Colombiana Poster

Film-Seite zu Colombiana
Trailer zu Colombiana
Poster zu Colombiana
Wallpaper zu Colombiana
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Colombiana
PDF zu Colombiana

Colombiana

(Colombiana, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Im zarten Alter von neun Jahren muss Cataleya mit ansehen, wie ihre Eltern in Kolumbien vom Mafiaboss Don Luis kaltblütig ermordet werden. Es gelingt ihr, zu ihrem Onkel nach Chicago zu fliehen, den sich sogleich darum bittet, sie zur Profikillerin auszubilden. 15 Jahre später arbeitet sie erfolgreich als solche in dessen Auftrag. Heimlich sucht sie jedoch immer noch nach Don Luis, der, wie sie schon bald feststellen muss, unter CIA-Schutz steht und damit praktisch unantastbar ist.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

63%

Es war einmal ein kleines Mädchen, dessen Eltern vor ihren Augen ermordet wurden. Sie konnte dem Gemetzel knapp entrinnen. Das einzige Gefühl, das sie nun antreibt, ist sich eines Tages zu rächen. Um das zu erreichen, will sie Profikiller werden. Klingt bekannt, was nicht weiter verwundert, schließlich war für Drehbuch und Produktion von Colombiana Luc Besson verantwortlich. So nimmt er unverblümt nicht nur Anleihen bei seinem Meisterwerk Léon - der Profi, sondern bedient sich gleich ganzer Motive aus anderen seiner Filme, die er hier noch einmal verwurstet. Lässt man sich allerdings voll auf die Story ein, kann es dennoch ein spannender Kinoabend werden.

Bild aus Colombiana Die Ausgangslage befördert in eine Welt, in der sich die Guten von den Bösen nur unwesentlich unterscheiden. Unschuldig ist zu Beginn nur die neunjährige Cataleya (Amandla Stenberg), deren Eltern von den Handlangern des kolumbianischen Drogenbarons Don Luis (Beto Benites) kaltblütig ermordet werden. Während einer hanebüchenen Flucht durch ein wildwucherndes urbanes Labyrinth, bei der es unbedingt hilfreich ist, anderthalb Augen zuzudrücken, um das Gesehene für halbwegs vorstellbar zu erachten, kommt schon mal ein wenig Transporter-Adrenalinstimmung auf.

Dank einer Speicherkarte voll belastender Informationen über Don Luis, die Cataleyas Vater ihr kurz vor seinem Tod zusteckte, befindet sich das Mädchen in der Lage, den US-Behörden etwas anzubieten. Im Gegenzug schaffen diese Cataleya aus dem Land und beabsichtigen, sie in einer Pflegefamilie unterzubringen. Kaum auf amerikanischem Boden nutzt Cataleya aber die erste Gelegenheit, um sich davon zu machen. Allein schlägt sie sich bis nach Chicago zu ihrem Onkel Emilio (Cliff Curtis) durch, der seines Zeichens ein gnadenloser Killer ist - die Familie geht ihm allerdings über alles.

Er nimmt Cataleya wie sein eigenes Kind auf. Die möchte von ihrem Onkel aber nur eines: dass er aus ihr eine perfekte Killerin macht, damit sie ihre Eltern rächen kann. Er hingegen möchte, dass sie zunächst mal die Schule besucht, um zu lernen, wie man den Kopf gebraucht. Viele Jahre später ist Cataleya (Zoe Saldana) zu einem tödlichen Schatten geworden, den man erst bemerkt, wenn es schon viel zu spät ist. Ihre Rachegelüste sind aber noch genauso stark wie am ersten Tag.

Handwerklich gibt es über Colombiana wenig zu mosern. Der Film ist spannend, das Schicksal des kleinen Mädchens berührt, die Kamera arbeitet gut und fängt die jeweiligen Stimmungen auf und selbst erzählerische Dichte kommt zumindest streckenweise auf. Man sollte aber die Bereitschaft mitbringen, über einiges hinwegblicken zu können. Dabei ist es weniger bedeutend, welche Szenen aus anderen Werken Bessons entlehnt wurden, sondern wie plump die Motive zuweilen - einfach des Effekts wegen - noch einmal bemüht wurden. In der Summe drängt sich somit sogar der Eindruck auf, dass dabei viel weniger der Gedanke einer Hommage an Filme wie Léon - der Profi, Nikita oder The Transporter im Vordergrund stand, sondern, dass dem guten Herrn schlichtweg nicht mehr allzu viel Neues einfallen wollte.

Zoe Saldana, die schon in Avatar durch gazellenartige Beweglichkeit glänzte, liefert auch hier eine physische Performance ab, die in ihrer Geschmeidigkeit manch einen Ninja vor Neid erblassen lassen würde. Die Kamera fängt dabei minutiös jede ihrer akrobatischen Manöver auf und verfolgt Saldana dann noch bis unter die Dusche. Der wiederholte Versuch, Sinnlichkeit und Erotik in eine Geschichte zu pressen, die davon nicht gerade lebt, wirkt sich aber auf die Dauer nervig aus. Hinzu kommt, dass man nicht die Finger davon lassen konnte, der erwachsenen Cataleya eine Art normales Leben inklusive Lebenspartner - der von ihrer wahren Identität natürlich nicht die geringste Ahnung hat - anzudichten.

Diese Dramamomente entpuppen sich als derart dünn, dass sie insgesamt mehr störend als für die Geschichte gewinnend wirken und den Film mitunter über Gebühr in die Länge ziehen. Ganz davon abgesehen, ob man schlichtweg glauben möchte, dass ein Mensch, der kaltblütig tötet und eigentlich nur von Rachegedanken beseelt ist, etwas wie ein normales (Beziehungs-)Leben führen kann. Da wirkte die Figur des sozial entfremdeten Leons, der keinen Menschen an sich heranlässt, wesentlich stimmiger. Und selbst bei Nikita war es ersichtlich, dass der Hauptfigur das Töten eigentlich zuwider war, während Cataleya beinahe schon mit Wonne ihre Kunden ins Jenseits befördert. Man darf aber andererseits vielleicht nicht zu nachdrücklich Äpfel mit Birnen vergleichen, schließlich versuchte Besson in diesen Filmen Psychogramme zu entwerfen, während es sich bei Colombiana im Grunde um eine simpel gestrickte Revengestory handelt.

Lässt man sich also auf die Geschichte ein und klammert unwillkürlich aufflackernde Assoziationen aus, die sich störend einschleichen, kann man trotz allem einen Film erleben, der ordentlich wie knackig zu unterhalten weiß. Zu genau darf man es mit der kompletten Logik allerdings ebenfalls nicht nehmen und vom Show-Down darf man nicht erwarten, dass er das Rad gleich neu erfindet. Dafür geht aber zumindest mächtig die Post ab.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

66%

Ein typischer Actionfilm aus der Luc Besson Schmiede mit all seinen Stärken und Schwächen. So ist das Drehbuch um ein junges Mädchen, das nachdem ihre Eltern abgeschlachtet wurden, Rache schwört und sich zur Killerin ausbilden lässt, zwar durchaus recht ordentlich geraten, lässt aber jegliche Spitzen vermissen. Schön ist es jedoch zu sehen, dass sich die Macher für die jeweiligen Kills viel Zeit gelassen haben und auch die akribische Vorbereitung und Durchführung gezeigt wird. Das Ganze ist dabei sehr solide inszeniert und hat mit Zoe Saldana einen Volltreffer in der Hauptrolle zu bieten; auch wenn sie in Sachen Schauspielkunst nur wenig gefordert ist. Das ist im gesamten Cast nur Cliff Curtis mit einer sehr ordentlichen und glaubwürdigen Performance. Letztendlich bekommt der Zuschauer genau das geboten, was er von einem von Luc Besson produzierten Actionstreifen erwarten kann: Einen kurzweilig unterhaltenden Film, der jedoch in diesem Fall nicht lange im Gedächtnis verweilen wird.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Leon - Der Profi
Dt. Start: 19. Jan 1995
Vorschlag entfernen
 
 
 
 

 

© 2014 MovieMaze.de