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Chatroom(Chatroom, 2010)
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nicht bekannt DVD: 24. Juni 2011
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Premiere: |
14. Mai 2010 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Drama, Thriller |
| Länge: |
97 min
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Land: |
UK |
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Darsteller:
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Aaron Johnson (William), Imogen Poots (Eva), Matthew Beard (Jim), Hannah Murray (Emily), Daniel Kaluuya (Mo), Megan Dodds (Grace), Michelle Fairley (Rosie), Nicholas Gleaves (Paul), Jacob Anderson (Si), Tuppence Middleton (Candy), Ophelia Lovibond (Charlotte), Richard Madden (Ripley) |
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Regie:
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Hideo Nakata |
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Drehbuch:
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Enda Walsh |
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 Inhalt
Die Teenager Jim, Eva, Mo und Emily lernen den einfühlsamen William in einem Chatroom kennen. Doch was sie nicht ahnen, ist, dass William nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Nachdem er gerade erst starke Suizid-Gedanken abschütteln konnte, wird er mehr und mehr von einem neuen Drang getrieben: Er möchte andere Menschen sterben sehen. Über den Kontakt im Internet erarbeitet er sich das Vertrauen junger Menschen, und nur langsam erkennen die Teenager, was hinter Williams Fassade lauert. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Die Idee einen Chatroom visuell auf das Medium Film zu übertragen ist nicht neu... man denke nur an den gleichnamigen Kurzfilm. Dennoch ein interessantes Ausgangsszenario aus dem hier jedoch viel zu wenig gemacht wird. Die Grundidee um einen jungen Mann, der seine Mitchatter zum Selbstmord motivieren will gefällt, bringt jedoch nichts wenn die Charaktere so klischeehaft und oberflächlich geschrieben sind, dass man ihnen rein gar nichts abnimmt. Ein Großteil der Schuld geht dabei auf die Darbietung des Hauptdarstellers Aaron Kick-Ass Johnson, der teilweise schon am Rande der Lächerlichkeit agiert. Wäre da nicht die teilweise wirklich gelungene Visualisierung mit ihren netten Spielereien, dann würde der Film sicherlich noch ein ganzes Stück schlechter abschneiden. So schleicht er sich noch hauchdünn ins Mittelmaß.
Kritik
von Carmen Porschen
Im Leben der meisten Menschen spielt das Internet eine Rolle. Regisseur Hideo Nakata hat diesem modernen Phänomen und speziell dem Chatroom eine Optik gegeben. Fünf junge Leute treffen scheinbar zufällig in einem Chatroom aufeinander und teilen ihre Sorgen und Ängste miteinander. Was sie nicht ahnen, ist, dass Gründer William dunkle Pläne verfolgt. Aus diesem Plot heraus entspinnen sich bei diesem Thriller beeindruckende Bilder, die eine Welt visualisieren, die sich normalerweise nur in den Köpfen abspielt.
William gründet im Internet einen Chatroom mit dem Namen Chelsea Teens. Es dauert nicht lange, bis die ersten jungen Leute auf den Chatroom aufmerksam werden und in Kontakt miteinander treten. Eva, Jim, Emily und Mo treffen sich bald regelmäßig dort und erzählen sich von ihren Problemen: Mo hat sich in die 11-jährige Schwester seines Freundes verliebt, Emily wünscht sich mehr Aufmerksamkeit von ihren versnobten Eltern und Eva hofft auf eine Karriere als Model, kann sich aber ihren Mitschülerinnen gegenüber nicht behaupten. Was sie nicht ahnen: Der Chatroom-Gründer William hat die größten Probleme. Da er seinen Bruder für den Liebling der Mutter hält, entwickelt er sich selbst gegenüber immer mehr Hass. Das hat bereits zu mehreren Suizidversuchen und anschließenden psychologischen Behandlungen geführt. Er beginnt die Chatfreunde zu manipulieren und konzentriert sich dabei mit der Zeit immer mehr auf Jim, der seit dem Verschwinden des Vaters depressiv ist. Er will ihn zu einem Suizid bewegen, den er vor laufender Kamera begehen soll.
Wer nun denkt, dass Chatroom vorwiegend junge Leute zeigt, die vor ihren PCs sitzen und starr Text via Tastatur einhämmern, der liegt falsch. Denn der Film macht Internet und Chatroom fassbar: Die Chatfreunde treffen tatsächlich zusammen, der Chatroom ist ein wirklicher Raum mit abschließbarer Tür und Sitzgelegenheiten. Diese neuartige Perspektive auf das weit verzweigte Internet, macht den Film bereits interessant und reizvoll. Eine wichtige Komponente in dem Verwirrspiel ist Hauptfigur William, sehr gut gespielt von Jungschauspieler Aaron Johnson, der bereits als junger John Lennon in Nowhere Boy überzeugte. Er bietet Kontrastprogramm pur, denn in der bunten und aufregenden Welt des Internets ist er ein charismatischer Macher, in der grauen Tristesse des realen Lebens ist er eher ein Häufchen Elend mit einem Hang zum Ausrasten. Um diese polarisierende Figur gesellen sich Teenager mit allerhand Problemen. Sie flüchten sich in Chaträume und klagen ihr Leid lieber Fremden, als in ihrem Umfeld darauf aufmerksam zu machen. Ein Thema, das aktueller und brisanter nicht sein könnte.
Die Gefahren des Internets, das durch seine Anonymität so harmlos wirkt, sind allgegenwärtig. Nicht nur, wenn William seine Chatfreunde manipuliert, sondern auch, wenn die Türen zu anderen Chaträumen aufschwingen und die Abgründe der virtuellen Realität enthüllen. Regisseur Hideo Nakata tobt sich auch künstlerisch in seinem Psychothriller aus. So gibt es kleine Einspieler mit Puppen, und bei der Darstellung der Internet-Irrwege lässt er seiner Fantasie freien Lauf. Zeitweise fällt es schwer, sich bewusst zu machen, dass sich alles so nicht wirklich abspielt. Aber genauso schwer fällt es wohl heutzutage vielen Menschen, zwischen realer Welt und Internetwelt zu unterscheiden. Chatroom ist bedrückend, und das drohende Unheil schwingt bereits von Anfang an mit.
Hideo Nakata ist nicht nur Regisseur, sondern auch Autor und Produzent. Er ist auch für Filme wie Ringu, das Remake der Fortsetzung The Ring 2 und Dark Water verantwortlich und machte nun einen Ausflug in die Cyberwelt. Seine Bilder sind eindringlich und kraftvoll. Die Hauptfiguren sind gewöhnliche Teenager, die ihre Probleme ins Internet tragen und dort nach Hilfe - vielleicht auch nur nach Ablenkung - suchen. Was daraus im schlimmsten Fall entstehen kann, zeigt Chatroom. Verwunderlich, dass nicht schon vorher jemand auf die Idee kam, die Welt des Internets auf diese Weise darzustellen. Der Film zeigt zwar gewissermaßen Extreme, doch dadurch entsteht eine spannende Geschichte mit ungewissem Ausgang. Ein bisschen Wahrheit wird wohl jeder Zuschauer darin finden, möglicherweise sogar ein bisschen mehr.  Weitere interessante Filme
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