen Frage nach den Motiven für diese Tat zu beschäftigen. Schien den Autoren offensichtlich nicht so wichtig zu sein. Interessanter ist jedoch die Tatsache, daß die beiden Teenager trotz akribischer Vorbereitung (die demonstrative Beseitigung zweier Bücher zum Thema Verbrechensaufklärung sagt alles) bei der Ausübung der Tat dilettantische Fehler begehen, die ihnen einen Platz in der Hall of Fame der dümmsten Verbrecher der Welt sichern dürften. Da laufen die doch glatt ohne mit der Wimper zu zucken am hellichten Tag in voller Schutzanzugmontur zum Haus des potentiellen Opfers, hinterlassen wunderschöne Fußabdrücke und kotzen auch noch demonstrativ neben die Leiche (absolut herrlich fand ich in dem Zusammenhang, daß die Konsistenz des Erbrochenen den Kreis der Verdächtigen praktisch auf eine einzige Person einengt. Es geht nicht geiler.). In ihrer unendlichen Arroganz legen die zwei auch noch Spuren, welche die Polzei direkt zu ihnen bzw. in ihre Nähe führen, nur um die Ermittlungen in diesem Fall hautnah mitzubekommen und sich nochmal zu beweisen, was für abgebrühte Burschen sie doch sind.

Doch da beim Morddezernat der amerikanischen Gesetzeshüter nur Vollidioten arbeiten, kommt den Jungs natürlich kein Mensch auf die Schliche und so läuft alles exakt so wie es die zwei Masterminds ausgklügelt haben. Doch halt. Eine winzige Kleinigkeit konnten die beiden bei ihrem genialen Coup nicht vorhersehen. Auftritt Cassie Mayweather (Sandra Bullock) - Der abgewrackte Supercoup. Endlich wird klar, weshalb sich der Zuschauer mit ewigen Rückblenden über Cassies tragische Vergangenheit herumschlagen mußte. Cassie kann sich in die Situation hineinversetzen. Cassie hat die nötige Portion Intuition, um diesen schwierigen Fall aufzuklären. Entgegen den Anweisungen ihrer vorgesetzten rollt Cassie den Fall nochmal auf und macht sich auf eigene Faust drauf und dran, den beiden Kriminellen das Handwerk zu legen. Also ohne Frage eine noch nie dagewesene und absolut originelle Storywendung, wie sie in der Geschichte des Thrillers ihresgleichen sucht. Eines sei gesagt, diese Frau ist einfach der Wahnsinn, sieht sie doch Dinge, die andere Polizisten in hundert Jahren nicht entdecken würden. Es folgt eine unglaublich spannende (gähn) Serie von psychologisch ausgefeilten (grins) Konfrontationen zwischen Cassie Spürnase und den zwei Verdächtigen, in Zuge deren sich Cassies Verdacht nach und nach erhärtet. Doch auch unser Supercop stößt schließlich an ihre Grenzen und so würde es selbst ihr nicht gelingen, das spektakulärste Verbrechen seit dem großen Postraub aufzuklären, wenn sich die zwei Genies nicht plötzlich wegen irgendeiner Nichtigkeit streiten und sich gegenseitig ans Messer liefern würden. Was für ein Glück. Halleluja. Das ganze endet schließlich in einem spektakulären Showdown, welcher uns noch einmal gekonnt vor Augen führt, wie wichtig der gekonnte Einsatz von Stunddoubles und Blue Box in der heutigen Zeit doch ist.

Neben den klischeehaften Charakteren, der dümmlichen Story und dem völligen Fehlen von Spannung und Glaubwürdigkeit, hat mich jedoch vor allem eines gestört: Autor Tony Gayton hat sich zu Beginn des Film dazu entschlossen, die Geschichte sowohl aus der Sicht der Täter, wie auch aus der Sicht der Ermittler zu schildern. Damit liegt der Schwerpunkt der Geschichte nicht auf der eigentlichen Aufklärung des Verbechens, denn darüber weiß der Zuschauer ja ohnehin bescheid, sondern einzig und allein auf den Figuren, ihren Beziehungen zueinander, ihren Interaktionen, ihren Beweggründen und Motivationen, den Dialogduellen zwischen ihnen. Genau da versagt der Film am aller meisten. Zu allem Überfluß will Gayton uns Zuschauer am Ende auch noch mit einer überraschenden Wendung schockieren und bleibt somit nicht einmal seiner ursprünglichen Linie treu, die Ereignisse von vornherein offen zu legen und sich auf die Pychologie seiner Figuren zu konzentrieren. Sandra Bullock ist sichtlich bemüht, den gebrochenen Cop zu geben, wobei ihre Darstellung im Verlauf des Films immer wieder zwischen überzeugend nuanciert und unglaubwürdig, aufgesetzt wechselt. Na gut, gestehen wirs uns ein, sie kanns einfach nicht besser. Zumindest gibt sie sich Mühe. Die beiden mordenden Teenager werden von den Nachwuchsschauspielern Ryan Gosling (Inside a Skinhead) und Michael Pitt (Bully) dargestellt und während mir Gosling in seiner Rolle eigentlich recht gut gefiel, ging mir Pitt mit seiner übertrieben sensiblen Art und seinem Knautschgesicht bereits von der ersten Minute an gegen den Strich. Wie soll ich jemandem, der so aussieht, als könne er sich nicht einmal selbst die Schuhe binden, die Planung und Durchführung eines perfekten Mordes abnehmen? Völlig verschenkt war meines Erachtens die Rolle, die Ben Chaplin inne hatte, da der Film auch wunderbar ohne diese Figur ausgekommen wäre. Alles in allem ist Mord nach Plan ein mehr als unterdurchschnittlicher Thriller, der in keinem Bereich auch nur halbwegs überzeugen kann und im Vergleich zu seinem selbsternannten Vorbild aus dem Hause Hitchcock leider als völlig blamabel bewertet werden muß.



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