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The Future(The Future, 2011)
| Dt.Start: |
27. Oktober 2011
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Premiere: |
21. Januar 2011 (Sundance Film Festival, USA) |
| FSK: |
ab 6
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
90 min
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Land: |
Deutschland, USA |
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Darsteller:
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Miranda July (Sophie), Hamish Linklater (Jason), David Warshofsky (Marshall), Isabella Acres (Gabriella), Joe Putterlik (Joe), Kathleen Gati (Dr. Straus), Erinn K. Williams (Tammy), Oona Mekas (Sasha) |
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Regie:
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Miranda July |
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Drehbuch:
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Miranda July |
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 Inhalt
Sophie und Jason, zwei in L.A. lebende Mittdreißiger, fassen den Entschluss, eine verletzte Katze zu adoptieren, die sie auf der Straße gefunden haben. Als sie von der Veterinärin hören, dass sie sich das gesunde Tier in 30 Tagen abholen können und sich auf fünf bis sechs weitere Jahre mit der Katze freuen dürfen, geraten sie in eine Midlife-Crisis. Das kurz vor dem Beziehungsaus stehende Paar beschließt, die noch verbleibende Lebenszeit besser zu nutzen. Sie kündigen ihre langweiligen Jobs, surfen weniger im Internet, knüpfen kuriose Freundschaften und versuchen, Raum und Zeit zu verändern. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
The Future war einer der Filme, der auf der diesjährigen Berlinale wohl mit die meiste Kritik einstecken musste. Dennoch war die allgemeine Erwartung nach Miranda Julys Ich und Du und Alle, die wir kennen hoch und konnte in den ersten 20 Minuten den verschrobenen Charme ihres Erstlingswerkes wiederholen: Viele lustige Ideen (die Katze als Erzähler!), eine wunderbare Inszenierung gegen den Strich und eine passende Musikuntermalung. Dennoch scheitert der Film am Ende, was leider der Entwicklung ihrer Charaktere geschuldet ist. Mit der Entscheidung ohne jeden ersichtlichen Grund fremd zu gehen, verliert der Hauptcharakter Sophie leider jeden Sympathiewert und auch die wundervollen Momente der ersten 20 Minuten werden nun so gut wie gar nicht mehr eingesetzt. So ist dem Zuschauer Sophie von da an egal und somit eigentlich auch das Treiben auf der Leinwand, was es fast zur Qual macht, die restlichen 65 Minuten ausharren zu müssen. July hat sich trotz der tollen Anfangsphase mit ihren unverständlich agierenden Charakteren selbst ein großes Ei ins Nest gelegt, bei dem das Einprügeln der Kritik von allen Seiten durchaus nachvollziehbar ist.
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Warum Pfötchen die Geschichte von Sophie und Jason zu erzählen vermag, wird erst am Ende ersichtlich. Pfötchen ist ein streunender Kater, der mit verletzter Pfote in ein Tierheim nach Los Angeles kommt. Nachdem er operiert wurde, muss er sich einige Tage auskurieren, dann dürfen Sophie und Jason, die beschlossen haben, ihn zu adoptieren, ihn zu sich holen. Wenn sie den Abholtermin versäumen, wird Pfötchen aber eingeschläfert, da das Tierheim hoffnungslos überfüllt ist. Skurriles Beziehungsdrama mit naiv-existenziellen Untertönen und surrealen Sequenzen, die einen unausgegorenen Genre-Mix generieren, der seine Momente hat, aber wenig einladend ausfällt.
Sophie und Jason (Miranda July und Hamish Linkslater) sind ein Paar Mitte 30. Kinderlos, aber glücklich, wie es scheint, leben sie einen leicht alternativ anmutenden Lebensstil; Ökos sind die beiden aber keine. Sophie ist Tanzlehrerin und Jason arbeitet für eine Telefonhotline von zu Hause aus. Wirklich ausgefüllt sind die beiden dennoch nicht - und zuweilen führen sie Gespräche mit reichlich krudem Inhalt. Beispielsweise: Ist man erst mal 35, sind die 40 nicht mehr weit weg; und mit 40 ist es nur noch ein winziger Schritt bis 50; und dann ist sowieso alles vorbei!
Um aus dieser verfrühten Midlifecrisis herauszukommen, suchen sie sich Aufgaben, die ihr Leben mit mehr Sinn erfüllen sollen. Sophie startet ihr YouTube-Tanzprojekt: 30 Tage - 30 Tänze; und Jason engagiert sich beim Klimaschutz. Dafür tingelt er vertretergleich von Tür zu Tür und versucht, Hauseigentümern Bäume zu verkaufen, die sie anschließend in ihren Garten pflanzen sollen. Weder aber wollen Sophie kreative Moves vor der Kamera gelingen, noch kann Jason Bäume an den Mann bringen. Beide sind gefrustet.
Sophie greift eines Tages zum Telefon und klingelt bei einer Nummer durch, die auf der Rückseite einer Zeichnung steht. Diese Zeichnung hing im Tierheim am Schwarzen Brett. Ein junges Mädchen hatte sie dort platziert, das mit seinem Vater zufälligerweise am selben Tag vor Ort war, und Jason hatte ihr die Skizze abgekauft. Am anderen Ende der Leitung meldet sich der Vater des Mädchens. Obwohl Sophie den Mann noch nie zuvor gesehen hat, führt sie ein längeres Gespräch mit ihm. Und dabei bleibt es nicht.
Versucht man von The Future einen halbwegs runden Eindruck wiederzugeben, stolpert man schnell über das, was den Film im Guten wie im Schlechten durchzieht: Perspektive, eingesetzte Stilmittel, den Hang, magische Momente schaffen zu wollen, und den richtigen Absprungzeitpunkt zu finden. Dabei stehen im Zentrum solch banale Dinge wie die Sinnkrise kinderloser Mitdreißiger, die sich nicht dort sehen, wo sie ursprünglich (in dem Alter) hätten sein wollen. Bei Sophie gipfelt das in einer Affäre samt der Möglichkeit, einen Schlussstrich unter ihr altes Leben zu ziehen.
Jason ist hingegen bestrebt, am Alten festzuhalten. Er will keine Veränderung, keinen Bruch in seinem Leben. Um das in Bildern zu verdeutlichen, bedient sich The Future nicht nur aus dem Fundus des Magischen Realismus, im Grunde kippt er sogar ins Surreale, was sowohl zu Momenten absurder Komik führt, als auch zu visuell durchaus reizvollen Sequenzen: Soweit, dass selbst die Naturgesetze durcheinander geraten. Jason sieht aber alsbald ein, dass dies nicht der Weg sein kann, doch gibt es noch ein Zurück? Sophie stellt sich ebenfalls diese Frage, wenn auch bei ihr mehr zwischenmenschliche Aspekte eine Rolle spielen. The Future entpuppt sich somit als das durchaus übliche Beziehungsdrama. Wäre dies alles aber nicht aus der Sicht eines Katers erzählt, der über den Dingen schwebt und die Ereignisse süffisant aus dem Off kommentiert, und würde Jason nicht geradezu fantasyhaft die Welt aus den Angeln heben, um die Beziehung zu erhalten, hätte der Film mitunter wenig Höhepunkte - vielleicht mal vom differenzierten Spiel Miranda Julys abgesehen.
Trotz sinnlich-poetischer Momente, einer skurrilen Absurdität der Wendungen und eines leicht meschuggenen Grundcharmes sowie überzeugender Akteure, vermag The Future aber nicht stimmig zu erscheinen. Der Mix aus Transzendierung eines trivialen Beziehungskonflikts, verschrobener Erzählperspektive und Pseudo-Midlifecrisis-Drama ist in der Form zwar originell, allerdings weder besonders fesselnd - da man sich als Zuschauer auf die schrägen Momente kapriziert und auf mehr wartet -, noch werden größere Denkanstöße geliefert. Zugleich überfrachten die einzelnen Motive und Elemente die im Grunde dünne Handlung, sodass die gefühlte Leere im Leben des Paars sich phasenweise leicht (er)drückend auf das Publikum niederschlägt.
In der Endabrechnung bleibt somit der Eindruck: Hätte man den Konflikt des Paars und das Drama hervorgehoben und mit Substanz angefüllt, sowie auf den philosophierenden Kater samt magischer Gestaltung verzichtet, gäbe es zwar deutliche Einbußen in puncto Originalität, aus dem Ganzen wäre aber vielleicht ein feinfühliges Beziehungsdrama geworden.  Weitere interessante Filme
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