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Sound of Noise

(Sound of Noise, 2010)

Dt.Start: 11. August 2011 Premiere: 18. Mai 2010 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Krimi
Länge: 102 min Land: Schweden, Frankreich
Darsteller: Sven Ahlström (Oscar Warnebring), Johannes Björk (Johannes), Anders Vestergard (Anders), Fredrik Myhr (Myran), Marcus Boij (Marcus), Magnus Börjeson (Magnus), Bengt Nilsson (Amadeus Warnebring), Sanna Persson (Sanna), Ralph Carlsson (Hagman), Paula McManus (Colette)
Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson
Drehbuch: Johannes Stjärne Nilsson


Inhalt

Der Polizist Amadeus Warnebring wird in Malmö mit einem bizarren Fall von Terrorismus konfrontiert. Offenbar hat es sich eine Gruppe von Perkussionisten zur Aufgabe gemacht, die Grenzen der Musik ein wenig weiter zu fassen. Sie dringen in ein Krankenhaus ein und verwenden den wohlgenährten Bauch eines Patienten als Klangkörper. Anschließend überfallen sie eine Bank und shreddern Geld als Teil ihrer "Performance". Wird es Warnebring gelingen, die "Gangster" zu stoppen, bevor es zum großen Finale kommt?
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Sound of Noise hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Kurzkritik
von Matthias Pasler
Wertung von 71 für Sound of Noise

Irgendwie stellen schwedische Filme schon ein eigenes Genre dar. Mal düster, mal skurril, aber immer anders. Dass in diesem Film über Musik nicht alles völlig Sinn macht, ist also auch keine große Überraschung. Aber genausowenig, dass er trotzdem vorzüglich funktioniert. Das ist ganz besonders der kompletten Grundidee zu verdanken und der Art, wie sie innerhalb einer Erzählung verarbeitet wurde. Wirklich alles scheint sich zusammenzufügen und im kleinen Mikrokosmos des Filmes ganz selbstverständich zu funktionieren. Damit ist etwas entstanden, was man sehr gut als filmische Partitur bezeichnen kann. Schön anzusehen, schön anzuhören. In sich geschlossen. Hört man etwas genauer hin, fallen ein paar Mängel auf, wie eine nur fast fehlerfreie Thrillerhandlung. Auch die Erzählperspektive bleibt nicht ganz sauber. Aber ein kleiner Genuss mit einer Menge Kreativität ist Sound of Noise trotzdem.

Kritik

von Markus Müller
Sound of Noise hat eine Wertung von 69%
Um aus der Idee, von sechs Musikern, die eine Stadt mit überfallartigen Musikeinlagen terrorisieren, einen funktionierenden Spielfilm zu erschaffen, wurde um die mit Alltagsgegenständen gespielten Musikeinlagen eine Krimihandlung konstruiert. Dieses Konzept geht aufgrund der spannungsarmen Handlung zwar nur bedingt auf, das Endergebnis ist aber überaus originell, innovativ und streckenweise sehr amüsant.

Bild aus Sound of Noise Vor gut zehn Jahren veröffentlichten Ola Simonsson und Johannes Stjärne Nilsson ihren Kurzfilm Music for one Apartment and Six Drummers. Der Neunminüter entwickelte sich schnell zum Publikums- und Fachpresseliebling bei zahlreichen Filmfestivals und wurde schließlich auch zu einem riesigen Erfolg bei YouTube, wo er bis heute zahllose User begeistert. Zehn Jahre hat es gedauert, bis aus der Idee um sechs Musiker, die mit Alltagsgegenständen Musik machen, ein Spielfilm wurde. Die Herausforderung bestand dabei darin, um den ohne Zweifel originellen Ansatz eine funktionierende Rahmenhandlung zu konstruieren und dabei ein stimmiges, großes Ganzes zu schaffen.

Zunächst einmal ist die Idee, mit Alltagsgegenständen Musik zu machen, nicht halb so neu, wie man vielleicht meinen könnte. Denn bei näherer Betrachtung kommt einen beispielsweise das Musical "Stomp" in den Sinn und unumgänglich denkt man natürlich auch an die "Einstürzenden Neubauten". Tatsächlich liegt der Vergleich durchaus nahe, kreierten die Berliner Musiker schon 1985 mit ihrem in Tokyo gedrehten Film Halber Mensch Musik mit Rohren, Werkzeugen und Einkaufskörben. Dennoch gab es dazu auch noch konventionelle Instrumente wie E-Gitarren und natürlich auch Gesang. Auf beides verzichten die sechs Musiker in Sound of Noise komplett. Die Musik ist sehr melodisch und klingt eher nach Elektro, womit der Vergleich zu den Neubauten wieder in den Hintergrund rückt. Für sich genommen sind die Stücke im Film absolut vollwertige Tracks, die eingängig sind und gute Laune machen.

Insgesamt sind es vier Stücke, die im Film nur mit zweckentfremdeten Gegenständen gespielt werden. Wahrscheinlich wird es unterschiedliche Auffassungen geben, welches wohl am besten gelungen ist. Besonders auffällig ist jedoch ein Stück in einem Krankenhaus, währenddessen das letzte an einer Hochspannungsleitung zwar waghalsig, aber musikalisch eher unspektakulär ist. Darüber hinaus gibt es allgemein viel Musik zu hören. Dabei reicht die Bandbreite von sechs Schlagzeugern, die gleichzeitig um die Wette spielen, bis hin zu einem Orchester, das Haydn vorführt. Musikfans sollten sich diesen Film allein schon wegen der Musik nicht entgehen lassen, auch wenn der Kurzfilm von 2001 insgesamt in keinem Moment übertroffen wird. Witzig und innovativ sind sie aber garantiert.

Auch wenn am Ende der Eindruck eines funktionierenden Spielfilmes entsteht, kann die Geschichte an sich leider nicht komplett überzeugen. Die Story um den Polizisten und die "Musikterroristen" ist nett durchdacht, doch wurde sie leider recht spannungsarm umgesetzt. Als Thriller oder Krimi will der Plot nicht so recht funktionieren und die Liebesgeschichte, die sich wie aus dem Nichts als Nebenhandlung entwickelt, wirkt zu gewollt und ist zwar notgedrungen nachvollziehbar, aber im höchsten Maße unglaubwürdig. Leider muss man feststellen, dass der starke Auftakt keinesfalls weitergeführt werden kann und besonders gegen Ende einige Augen zugedrückt werden müssen, um auch dann noch mit dem Film glücklich zu werden. Die originelle Idee und das Höchstmaß an Innovationen sind es letztlich, die diesen Film sehenswert machen und die starken Schwächen in der Geschichte verzeihen lassen.



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