Ein paar Pechvögel erleben in einem verschlossenen, parkhausähnlichen Gebäude eine schlaflose Nacht, weil sie in Hybrid 3D vom titelgebenden Monster in Auto-Verkleidung gejagt werden. Leider fällt dem Zuschauer - vor allem im Mittelteil - das Wachbleiben nicht so einfach, was hauptsächlich an ein paar Logiklöchern und den beiden Hauptdarstellern liegt. Ansonsten ist Eric Valettes Film jedoch besser als sein Ruf und kann mit ein wenig Humor und interessanten Ideen zumindest teilweise unterhalten.
Eric Valette, welcher mit Maléfique bereits einmal einen überzeugenden und überraschenden Horrorfilm abgeliefert hat, präsentiert uns mit seinem Hybrid 3D einen etwas eigenwilligen Auto-Horrorfilm.
Nach einem schlimmen Verkehrsunfall wird ein mysteriöses Auto zum polizeilichen Verwahrplatz gebracht. Es dauert nicht lange, und die anwesenden Mechaniker stellen fest, dass mit dem Auto etwas nicht stimmen kann: Es fühlt sich nicht richtig an, es taucht immer wieder an unerwarteten Orten auf, und wie kann es sein, dass es ohne jegliche Spur eines Fahrers gefunden wurde? Nachdem der erste Mechaniker verschwindet und das Eigenleben des sich ständig in ein anderes Modell verwandelnden Fahrzeugs bestätigt ist, riegelt der knallharte Chef Ray (Oded Fehr) das parkhausähnliche Gebäude ab, um mit der überraschend kämpferischen Tilda (Shannon Beckner) und seinen anderen Untergebenen den Kampf gegen das Monster aufzunehmen.
Was zunächst an eine Trash-Version von Stephen Kings Christine erinnert, entpuppt sich bald als eine Art Octalus - Deep Rising in der Stadt, welches mit einer kleinen Prise Transformers (oder wahlweise Transmorphers) gewürzt wurde. Der Mittelteil weckt dann schmerzhafte Erinnerungen an Doom - Der Film und dessen Fehler, während die beiden Hauptdarsteller sich bis zum Ende nicht einig sind, in was für einer Art von Film sie eigentlich mitspielen.
Wenn man als Zuschauer nicht weiß, wer sich gerade wo befindet, ist es in einem solchen Film sehr schwierig, irgendwelche Spannung aufzubauen. Dank dem Score gelingt dies aber in einzelnen Moment dennoch - zumindest, bis einer der beiden Hauptdarsteller den Mund aufmacht. Die noch relativ unerfahrene Shannon Beckner (American Pie präsentiert: Die College-Clique) spielt den kompletten Film hindurch, als hätte sie einen Besenstiel verschluckt, weswegen man ihr das kämpferische Verhalten nicht immer abkauft, und ihr Partner Oded Fehr (Rent a Man, Die Mumie, Resident Evil: Extinction) macht das genaue Gegenteil, indem er sein Spiel konstant und maßlos übertreibt. Dies sorgt allerdings hin und wieder für ein paar zwar unfreiwillige, aber willkommene Schmunzler, welche den ansonsten eher zu ernst geratenen B-Movie-Trashfilm ein wenig auflockern.
Die letzten Bilder in Hybrid 3D unterstreichen nochmals die zugrunde liegende Idee, weswegen man - auch wenn die gelungene abschließende Szene etwas versöhnlich stimmt - automatisch den verschenkten Möglichkeiten nachtrauert. Der komplette Film landet somit auf etwa gleichem Niveau wie dessen Effekte, was wiederum heißt: knapp ungenügend, aber auch nicht wirklich schlimm. Monsterhorror-Fans, die auch gerne mal ein Auge zudrücken können und wollen, dürfen gerne mal einen Blick in das Innere dieses lebendigen Fahrzeugs werfen, der Rest umfährt lieber großräumig!
Noch ein abschließendes Wort zum im deutschen Titel (der Originaltitel lautet "Super Hybrid") angepriesenen 3D-Effekt, denn dieser wird durch zwei Faktoren quasi komplett zerstört (und das kommt von einem überzeugten 3D-Fan und -Verfechter): Da der Film im Grunde genommen immer im Dunkeln spielt, hält sich die Tiefenwirkung schon einmal prinzipiell in Grenzen. Dazu kommt starkes Ghosting (oder: Crosstalk), welches vor allem in dunklen Szenen zum Problem wird - und somit quasi immer. Sogenannte Pop-Out-Effekte kommen dazu auch nur sehr selten und wenig ausgeprägt vor. Wer sich also einen Gefallen tun will, greift hier zur 2D-Version und spart gleich noch ein paar Euro Benzingeld. Gute Fahrt!