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In Christopher Nolan Hollywoodremake verschlägt es einen Detective ins kalte und dauerhelle Alaska, wo er einem Psychopathen auf die Spur kommen muss.
Schlaflos in Alaska ist der arme Al Pacino. Denn da geht im Sommer die Sonne nie so ganz unter. Ungewohnte Situation für den Star-Detective Will Dormer, dessen üblicher Einsatzort Los Angeles ist. Aber nicht nur der Stand der Sonne, sondern auch zwei Morde sind verantwortlich für seine angespannte psychische Verfassung. Einer der Morde ist der Grund für den ungewohnten Schauplatz. Ein junges Mädchen wird tot aufgefunden. Täter: Robin Williams. Das steht eh schon bald fest. Interessant wird erst der zweite Todesfall. Will erschießt versehentlich im Einsatz seinen Partner. Oder war es doch Absicht? Jedenfalls ist es für ihn einfacher, die Tatsachen zu verdrehen und sich vor der Verantwortung zu drücken. Blöd nur, dass Psycho-Williams die Tat beobachtet hat. Und hier wird's spannend.
Al Pacino und Robin Williams als Widersacher (oder Partners in Crime?) sind äußerst sehenswert. Wer hätte gedacht, dass Mrs. Doubtfire unschuldige Mädchen tötet, Peter Pan ein dunkles Doppelleben führt und Patch Adams nur für seine Patienten fröhlich ist? Robin Williams lässt jetzt mal so richtig die Sau raus und zeigt, dass er auch gaaanz anders kann. Und er kann wirklich, auch wenn man sich an das neue Image, das er außerdem in One Hour Photo zelebriert, gewöhnen muss. Nur gut, dass da eine weitere Legende an seiner Seite spielt. Mr. Godfather als Cop ist ja nicht zwingend was Neues. Dafür macht er's aber besonders gut! Fantastisch seine zunehmende Erschöpfung und seine Selbstzweifel. Das kann nur ein echter Pacino. Nicht übersehen sollte man bei dem Duell Hilary Swank als strebsame Nachwuchspolizistin, die dank ihrer Normalheit nicht die typische, optisch ansprechende weibliche Deko verkörpert. Zwar gibt die Rolle nicht allzu viel her, aber dafür darf sie den Meister persönlich bewundernd anschmachten (aber gut - wer täte das nicht?).
Wichtige Teile der Handlung basieren auf der gewaltigen Szenerie. Im Original von Erik Skjoldbjaerg spielen die skandinavischen Naturerscheinungen eine wichtige Rolle. Nachdem man das Drehbuch zwar unbedingt amerikanisieren musste, aber lobenswerter Weise nicht ganz ändern wollte, entschied man sich für Alaska. Obwohl es in Alaska nicht restlos dunkel wird, wird es auch nicht wirklich hell. Ein guter Anlass zur Schlaflosigkeit. Die Landschaft hat etwas Düsteres, Unheimliches an sich. Neblige Steinufer, gigantische Wasserfälle, unendliche Eisflächen und viel Holz sorgen für das richtige Ambiente. Rein visuell erinnert Insomnia - Schlaflos durchaus an Christopher Nolans geniales Debüt Memento. Der Stil lässt Gemeinsamkeiten ahnen. Doch der Nachfolger ist nicht ganz so fesselnd und aufwühlend wie sein Vorgänger. Man sollte aber auf alle Fälle der Handlung genauso aktiv folgen, auch wenn diesmal die Dialoge die Informationsträger sind, nicht die Reihenfolge. Denn es kann schon mal passieren, dass man mit den Gedanken dezent vom Film abkommt und plötzlich das Gefühl hat, was Wichtiges verpasst zu haben. Insgesamt kann man sich Insomnia - Schlaflos wirklich ansehen, man kann kaum meckern, nur sollte man keinen großartigen, umwerfenden, bahnbrechenden, sensationellen Thriller erwarten. Gerne aber nur einen Thriller. |