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High Kick Girl!

(Hai kikku gāru!, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 19. Juli 2011
Premiere: Mai 2009 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 18 Genre: Action
Länge: 81 min Land: Japan
Darsteller: Rina Takeda (Kei Tsuchiya), Tatsuya Naka (Yoshiaki Matsumura), Sayaka Akimoto (Rika), Kyoji Amano (Kenga), Mayu Gamou (Hien)
Regie: Fuyuhiko Nishi
Drehbuch: Yoshikatsu Kimura, Fuyuhiko Nishi


Inhalt

Sensei Matsumura trainiert seine Schülerin Tsuchiya über viele Jahre in der Kampfkunst Karate. Als er ihr den schwarzen Gürtel verweigert, wird seine junge Kriegerin äußerst ungehalten. Sie habe noch immer nicht verstanden, dass Karate nicht zum Kampf, sondern zur Verteidigung diene. Aus Frust kämpft Tsuchiya gegen den Meister fremder Dojos. Schnell werden die Destroyers auf sie aufmerksam, eine kampfwütige Gang, die sie als Auftragskillerin anheuern wollen. Was Tsuchiya nicht erkennt, ist, dass sie mit ihren Mitteln Matsumura in die Knie zwingen wollen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

High Kick Girl! hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 15%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Carmen Porschen
High Kick Girl! hat eine Wertung von 15%
Die Schülerin Tsuchiya übt fleißig die Karate-Kunst, doch sie hat noch nicht verinnerlicht, was diese Kampftechnik ausmacht. Statt geduldig auf den schwarzen Gürtel zu warten, kämpft sie lieber mit Fremden und schließt sich den "Zerstörern" an. Auf dieser dünnen und dazu nicht immer schlüssigen Handlung reiht Regisseur Fuyuhiko Nishi viele Kampfszenen. Das wirkt vor allem durch massige Zeitlupensequenzen sehr ermüdend. Der kurze Film mit dem zu viel versprechenden Titel High Kick Girl wirkt eher wie ein Werbestreifen für eine Karateschule.

Bild aus High Kick Girl! Beeindruckende Kampfkunst zur Verteidigung ist nicht nur etwas für Männer, sondern auch für Frauen - das bewiesen in der Vergangenheit bereits Filmfiguren wie Azumi und Ichi - Die blinde Schwertkämpferin. Ohne das Hilfsmittel Schwert, sondern allein mit ihren Kenntnissen in Karate soll das Schulmädchen Tsuchiya unter dem vielversprechenden Titel High Kick Girl nun beeindrucken. Im Vergleich zu bereits erwähnten Kämpferinnen zeigen sich in diesem japanischen Film allerdings viele Schwächen. Ein gewichtiger Grund dafür wird der Regisseur Fuyuhiko Nishi sein, denn er ist nicht gerade der Macher großer Leinwandhits, sondern vor allem ausübender Handkanten-Sensei. Daher geht es ihm in diesem Film offensichtlich vor allem darum, Karate in seiner vollen Pracht zu zeigen.

Daraus ergibt sich leider, dass High Kick Girl eher ein etwas zu lang geratener Werbefilm zur Neubelebung der Kampfkunst Karate aus dem 19. Jahrhundert, garniert mit ein bisschen Alibi-Handlung geworden ist. Anstatt sich Karate zunutze zu machen, um einen unterhaltsamen Film zu gestalten, ist Regisseur Nishi dem Credo aus dem Film "Karate dient nur dem Überleben" auch in der Inszenierung treu geblieben. Mit Spaß oder Unterhaltung haben die Kampfszenen, die eher langweilig aneinandergereiht sind, auch wenig zu tun. Als dünne Handlung dient das auf dem DVD-Cover verheißungsvoll angepriesene High Kick Girl, gespielt von Rina Takeda, das sich in der Karate-Ausbildung befindet und den Sinn des alten Kampfsports noch nicht begriffen hat. Die Schülerin mag nicht auf den schwarzen Gürtel warten und vermöbelt daher lieber fremde Karate-Lehrlinge und nimmt den oft unterlegenen Meistern ihren schwarzen Gürtel ab. Schließlich werden die "Zerstörer", eine Gruppe von brutalen Auftragskämpfern, auf das talentierte Schulmädchen aufmerksam. Sie lässt sich auf eine Aufnahmeprüfung ein und merkt zu spät, dass die "Zerstörer" es in Wirklichkeit auf ihren Meister Matsumura abgesehen haben.

Vor diesem fragwürdigen Hintergrund - mal macht das selbstbewusste High Kick Girl einen Schwarzer-Gürtel-Träger mit nur einem Schlag platt, ein anderes mal stößt sie bei einem etwa gleichaltrigen Mädchen fast an ihre Grenzen - reiht Regisseur Nishi genaugenommen eine Kampfszene an die nächste. Dabei nutzt er nahezu jede Gelegenheit für ausgiebige Zeitlupensequenzen. Was anfangs noch einen gewissen Reiz ausmacht, da nicht nur die Wucht, sondern auch die Präzision der Tritte und Schläge deutlich wird, wirkt mit der Zeit nur noch ermüdend und zieht den Film unnötig in die Länge. Andererseits wäre der ohnehin schon ziemlich kurz geratene Streifen ohne diese Zeitlupenwiederholungen noch viel kürzer geworden. Zusätzlich zu dem Missstand, dass Zeitlupensequenzen die Szenen in Normalzeit zu stark überbieten, lässt auch die Kameraführung zu wünschen übrig. Manchmal wackelt das Bild wie mit einer billigen Handkamera aufgenommen, ein anderes Mal sind Köpfe abgeschnitten oder ein Sturz wird nicht komplett eingefangen. High Kick Girl ist zwar eine Low-Budget-Produktion, aber dennoch hätte das Ergebnis sicher besser aussehen können - trotz begrenzter Mittel.

Einzig für die Newcomerin Rina Takeda könnte der Film, trotz all seiner Schwächen, ein Sprungbrett zu einer Filmkarriere sein. In der ersten Hälfte zeigt sie allerhand ansprechende Karate-Moves, was wohl daher rührt, dass sie bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr den Kampfsport trainiert und nun - mit 17 Jahren - erstmals zeigen kann was sie gelernt hat. Schließlich rückt ihr Meister Matsumura in den Fokus, und ihre Figur Tsuchiya verkommt ein wenig zu sehr zum Opfer, das sich plötzlich gegen kaum etwas zur Wehr setzen kann. Hier wären wir wieder beim schlechten Drehbuch, das den Figuren keinen richtigen Charakter, keine Background- und auch keine logische Handlungsmotivation gibt. Das gilt nicht nur für Tsuchiya, sondern auch für Matsumura und die böse Bande der "Zerstörer", die zwar mit verheißungsvoller Einblendung des Namens vorgestellt werden, aber dann doch einen kurzen und unbedeutenden Auftritt haben.

So bleibt zu sagen, dass High Kick Girl ein Film ist, der in großen Teilen enttäuscht, da er einfach nicht sonderlich gut unterhält. Möglicherweise finden Karate-Fans Gefallen an den häufigen und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten wiederholten Kampfszenen. Doch leider wird hier gerade durch die Zeitlupensequenzen nur zu oft deutlich, dass die Kämpfer nicht mit großer Wucht zuschlugen oder -traten. Lediglich Tsuchiya geht zeitweise mit echter Wucht auf ihre Gegner los. Insgesamt gibt es wenig Grund zur Freude, und die gute Absicht eines Regisseurs reicht eben nicht für ein erfolgreiches Resultat aus. Nishi ist zwar seit langem der erste Einheimische, der dem zum Teil aus Japan stammenden Sport Karate filmische Beachtung schenkt, und vielleicht kann er damit einen neuen Trend lostreten. Aber sein Werk ist unter filmanalytischen Gesichtspunkten dennoch eher misslungen und wird wenig Anhänger finden können.



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