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Mr. Nice

(Mr. Nice, 2010)

Dt.Start: 23. Juni 2011 Premiere: 14. März 2010 (Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 121 min Land: UK
Darsteller: Rhys Ifans (Howard Marks), Chloe Sevigny (Judy Marks), David Thewlis (Jim McCann), Elsa Pataky (Ilze), Crispin Glover (Ernie Combs), Andrew Tiernan (Alan Marcuson), Omid Djalili (Saleem Makik), Jack Huston (Graham Plinston), Ania Sowinski (Mandy), Jamie Harris (Patrick Lane), Christian McKay (Hamilton McMillan), Kinsey Packard (Patti Hayes), Ken Russell (Russell Miegs), Craig Stevenson (Webster), Luis Tosar (Lovato)
Regie: Bernard Rose
Drehbuch: Bernard Rose


Inhalt

Mr. Nice erzählt die Lebensgeschichte von Howard Marks: Aufgewachsen in einer Kleinstadt in Wales, studierte er Philosophie und Physik in Oxford und avancierte nach seinem Studienabschluss zu Großbritanniens größter und bekanntester Drogenschmugglerlegende. In den 70er und 80er Jahren soll er dann für mindestens 10 Prozent des gesamten Drogenwelthandels verantwortlich gewesen sein, indem er Großbritannien, Europa und sogar die USA mit unglaublichen Mengen an Marihuana und Haschisch belieferte.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mr. Nice hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 61%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 60 für Mr. Nice

Da im Film leider viel zu wenig vorwärts geht, weil er sich nach dem starken Anfang mit immer wiederkehrenden Szenen von kiffenden und kopulierenden Hippies aufhält, statt die Geschichte voranzubringen, fühlen sich die zwei Stunden Spielzeit wie drei Stunden an. Leider sind auch einige Entwicklungen in der Geschichte und einige Wendungen nur schwer nachvollziehbar, weil hier an entscheidenden Stellen wiederum zu viel ausgespart wurde. Die Figuren sind hingegen herrlich skurril und einige, wenn auch nicht alle, humorvollen Einlagen sitzen wunderbar. Man kommt nicht umhin, Mr. Nice mit dem um einiges größeren Blow zu vergleichen, wobei man feststellen muss, dass Mr. Nice vielleicht der sympathischere, aber keinesfalls der bessere Film ist. Für an Howard Marks interessierte Zuschauer mit viel Geduld ein empfehlenswerter Film, für alle anderen ist er nur eingeschränkt zu empfehlen

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Mr. Nice hat eine Wertung von 62%
Die Hippie-Zeit, die Ära der freien Liebe, legte manch Grundstein für eine Kifferkarriere. Manch einer erkannte hingegen das ökonomische Potenzial dieses Stoffes und stieg zum Drogenbaron auf. Howard Marks brachte die Passion zur Profession. Der Film rekapituliert das Leben einer der skurrilsten Figuren des internationalen Drogenhandels, der vor allem dadurch auffiel, dass er im Grunde ein wirklich netter Typ war. Mr. Nice ist ein verschrobener Film mit schräg-sympathischem Witz, dem es etwas an Einfallsreichtum und Tempo mangelt. Insgesamt gibt es zu viel Wiederholung, was den Streifen leider leicht einschläfernd wirken lässt.

Bild aus Mr. Nice Heutzutage geht die Obrigkeit mit verhältnismäßig großer Strenge selbst gegen die sogenannten weichen Drogen vor. Haschisch und Marihuana sind nicht wirklich gesellschaftsfähig, auch wenn im Verborgenen eine erhebliche Anzahl das anders sehen und angehen mag. Ende der 1960er und in den 1970ern ging es da ungezwungener zu. Die Menschen experimentierten mit Gras, LSD und anderen Substanzen und die Obrigkeit sah sich gezwungen, erst mal Gesetzesgrundlagen zu schaffen, anhand derer man dieses Verhalten in den Griff bekommen konnte.

Die Lebensgeschichte von Howard Marks zeigt eindrucksvoll, dass damals unvermittelt eine kuriose Karriere vom Kiffer zu einem der größten Drogenhändler der 1970er und 80er Jahre möglich war. Marks (Rhys Ifans) war ein walisisches Landei, das es mittels eines Stipendiums an die berühmte Universität von Oxford schafft. Dort lernt er eine aufregende Frau kennen, die ihn in die Welt der freien Liebe und der Drogen einführt. Es ist eine beinahe naiv-rührende Zeit, in der die Kiffer-Communitys (wie man es heute nennen würde) sich unglaublich leicht mit Drogen versorgen können. Marks wollte nach eigener Aussage zu Beginn lediglich alles wegrauchen, was er in die Finger bekam, aber es war eindeutig zu viel. So begann seine Karriere als Drogenhändler und auch eine nicht ganz durchsichtige Laufbahn für den Geheimdienst, der an ihm interessiert war, da er beste Beziehungen in den Nahen und Mitteleren Osten unterhielt.

Mr. Nice wirkt wie eine schräge Kiffer-Utopie mit einem liebenswert, verschrobenen Protagonisten, die allerdings auf realen Fakten eines schillernden Lebens basiert. Was an der Hauptfigur aber am meisten imponiert, ist, dass er im Grunde wie ein Typ ohne jegliche Boshaftigkeit anmutet und bei seinen illegalen Aktivitäten - soweit der Film tatsächlich die Wahrheit vermittelt - gewaltfrei blieb. Marks war Kiffer aus Passion und stolperte in die Profession des organisierten Kriminellen mehr oder minder hinein. Es gab sogar zwei Intermezzi, da wurde er zwischenzeitlich "zahm": gleich zu Beginn, nach dem Ende seines Studiums, nimmt er eine Stelle als Lehrer an und wird biederer Familienvater - und später, als er knapp einer langen Gefängnisstrafe entrinnt, zieht er sich nach Mallorca zurück und lebt ein ruhiges und langweiliges Familienleben; lange geht das allerdings nicht gut: Es juckt ihn viel zu sehr.

Angefüllt von schrägem, britischem Humor zieht man sich das erste Drittel von Mr. Nice genüsslich rein; ein wenig wirkt der Streifen dabei wie eine leicht links-alternative Version von Blow. Alsbald beginnen sich die Bilder und Szenen aber zu wiederholen: Es wird gekifft und gevögelt, gevögelt und gekifft und dann wieder von Neuem gekifft und gevögelt. Ausgesprochen interessant ist das nicht und weder trägt es zur Figurenentwicklung bei, noch ist es irgendwie handlungsfördernd. Umso erstaunlicher mutet es an, wenn es heißt, der Film hätte vieles aus dem Leben von Marks aussparen müssen. Nun, bei zwei Stunden Spielzeit will man meinen, hätte man vielleicht die eine oder andere Vögelei weglassen und Wesentlicheres erzählen können.

Was der Film aber über beinahe die Hälfte der Zeit verpatzt, macht er auf den letzten Metern fast wieder gut. Es kommt, wie es unausweichlich kommen muss und da es sich um biografischen Stoff handelt, auch tatsächlich kam: Marks landet irgendwann wieder vor Gericht und diesmal ist die Beweislage derart, dass er sich nicht mit einer billigen Schmierenkomödie herauszumanövrieren vermag. Die Zeit im Gefängnis gerät für ihn zu einem furchtbaren Martyrium. Er leidet, getrennt von seiner Familie und seinen Kindern, die er abgöttisch liebt, wie ein eingekerkerter Hund. Das berührt ungemein - selbst dann, wenn man eigentlich weiß, dass er im Grunde gerechter Weise verurteilt wurde.

Mr. Nice hat sicherlich seine guten Momente. Die Charaktere sind wunderbar skurril, die Geschichte herrlich schräg, doch der Funke will nicht wirklich überspringen. Zu viel Belangloses wird zu oft und auf redundante Weise wiedergegeben. Zu wenig passiert insgesamt, dabei wäre eigentlich genug Zeit, um beispielsweise die Geheimdienstverbändelungen tiefer zu beleuchten. Die 120 Minuten ließen sich jedenfalls, so wie sie sind, gut auf einen Anderhalbstünder zusammen streichen, und dann bliebe immer noch die Frage, ob der Gang ins Kino unbedingt nötig ist oder die Silberscheibe im heimischen DVD-Player voll und ganz ausreicht.



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Blow
Dt. Start: 26. Juli 2001
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