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Bugsy(Bugsy, 1991)
| Dt.Start: |
12. März 1992
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Premiere: |
10. Dezember 1991 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Krimi, Drama, Biografie |
| Länge: |
136 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Warren Beatty (Bugsy Siegel), Annette Bening (Virginia Hill), Harvey Keitel (Mickey Cohen), Ben Kingsley (Meyer Lansky), Elliott Gould (Harry Greenberg), Joe Mantegna (George), Richard C. Sarafian (Jack Dragna), Bebe Neuwirth (Countess di Frasso), Gian-Carlo Scandiuzzi (Count di Frasso), Wendy Phillips (Esta Siegel), Stefanie Mason (Millicent Siegel), Kimberly McCullough (Barbara Siegel), Andy Romano (Del Webb), Robert Beltran (Alejandro), Bill Graham (Charlie Luciano) |
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Regie:
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Barry Levinson |
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Drehbuch:
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James Toback |
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 Inhalt
Der angstfreie und draufgängerische Lebemann und Mafioso Benjamin "Bugsy" Siegel scheut nicht davor zurück, Gangster- oder Casinobossen auf den Schlips zu treten, um seinen Traum vom luxuriösen Hotel-Casino mitten in der kalifornischen Wüste zu verwirklichen. Krumme Geschäfte und amouröse Abenteuer helfen ihm auf seinem Weg ans Ziel. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Markus Müller
Bugsy zeigt einen Ausschnitt aus Benjamin "Bugsy" Siegels Leben, in dessen Zeitraum auch die Gründung eines der ersten Casinos von Las Vegas fällt. Barry Levinsons Film bietet eine opulente Ausstattung und eine hochkarätige Besetzung, krankt jedoch an einer streckenweise langatmigen, wenig intensiven Erzählweise. Zudem ist die Geschichte, die einen wahren Hintergrund hat, zu sehr auf Hollywood-Bedürfnisse zugeschnitten und verfälscht, um ein aussagekräftiges Bild von der facettenreichen Figur des Benjamin Siegel zu vermitteln. So überzeugt Bugsy im Vergleich zu den zahlreichen Genreklassikern weder als Mafiafilm noch als Biopic und ist hauptsächlich wegen der starken Besetzung interessant.
Benjamin "Bugsy" Siegel (1906-1947), ein Mitglied der jüdisch-amerikanischen Mafia, war es, der einst Casinos als das Geschäft der Zukunft erkannte. Im Jahre 1945 gab es in Las Vegas erst zwei Casinos. Entgegen der Darstellung im Film, nach der er das erste Casino überhaupt errichten ließ, versuchte Siegel sich zunächst an einem der beiden zu beteiligen. Nachdem ihm dies jedoch nicht gelang, kaufte er eines und ließ es kostspielig zum "The Flamingo Hotel" umbauen, wobei das Geld dafür hauptsächlich von der Cosa Nostra zu Verfügung gestellt wurde. Da Siegel ein Visionär war, dessen wirtschaftliches Urteilsvermögen weit hinter seinen Träumen von einem perfekten, zukunftsweisenden Casino zurück blieb, versechsfachten sich die ursprünglich geplanten Kosten (wobei allerdings auch die Inflation eine Rolle spielte), was die Geldgeber äußerst skeptisch betrachteten. Schließlich kam noch der Verdacht hinzu, dass Siegel zusammen mit seiner Freundin Virginia Hill zwei Millionen Dollar in die eigene Tasche gesteckt hatte (der Film geht davon aus, dass seine Freundin ihn hinterging und er selbst nichts von dem Betrug wusste). Zusammen mit anderen fragwürdigen Geschäften, die Siegel seinerzeit unternommen haben soll, war sein Todesurteil besiegelt.
Neben den bereits erwähnten Abweichungen von den geschichtlichen Fakten gibt es noch zahlreiche weitere Unterschiede zu den realen Begebenheiten. Was bei vielen Biopics als künstlerische Freiheit und erlaubte Abwandlung akzeptiert werden kann, erweist sich in Bugsy als durchaus problematisch. Dem Zuschauer wird stets das Gefühl vermittelt, eine faktengetreue, historisch fundierte Inszenierung zu sehen, da jedoch besonders in unseren Breitengraden praktisch nichts über Siegel bekannt ist, kann nur das Gesehene die Hintergründe zur Figur liefern. Der Zuschauer hat so in der Regel keine Möglichkeit, aus eigenem Ermessen zu differenzieren, was real und was fiktiv ist, und muss so damit leben, eine im wesentlichen fiktive Figur als "echten" Benjamin Siegel präsentiert zu bekommen. Besonders verwerflich ist dabei vor allem, dass die Texttafeln, die im Abspann die weiteren realen Begebenheiten schildern, ebenfalls nicht wahrheitsgetreu sind.
Leider fehlt es dem Film auch an Spannung. Das Erzähltempo ist recht ruhig gehalten, und ein klassischer Spannungsbogen ist bestenfalls erahnbar. Das muss an sich nicht schlimm sein, bei einem an und für sich sehr konventionell inszenierten Hollywood-Streifen wirkt dies jedoch oftmals einfach nur träge. Es fehlen insgesamt Höhepunkte, die einem im Gedächtnis bleiben und Bugsy zu einem interessanten und intensiven Filmerlebnis machen. Auch ist beispielsweise absolut nicht nachvollziehbar, wie Siegel so vernarrt in Viginia Hill, gespielt von Annette Benning (American Beauty) sein konnte, dass er für diese Schnepfe seine Frau und seine Kinder zurück lässt. Auch unter seinen "Geschäftspartnern" kommt er immer wieder durch sie in Schwierigkeiten. Der Verweis auf wahre Begebenheiten nützt auch nichts, wenn der Zuschauer die Handlungen der Hauptfigur kaum nachvollziehen kann. Teilweise ist man also an den falschen Stellen etwas zu sehr in die Tiefe gegangen, während man gerade dort, wo mehr Hintergründe wünschenswert gewesen wären, nur an der Oberfläche kratzt.
Letzten Endes ist neben dem stimmigen Soundtrack von Ennio Morricone und der historisch glaubwürdigen Ausstattung (für die der Film zwei Oscars gewann) sicherlich die Besetzung das große Plus des Filmes. Warren Beatty (Dick Tracy) spielt die zwiespältige Figur des Benjamin Siegel wirklich überzeugend zwischen Visionär mit teils kindlicher Naivität und eiskalter, berechnender Gangstermentalität mit gelegentlich psychotischen Anwandlungen. Einmal mehr ist es auch Ben Kingsley (Lucky Number Slevin) in der Rolle von Meyer Lansky, der mit seinem ruhigen, besonnenen Spiel besonders auffällt, und Harvey Keitel (Hexenkessel), der 1974 in Joel Schumachers TV-Produktion Die Virginia Hill-Story schon selbst "Bugsy" Siegel spielte, zeigt sich von seiner forschen Seite und ist, obwohl er natürlich schon in weit größeren, fordernderen Rollen zu sehen war, ein kleines Highlight des Filmes.  Weitere interessante Filme
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