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Aitch

(Aitch, 2011)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 22. Februar 2011 (Österreich)
FSK: nicht bekannt Genre: Mystery, Kurzfilm
Länge: 23 min Land: Österreich
Darsteller: Swen Mai (Tom), Andreas Konzack, Thomas Landl (Polizist)
Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Adrian Goiginger


Inhalt

Die Drogen hatten Tom lange Zeit im Griff, bis er es endlich schafft, von ihnen loszukommen. Nachdem er clean wurde, konnte er sich ein normales Leben aufbauen. Als Tom allerdings ein einziges Mal schwach wird und einen Rückfall erleidet, sollte das sein Leben viel mehr verändern.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Aitch hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 68%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Aitch hat eine Wertung von 68%
Ein Junkie hat während eines Rückfalles erhebliche Schuld auf sich geladen und so nicht nur sein Leben ruiniert. In einem düsteren Verhörraum sieht er sich nun einem unheimlichen Herren gegenüber, der ihn mit seinem Versagen konfrontiert. Der neue Kurzfilm des österreichischen Jungregisseurs Adrian Goiginger bietet vielleicht nicht den innovativsten Ansatz, ist aber insgesamt gelungen und technisch überzeugend umgesetzt. Ein sehenswerter Kurzfilm, auch wenn einige Schwächen den Gesamteindruck schmälern.

Bild aus Aitch Mit seinem neuen Kurzfilm lässt Adrian Goiginger, der 2010 im Alter von 18 Jahren mit seinem soliden Spielfilmdebüt Unforgettable auf sich aufmerksam machte, von der ersten Minute keinen Zweifel daran, dass inzwischen in seinem filmischen Schaffen eine deutliche Entwicklung stattgefunden hat. Hat man bei Unforgettable immer im Hinterkopf, dass es sich um eine Amateurproduktion handelt, macht Aitch hingegen einen insgesamt sehr professionellen Eindruck. Die Bildqualität bewegt sich auf einem zeitgemäß hohem Niveau, die Ausleuchtung des Verhörraumes ist sehr gut gelungen und sowohl Kamera als auch Schnitt wissen durchgehend zu überzeugen. Einzig der Ton wirkt zwischenzeitlich etwas unausgewogen abgemischt, was aber nur selten stört und verzeihbar ist.

Darstellerisch ist Aitch insgesamt überzeugend. Im Wesentlichen gibt es zwei Hauptakteure: Der eine, ein junger, abgewrackter Mann; ein Junkie wie der Zuschauer recht bald erfährt. Der andere, eine düstere Gestalt im Anzug mit einem einprägsamen Charaktergesicht; eine Figur, die auch ein Agent aus Matrix sein könnte. Die wenigen Nebenfiguren haben nur sehr kurze, zweckmäßige Auftritte und fallen insgesamt nicht weiter auf. Mit der Wahl seiner Darsteller hat Goiginger einen guten Griff getan: Der Junkie wird überzeugend von Swen Mai, der schon in Produktionen wie SOKO Köln Erfahrungen vor der Kamera sammeln konnte, gespielt und sieht auch recht authentisch aus. Mit dem schauspielerfahrenen Andreas Konzack (Kopf oder Zahl), bietet Aitch einen Darsteller, der einerseits extrem charakteristisch und auf den ersten Blick wie für die Rolle geschneidert wirkt, mit der Zeit jedoch so überladen agiert und konstruiert spricht, dass es recht bald anstrengend, fast schon nervig wird. Auch wenn die Figur sicherlich kühl und unnahbar wirken sollte, erkennt man recht schnell das hölzerne Spiel Konzacks und so gelingt es ihm auch nicht, mit seiner unheimlichen Mimik die Bedrohlichkeit seiner Figur über die gesamte Dauer aufrecht zu erhalten. Zwar ist er optisch eine Idealbesetzung, schauspielerisch allerdings nicht durchgehend überzeugend.

Insgesamt wären auch ein paar weitere Szenen aus dem Drogenkonsumentenleben des Verhörten interessant gewesen und hätten dem Film mehr Abwechslung und Tiefe verschafft. Stattdessen wurde sich gewissermaßen auf das Nötigste konzentriert. Die drei Szenen außerhalb des Verhörzimmers, sind allerdings, abgesehen vom Ende, überzeugend und besonders die eigentliche Schlüsselszene ist sehr intensiv und besonders durch den guten Musikeinsatz als rundum gelungen zu bezeichnen.

Unglücklicherweise verdirbt sich Aitch ein wenig selbst durch eine etwas ungeschickte Auflösung der ohnehin schnell vorhersehbaren Identität des Verhörers. Letztlich vertut der Film leider auch sein Ende, indem er versucht, eine unpassende Tiefgründigkeit zu kreieren, die so gar nicht zum Gesamtkonzept passen will und viel zu gewollt wirkt. Alles in allem ein wirklich gelungener Kurzfilm auf ordentlichem Niveau, der aber auch noch viel Luft nach oben lässt. Man darf durchaus auf weitere Produktionen Goigingers gespannt sein um zu sehen, ob er seinen Aufwärtstrend beibehalten kann.



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