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Attack the Block

(Attack the Block, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

44%



Inhalt

Moses, Pest, Dennis, Jerome und Biggz sind gerade damit beschäftigt, die Krankenschwester Sam auszurauben, als neben ihnen ein Meteorit in ein parkendes Auto einschlägt. Als sei dies nicht schon verrückt genug, werden sie unmittelbar danach von einem Alien angegriffen, welches mit dem Meteorit aufgeschlagen ist, und töten es. Ein fataler Fehler, da kurze Zeit später immer mehr Aliens auftauchen und die Jungs ihr Süd-Londoner Viertel nun gegen außerirdische Invasoren verteidigen müssen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

60%

Fünf Ghettokids und eine weiße Quotenfrau gegen eine endlose Schar bissiger, Gorilla-artiger Außerirdische. Das ist kurz gesagt die ganze Story von Attack the Block, dem diesjährigen Abschlussfilm des Fantasy Filmfest. Regisseur Joe Cornish verbindet mit seiner Alien-Horror-Klamotte System- und Gesellschaftskritik. Leider ist das alles aber zu schräg und zu meschugge, als dass sich das Gefühl einstellt, wegen der sozialen Ungerechtigkeiten in den englischen Großstädten nun gleich eine Debatte beginnen zu wollen. Damit verfehlt der Film etwas sein Ziel. Freunde des abseitigen Humors werden aber auf ihre Kosten kommen.

Bild aus Attack the Block Angesichts dessen, dass dem Invasionsfilm derzeit eine Blüte wie seit den 1950ern selten zuvor widerfährt und der Trend für die nächste Zeit nicht abzuebben scheint, ist es logischerweise nur eine Frage der Zeit, bis auch die Parodiefraktion hinlangt. So etwas leistete sich 1996 schon Tim Burton mit Mars Attacks! als Antwort auf Roland Emmerichs Independence Day, der seinerzeit bei den Kritiken durchfiel, verglichen aber mit vielen aktuellen Machwerken wie Skyline oder World Invasion: Battle Los Angeles richtig schönes Popcorn-Entertainment darstellte, samt einer satten Portion süffisanter Ironie.

Mit Attack the Block, einem Beitrag des Fantasy Filmfest, gelangt eine Horrorkomödie in die Kinos, die das Invasionsthema auf eine andere, versteckt sozialkritische, vordergründig aber ghettoisiert-verkiffte Weise durch den Kakao zieht. Die Story, falls der Begriff nicht zu hoch gegriffen ist, erinnert in den ersten Zügen an die Critters-Filme aus den 80er und 90er Jahren. Zu Anfang wird der Zuschauer aber gleich mal in die Welt der Londoner Slums eingeführt, als fünf Jugendliche mit einem Messer bewaffnet eine hilflose Frau überfallen und ausrauben.

Gleich darauf kracht ein merkwürdiges Geschöpf vom Himmel, hinein in ein parkendes Auto. Während die Ausgeraubte sich davon macht, verfolgen die Jugendlichen das bizarre Wesen, machen ihm den Garaus und nehmen es als Trophäe heim ins plattenbauähnliche Hochhaus, das ihr Zuhause ist. Wenig später regnet es unzählige weitere Kreaturen von Himmel: größer, wie Gorillas aussehend, aber ohne Augen, dafür mit einem Gebiss ausgestattet, das einem Hai Respekt einflößen könnte.

Diese Aliens stürzen sich auf das Hochhaus, in dem die fünf Kleinkriminellen vom Anfang des Films leben. Wenig später gibt es erste Verletzte. Glücklicherweise lebt dort eine Krankenschwester in einer der Wohnungen. Dummerweise genau die Dame, welche die fünf kurz zuvor beraubt haben. Von tödlichen Aliens belagert, rauft man sich in der Not allerdings zusammen. Es gilt aber nicht nur zu überleben, sondern auch das Hochhaus zu verteidigen, denn die Behörden scheint das Schicksal der Menschen dort wenig zu kümmern.

Attack the Block stellt das Regiedebüt von Joe Cornish dar, der als Schauspieler bereits bei Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis mitwirkte. Mit Nick Frost ist ebenfalls ein bekanntes Gesicht aus diesem Film mit von der Partie; allerdings nur in einer bescheidenen Gastrolle. Er spielt einen Dude-artigen Kiffer, an dem die Invasion fast unbemerkt vorbei geht.

Wer des Englischen mächtig ist, sollte den Film wenn möglich im Original ansehen. Es wimmelt von pseudocoolem Gangsta- und Ghettotalk. Das wird adäquat kaum ins Deutsche zu übertragen sein. Auf die Dauer vermag das aber nicht zu unterhalten. Die Jokes sind relativ platt, der Gore-Faktor zuweilen hoch, meist aber eher comic-haft. Als derbe Komödie oder Invasionsfilm-Satire vermag Attack the Block nur phasenweise zu begeistern. Dass eine neun Millionen Pfund Independent-Produktion tricktechnisch nicht mit den Großen mithalten kann, braucht dabei nicht verwundern. Der leicht trashige Charme ist in diesem Falle aber nicht das Entscheidende. Das Problem ist vielmehr der Mangel an Handlung. Viel mehr als die Geschichte der zehn kleinen Negerlein (nein, das ist keine rassistische Anspielung), die nach und nach dezimiert werden, ist es unterm Strich betrachtet leider nicht.

Dafür findet sich noch ein Subtext, nachdem nicht einmal lange gefahndet werden muss. Es ist die Tatsache, dass sich die englische Politik wenig um ihre sozialen Unterschichten schert. Während es hierzulande zumindest Bemühungen gibt, Jugendlichen aus solchen Milieus in integrative Maßnahmen zu bringen, damit sie noch einen Schulabschluss machen und die Chance erhalten, anschließend einen Beruf zu erlernen und somit nicht (zwangsläufig) irgendwann in die Illegalität abrutschen, sind die Menschen dort auf sich allein gestellt. Das findet seine überspitzte Karikierung darin, dass die Regierung nicht einmal Hilfe entsendet, als lebensbedrohliche Kreaturen aus dem All die Siedlung attackieren.

Trotz der erfrischenden Herangehensweise an das Invasionsthema, dem sehr bewusst gehaltenen Anti-Hollywood-Inszenierungsstil und der Zu-Helden-Stilisierung des Londoner Prekariats, das die eigene Regierung am liebsten komplett verleugnet oder bereits im Vorhinein als kriminell und nichtsnutzig aufgegeben hat, wirkt der Film insgesamt nicht rund. Die Aliens sind nicht gerade originell, die Handlung beschränkt darauf, dass die Truppe auf der Flucht vor den Kreaturen von Wohnung zu Wohnung stolpert (in einem Hochhaus, in dem kaum Menschen zu wohnen scheinen), und die Sozialkritik hätte auf jeden Fall vertieft werden müssen; somit überwiegt der trashige Klamauk zu stark. Für den ganz anderen Kino- oder DVD-Abend ist der Film aber auf jeden Fall zu gebrauchen.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

15%

Die Vorraussetzungen hinter der Kamera waren nicht schlecht, doch schon bei der absolut unglaubwürdigen und klischeehaften Figurenzeichnung hat der Film große Probleme, zumal es keinerlei Identifikationsfiguren gibt. Lustig ist das Ganze zu keinem Zeitpunkt, so bekommt der Zuschauer einen Kalaueroverkill geboten, der seinen Humor hauptsächlich im klischeehaften Veralbern von Minderheiten ansieht. So macht sich schnell Langeweile breit, aber auch der Nervfaktor steigert sich mit laufender Spielzeit ins Unermessliche. Das liegt an den unsäglich platten Dialogen und den nicht gerade übermaßig talentierten Cast, bei denen es sich um unbedarfte Laiendarsteller handelt. Sein Regiedebüt setzte Joe Cornish auch inszenatorisch in den Sand, ist der Film doch viel zu dunkel und dermaßen hektisch geschnitten, dass man in nahezu jeder Actionszene kaum etwas erkennen kann; nicht zu vergessen der nervtötende Musikeinsatz und das unsägliche Ende. Zumindest das Creature Design wirkt originell und ein einziger One-Liner, von gefühlten 1000, sitzt. So ist Attack the Block schlussendlich ein absoluter Rohrkrepierer und schon jetzt ein heißer Kandidat für den schlechtesten Film des Kinojahres 2011.

Kurzkritik

von Florian Lieb

Wertung Kurzkritik

58%

Alien-Invasion-Filme sind wieder en vogue. Allein 2011 sahen sich Cowboys (Cowboys & Aliens), Nerds (Paul), Astronauten (Apollo 18), Angelitos (World Invasion: Battle Los Angeles), Russen (Darkest Hour), US-Kleinstadt-Kiddies (Super 8) und Londoner Ghetto-Pennäler mit Aliens konfrontiert. Letztere schafften es in Attack the Block auch deshalb in die Schlagzeilen, weil ihre realen Pendants zuvor randalierend durch England gezogen waren. Bereits Filme wie The Veteran propagierten zuletzt die kriminelle Gefahr der sozial vernachlässigten Kids aus den Sozialwohnungen South Londons. In Attack the Block obliegt es diesen designierten Berufsverbrechern nun, ihr Ghetto vor Aliens zu retten. Das geschieht zumeist unspannend, da man mit den Figuren wenig sympathisiert. Hinzu kommt, dass die Handlung und ihre Figuren oft selten schlüssig erscheinen. Wenig verwunderlich also, dass die Low-Budget-Produktion weltweit nicht mal die Hälfte ihrer Kosten einspielte. Trotz einiger netter Momente, ansehnlicher Set-Pieces und dynamischen Sequenzen ist Attack the Block somit ein durchschnittliches Sci-Fi-Spektakel. Trust it!



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