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London Boulevard

(London Boulevard, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

66%



Inhalt

Das Filmstarlett Charlotte will mit der Welt nicht viel zu tun haben und riegelt sich in ihrer Villa nahezu komplett ab. Als sie auf den gerade aus der Haft entlassenen Verbrecher Mitchel trifft, der sein Leben ändern möchte und nun sein Geld ehrlich verdienen will, stellt sie ihn als "Mädchen für alles" ein. Doch gerade als sich die beiden näher kommen, wird Mitchel von seinem früheren Boss gefunden, der ihn wieder in seinen Reihen haben möchte.

Kritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kritik

66%

Die Vergangenheit lässt einen nicht los, heißt es. Und Mitchel (Colin Farrell, Kill the Boss) kann ein Liedchen davon singen. Gerade nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen, bietet sich ihm ein Job als Bodyguard der Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley, Last Night). Doch Gangsterboss Gant hat andere Pläne mit ihm. Das Regiedebüt des preisgekrönten Drehbuchautoren William Monahan bietet coole Typen im krassen Londoner Milieu, krankt aber an einer chronisch unoriginellen Geschichte.

Bild aus London Boulevard "Du kannst gehen", sagt der Wärter zu Mitchel - und nur wenige Minuten später wird der frisch Entlassene von seinem alten Kumpel Billy (Ben Chaplin, Ich & Orson Welles) in die Arme geschlossen. Dieser bringt ihn in die Wohnung eines Arztes, die er kurzerhand okkupiert hat, nachdem der Mediziner seine Schulden nicht mehr bezahlen konnte. Geldeintreiber Billy will Mitch überreden, ihm fortan zur Seite zu stehen, doch der ist abgeneigt, hat kein Interesse daran, erneut hinter Gittern zu landen. Als er die kesse Penny vor einem Überfall bewahrt, vermittelt diese ihm zum Dank einen Job bei der Schauspielerin Charlotte, die sich in eine von pöbelnden Paparazzi dauerbelagerte Villa zurückgezogen hat. Gant aber, ein von Ray Winstone (13) dargestellter Boss der Londoner Unterwelt, will einen derart fähigen Typen wie Mitch nicht einfach ziehen lassen. Als sich dieser aber in Charlotte verliebt und dem Gangster die kalte Schulter zeigt, wird Gant ungemütlich. Plötzlich ist jeder in Gefahr, der Mitchel auch nur halbwegs nahe steht, allen voran Briony (Anna Friel, Ohne Limit). Sie ist die Schwester des Geläuterten - und ein echtes Luder.

Schon als Jugendlicher, sagt William Monahan, habe er davon geträumt, einen Film zu drehen und für die Eingangsszene den Song "Heart full of soul" von The Yardbirds zu verwenden. Diesen Wunsch hat sich der Bostoner gleich bei der Regiepremiere erfüllt - und damit eines der coolsten Intros der vergangenen Jahre geschaffen. Doch die hohen Erwartungen, die er damit aufbaut, kann sein London Boulevard nicht lange halten. Zwar begegnen dem Zuschauer im Folgenden reihenweise saucoole Gestalten - allesamt dargestellt von glaubwürdigen britischen Schauspielern, darunter auch der unvermeidbare, aber immer erfreuliche Stephen Graham (The Damned United). Doch die Story dahinter ist einfach zu flach.

Die Geschichte vom Ex-Knacki, der nicht wieder zurück will, aber in die alten Mühlräder gerät, ist mindestens schon so häufig erzählt worden, wie die des raubeinigen Leibwächters, der sich in seine scheue Chefin verliebt. Ziemlich vieles an London Boulevard riecht nach Kopie, dieses Etikett wird der Film niemals los. Dabei stellt sich die Frage, warum Gant so besessen vom Gedanken ist, Mitch für sich zu gewinnen. Eine Antwort bleibt der Film schuldig, der sich stattdessen darauf konzentriert, was Monahan schon als Oscar-prämierter Drehbuchautor für The Departed - Unter Feinden ausgezeichnet hat. Nach und nach lässt er mit einer Heidenfreude einen Großteil seines Ensembles dahinscheiden. Das Liebesglück von Charlotte und Mitch lässt einen hingegen kalt. Farrell und Knightley sind nicht das "neue Leinwand-Traumpaar", als das es die Macher des Films gerne verkaufen möchten. Die Show wird ihnen völlig von David Thewlis (Anonymous) gestohlen. Der Engländer spielt den abgefuckten Manager der Schauspielerin mit einer solchen Inbrunst, dass es eine Freude ist, ihm dabei zuzusehen.

Ken Bruen, der den gleichnamigen Kriminalroman schrieb, auf dem der Film basiert, hat sein Werk als eine Hommage an den Hollywood-Klassiker Sunset Boulevard gesehen. Monahans Version erinnert nur äußerst vage an Billy Wilders großartiges Werk. Bei ihm regiert die Brutalität - und zwar alles andere als subtil.

Keine weitere Wertung


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