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Gianni und die Frauen

(Gianni e le donne, 2011)

Dt.Start: 22. September 2011 Premiere: 11. Februar 2011 (Italien)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 88 min Land: Italien
Darsteller: Gianni Di Gregorio (Gianni), Valeria De Franciscis (Mutter), Alfonso Santagata (Alfonso), Elisabetta Piccolomini (Ehefrau), Valeria Cavalli (Valeria), Aylin Prandi (Aylin), Kristina Cepraga (Kristina), Michelangelo Ciminale (Michelangelo), Teresa Di Gregorio (Teresa), Lilia Silvi (Lilia), Gabriella Sborgi (Gabriella), Laura Squizzato (Laura)
Regie: Gianni Di Gregorio
Drehbuch: Gianni Di Gregorio, Valerio Attanasio


Inhalt

Gianni führt das entspannte Leben eines pensionierten Hausmannes im Kreise seiner Familie. Einzig seine aufmerksamkeitssüchtige Mutter macht ihm zu schaffen, wenn sie wiedermal sein Geld beim Pokern verzockt oder ihn wegen diverser eingebildeter Krankheiten nervt. Plötzlich soll sich jedoch einiges ändern, denn der neuentdeckte Trend in Giovannis Rentner-Clique, sich eine Geliebte anzuschaffen, soll nun auch von ihm umgesetzt und praktiziert werden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Gianni und die Frauen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 67%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Gianni und die Frauen hat eine Wertung von 67%
Gianni ist in Liebesangelegenheiten unterwegs. Zumindest versucht der rüstige Frührentner, der jüngst seine Libido wiederentdeckte, beim anderen Geschlecht einen Stich zu machen. Leider hat der gute Mann nie den richtigen Auftritt bei den Frauen gelernt. Seine etwas unterwürfige Galanterie führt jedenfalls nicht weit. Gianni und die Frauen ist eine vergnügliche Komödie, die das Liebesgebaren älterer Herren gekonnt und mit viel Süffisanz auf die Schippe nimmt. Das garantiert eine Menge feinsinnigen, leicht herben Spaß. Einen nachhaltigen Erinnerungswert sollte man sich aber nicht versprechen.

Bild aus Gianni und die Frauen Manchmal muss man erst mit der Nase draufgestoßen werden, um am wahren Leben teilhaben zu wollen. Wenn man sich aber nicht beeilt, könnte es schon fast zu spät für den zweiten Frühling sein. Regisseur und Protagonist von Gianni und die Frauen, Gianni Di Gregorio, zeichnet in seinem Film eine Welt von Altherren-Muttersöhnchen und Softies nach, die gerne Machos wären.

Gianni (Gianni Di Gregorio) ist ein 60-jähriger Frühpensionär, der - herzensgut wie es seinem Wesen entspricht - dem "Weibsvolk" zu Diensten ist: Einerseits plagt er sich mit seiner steinalten, aristokratischen Mutter herum, die für ihr Alter aber noch voller Tatendrang steckt und munter sein Erbe verprasst; auf der anderen Seite gibt er für Frau und Tochter den Hausmann und erledigt darüber hinaus Dienstbotengänge für die Nachbarin. Trotz allem scheint er nicht gänzlich unzufrieden. Erst sein Freund Alfonso (Alfonso Santagata), der deutlich mehr Macho ist, bringt ihn auf den Gedanken, dass er sein Leben verpassen könnte, und dass es etwas völlig Normales wäre, eine Geliebte nebenher zu haben - das würden doch alle so machen.

Mit neuerwachter Libido begibt sich Gianni auf die Pirsch nach dem schönen Geschlecht. Wer aber im Leben nur zu dienen gelernt hat, wird mit unterwürfigen Annäherungsversuchen nicht allzu weit kommen. Gianni probiert einiges, um bei seinen Wunschkandidatinnen zu landen, aber ob nun Christina (Kristina Cepraga), die ansehnliche Haushälterin seiner Mutter, Gabriella (Gabriella Shorgi), die er schon seit langem insgeheim anschmachtet, oder Valeria (Valeria Cavalli), seine erste große Liebe, überall erntet er einen Korb. Die selbstbewussten Frauen leben ihre Leben und bedenken den älteren Herren bei seinem amourösen Herumscharwenzeln bestenfalls mit einem Lächeln, empfinden ihn zuweilen aber auch als lästig.

Locker-flockig wie leidlich unangestrengt kommt diese liebenswerte italienische Komödie samt leichtem, unterschwelligem Satire-Touch daher. Es ist kein tolldreister Schenkelklopfer-Spaß, der hier zum Besten gegeben wird; der Humor findet dennoch treffsicher (mitunter auf kleinen Umwegen) sein Ziel. Und obschon es im Grunde nicht erklärte Absicht des Films ist, moralisieren zu wollen, werden gekonnt Altherren-Sexfantasien karikiert, indem man sie schlichtweg ein ums andere Mal an den Klippen der Realität zerschellen lässt.

Gianni und die Frauen ist ein Film über starke, eigenständige Frauen, die keine Anhängsel sind. Die Wunschvorstellungen der Männer wandeln sich zu Stolperfallen, die den Herren auf der Liebespirsch zum Verhängnis werden können. Natürlich lässt sich so etwas am besten inszenieren, wenn die Hauptfigur ein Antiheld ist, der wenig bis gar nichts auf die Reihe bekommt und als Identifikationsfigur eigentlich ausscheidet. Vielmehr wird man von der Hoffnung ergriffen, eines Tages nicht sein Schicksal teilen zu müssen.

Die charmante Komödie mit ihren liebenswerten Charakteren richtet sich an ein reiferes Publikum, besitzt aber genug Leichtigkeit, um auch Jüngere unterhalten zu können. Die Mischung aus Erotik im Alter, süffisanter Komödie und subversiv-ironischem Realismus, fördert weder etwas wirklich Neues zutage, noch kann sich der Film mit top-besetzten Produktionen aus Übersee wie Liebe auf den zweiten Blick messen. Für einen vergnüglichen Kinoabend ohne doppelten Boden und ausgesprochener Hintergründigkeit sollte es aber allemal langen.



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