Alles koscher! Poster

Film-Seite zu Alles koscher!
Trailer zu Alles koscher!
Poster zu Alles koscher!
Wallpaper zu Alles koscher!
Offizielle Seite
Deutsche offizielle Seite
PDF zu Alles koscher!

Alles koscher!

(The Infidel, 2010)

Dt.Start: 30. Juni 2011 Premiere: April 2010 (Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 104 min Land: UK
Darsteller: Omid Djalili (Mahmud Nasir), Yigal Naor (Arshad El-Masri), James Floyd (Gary Page), Stewart Scudamore (Tariq), Archie Panjabi (Saamiya Nasir), Leah Fatania (Nabi Nasir), Mina Anwar (Muna), Amit Shah (Rashid Nasir), Soraya Radford (Uzma), Ravin J. Ganatra (Fahad), Richard Schiff (Lenny Goldberg)
Regie: Josh Appignanesi
Drehbuch: David Baddiel


Inhalt

Der Moslem Mahmud Nasir lebt in Großbritannien und nimmt es mit den Regeln seiner Religion nicht ganz so genau. Doch als seine Mutter stirbt und er ihre alten Unterlagen durchforstet, findet er heraus, dass er adoptiert wurde. Bei der Recherche nach seiner Herkunft deckt er auf, dass er eigentlich Jude ist und Solly Shimshillewitz heißt. Diese Erkenntnis reißt Mahmud in eine schwere Identitätskrise, denn plötzlich weiß er nicht mehr, wer er ist.
Shopping-Box
DVDs zu Alles koscher! Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Alles koscher! Poster & Merchandise
zum Film
Alles koscher! bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Alles koscher! bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Alles koscher! hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 69%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniela Panzitta
Alles koscher! hat eine Wertung von 69%
Mit Alles Koscher! kommt eine witzige britische Komödie in die Kinos, in der verschiedene Glaubensrichtungen, genauer gesagt der Islam und das Judentum, durch den Kakao gezogen werden. Wer mit der Veralberung von Religion und Glauben kein Problem hat und zudem für den Humor des Hauptdarstellers Omid Djalili (manchen vielleicht beispielsweise als ulkiger Sklaventreiber aus Die Mumie bekannt), der kann seinen Spaß haben und sich vor allem über den schrägen Vogel Mahmud, der zwischen dem Islam und dem Judentum hin und her eiert, amüsieren.

Bild aus Alles koscher! Dass Mahmud Nasir nicht gerade der mustergültige Moslem ist, wird bereits nach wenigen Sekunden im Film klar. Er sieht sich lieber Musikvideos im Fernsehen an, als einem fanatischen Prediger bei seinen Parolen zuzuhören. Seine Frau muss sich nicht verhüllen, und eine Moschee sieht er nur äußerst selten einmal von innen. Doch sein Glaube ist ihm dennoch sehr wichtig, vor allem, wenn er im Streit mit einem Juden beweisen muss, wer der Stärkere ist. Umso schockierender für ihn, als er nach dem Tod seiner Mutter anhand seiner Geburtsurkunde herausfinden muss, dass er adoptiert und ursprünglich in eine jüdische Familie hineingeboren wurde. Sein Geburtsname, Solly Shimshillewitz, liegt fortan schwer auf seinen Schultern und er weiß überhaupt nicht mehr, wer er eigentlich ist. Interessiert an seinen Wurzeln, macht er einen alten Herren mit dem Nachnamen Shimshillewitz in einem jüdischen Altenheim ausfindig und ist davon überzeugt, in ihm seinen Vater gefunden zu haben. Doch der Rabbi möchte ihn nur hineinlassen, wenn er beweist, dass er etwas über das Judentum weiß. Da der alte Mann im Sterben liegt, hat Mahmud, beziehungsweise Solly, nicht mehr viel Zeit, um vom Moslem zum Juden zu mutieren. Hilfe bekommt er dabei mehr schlecht als recht von einem jüdischen Taxifahrer.

Als wäre dieses ganze Dilemma nicht schon Pein genug für den armen Mahmud, muss er zu Hause auch noch den extra guten Moslem mimen. Sein Sohn nämlich möchte die liebreizende Stieftochter des fanatischen Islamistenpredigers Arshad Al-Masri ehelichen. Dieser aber wird nur zustimmen, wenn sich die Familie Nasir als ehrwürdig und streng muslimisch erweist. Somit muss Mahmud nicht nur in Windeseile zum Juden, sondern auch zum koranfesten Muslimen werden. Dass hier Ärger vorprogrammiert ist, dürfte jedem klar sein.

Und den gibt es dann auch, als Mahmud sich von Lenny, dem jüdischen Taxifahrer aus den USA, beibringen lässt, wie ein Jude spricht, wie ein Jude tanzt und noch so manch andere Gepflogenheiten. Als "Solly" das Erlernte dann auch noch auf einer Bar Mitzwa anwenden soll, stehen die Fettnäpfchen nur so Spalier. Aber auch das Zusammentreffen mit Al-Masri birgt einiges an Potenzial und endet schließlich im Desaster.

Die Inszenierung birgt einige witzige Einfälle, schöpft aber insgesamt bei weitem nicht das ganze Potenzial aus. Wie so oft bei eher heiklen Themen, wie es die Religion nun einmal ist, hat man manchmal den Eindruck, dass mit angezogener Handbremse gefahren und sich manch bissiger Gag verkniffen wird. Die Grundidee des Muslimen, der eigentlich als Jude geboren wurde, bleibt an sich gelungen. Auch findet sich die eine oder andere Anspielung darauf, ob man den Glauben wirklich so ernst nehmen muss, und ob es einen Unterschied macht, in welche Glaubensrichtung man hineingeboren wurde. Gerade gegen Ende driftet die Geschichte aber ein bisschen zu sehr ins Kitschige ab, wenn Mahmud versucht, doch noch alles hinzubiegen. Hier fehlt in letzter Konsequenz die Substanz und der gute Einfall.

Generell hat der Film ein großes Problem: Er besteht eigentlich nur aus seinem Hauptdarsteller. Wäre nicht Omid Djalili in der Rolle des Mahmud ein derartiger Hingucker und Spaßmacher, wäre der gesamte Film sicherlich weitaus weniger komisch. So trägt der kleine, etwas übergewichtige, haarige Tollpatsch den Film über weite Strecken komplett allein und kann auch den Großteil der Lacher für sich verbuchen. Wenn man seine Art mag, kann man sich über die gesamte Länge des Films gut amüsieren. Trifft er allerdings nicht den Geschmacksnerv, kann die Show der Ulk-Kugel schnell eintönig und nervtötend werden.

Somit ist Alles Koscher!, wie der wieder mal kreative deutsche Titel lautet, eine Komödie mit vielen Wenns und Abers, die durchaus Spaß bereiten kann, wenn sie den Zuschauer auf dem richtigen Fuß erwischt.



Weitere interessante Filme


Leider haben wir derzeit keine Vorschläge zu diesem Film.
Film vorschlagen

 

© 2012 MovieMaze.de