Bereits vier Mal legten sich Jugendliche mit dem Tod persönlich an, indem sie ihm im letzten Moment von der Schippe sprangen. Jeweils hatte einer der Jugendlichen eine Vorahnung gehabt und deshalb sich selbst und einige andere Menschen retten können. Immer galt das Motto: "You can't cheat the death" und so sieht es auch in Teil 5 aus. Nach altbekanntem Schema, aber dennoch nicht langweilig oder gleichartig, begeistert Final Destination 5, den es wie seinen Vorgänger in 3D zu sehen gibt, und sorgt für einen vergnüglichen Abend, solange man nicht zu zart besaitet ist.
Eines muss man der Final Destination-Reihe wirklich lassen; obwohl die Geschichte immer nach dem gleichen Schema abläuft, ließen sich die Macher jeweils zumindest kleine Neuerungen einfallen, die das Geschehen immer sehenswert machen. Zum Einen gab es in bisher jedem Teil eine andere Katastrophe, die den Stein ins Rollen brachte. War es bei Final Destination der Flugzeugabsturz, sorgte in Final Destination 2 eine spektakuläre Massenkarambolage dafür, dass einige Beteiligte dem Tod ein Schnippchen schlagen konnten. Während die ersten beiden Teile noch in gewisser Weise zusammenhingen, da mit Ali Larter eine Überlebende aus dem ersten Teil zu Hilfe geholt wurde, ging man ab Final Destination 3 davon unabhängige Wege und ließ Jugendliche auf einem Jahrmarkt einem Unglück in der Achterbahn entkommen. Auch Final Destination 4, der erste Teil, der in 3D zu sehen war, hatte etwas Neues zu bieten, hier wurde ein Autorennen zur spektakulären Todesfalle.
Doch auch die Vorgehensweise und der Umgang der "Überlebenden" mit ihrer Situation änderten sich von Teil zu Teil. Es gab immer wieder neue Theorien, was helfen könnte, den Tod von sich selbst abzulenken. Wie allerdings Final Destination-Kenner wissen, gibt es keinen Weg, dem Tod zu entgehen und dieser ist ebenfalls äußerst kreativ gewesen. Immer wieder überraschende, kreative und grausige Arten zu sterben, wurden in den bisherigen Teilen präsentiert und konnten die Fans begeistern. So gelang es, die eigentlich immer selbe Geschichte über einen Jugendlichen, der aufgrund einer Vorahnung einem tödlichen Szenario entgeht und dabei jeweils mehrere Menschen mitrettet, in bisher jedem Teil irgendwie neu verpackt und unterhaltsam nochmal erzählt werden.
In diese Reihe fügt sich nun auch Final Destination 5, der wohl nach elf Jahren der letzte Teil dieser Reihe sein wird. Damit kann man den Schöpfern dieser Idee nur gratulieren, denn im Gegensatz zu vielen anderen Reihen, die schier endlos gezogen werden, gelingt hier tatsächlich, nochmal eins draufzusetzen und mit einem würdigen Vertreter den Tod endgültig seine Arbeit machen zu lassen.
Dieser hat auch in Teil 5 wieder kein leichtes Spiel, nachdem Sam auf der Fahrt zu einem Betriebsausflug plötzlich die Vorahnung hat, dass die riesige Brücke, die dabei überquert wird, in sich zusammenbricht und alle in den Tod reißt. Als er erwacht und panisch versucht, seine, zu diesem Zeitpunkt bereits Ex-,Freundin Anna zu überreden, sofort den Bus zu verlassen, folgen auch sein Freund Peter mit dessen Freundin Candice, sowie vier weitere Arbeitskollegen und können so dem herannahenden Unglück entgehen, als die Brücke tatsächlich mit all den darauf befindlichen Autos und Brückenarbeitern einfach in sich zusammenfällt. Zunächst erleichtert, haben die Überlebenden natürlich erst einmal mit der Trauer um ihre verstorbenen Arbeitskollegen zu kämpfen. Als dann der erste Überlebende auf haarsträubende Weise sein Leben verliert, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Obwohl die Geschichte natürlich erneut aus dem Final Destination Baukasten stammt, kann der Film allein dank seiner überaus gelungener Todesarten und der Inszenierung dieser mächtig Punkte sammeln. Kreativ war der Tod in Final Destination schon immer. Dieses Mal aber schafft es die Crew um Regisseur Steven Quale, der mit Final Destination 5 sein Kinospielfilmdebüt absolviert, fast jede einzelne Todesszene derart nervenaufreibend zu inszenieren, dass man sich unweigerlich im Sitz festkrallt, obwohl noch überhaupt nichts passiert ist. Dies ist natürlich zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet, dass man, sobald man nur einen der vorherigen Teile gesehen hat, das Vorgehen kennt und genau weiß, wer das Zeitliche segnen wird. Mit diesem Wissen spielen die Macher und treiben gerade am Anfang die Spannung fast ins Unermessliche. Auch scheuen sie sich nicht davor, die grausigen Todesarten regelrecht zu zelebrieren und dem Zuschauer keinen scheußlichen Anblick zu ersparen. Für zartbesaitete Kinobesucher, die kein Blut, Gedärme oder gebrochene Knochen sehen können, ist dieser Film definitiv nicht geeignet. Hier trägt auch der 3D-Effekt gekonnt zur Intensivierung bei, so dass einem die Gedärme gefühlt ins Gesicht springen.
Ebenfalls zur Erheiterung trägt der sarkastische Witz bei, der an manchen Stellen das Bild dominiert. Die Charaktere sind natürlich entsprechend gewählt und so bietet der ein oder andere einiges an witzigem Potential. So werden Menschen versehentlich als verstorben bezeichnet, die sich unter den Trauergästen befinden, was von den umstehenden mit den Worten "I can see dead people" kommentiert wird. Oder eine Sprachbarriere zwischen Englisch und Chinesisch sprechenden Menschen führt zu manch witzigen Situationen. Diese Art, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, verleiht dem Film eine gewisse Leichtigkeit, die über die Laufzeit trägt und über manch eine Schwäche hinwegsehen lässt.
Obwohl der Film zum Schluss leider ein wenig von dieser Leichtigkeit und Innovation verliert, können zumindest die Kenner der Reihe das endgültige Finale mit einem zufriedenen "wie Geil!" kommentieren, um anschließend zufrieden den Kinosaal zu verlassen.