Die Maske lebt von der Spiellaune des gut aufgelegten Jim Carrey und den herausragenden Spezialeffekten. Leider verstanden es die Macher nicht, dies auch nur ansatzweise in eine gute Geschichte zu verpacken. Die mit Ausnahme von Cameron Diaz durch die Bank weg schlechten Darsteller (einschließlich Jim Carrey, der das filmisch einmalige Kunststück schafft, im selben Film gleichzeitig eine unterdurchschnittliche sowie eine überdurchschnittliche Leistung abzuliefern) erledigen ihr übriges, damit das Werk am Ende nicht mehr als mittelprächtiger Nonsens ist.
Jim Carrey zuzusehen, wie er sich als Maske von einem aberwitzigen Gag zum nächsten hangelt, macht riesigen Spaß. Zusammen mit den fantastischen Spezialeffekte von Industrial Lights and Magic entsteht daraus ein Humorfeuerwerk, das man so selten zu sehen bekommt. Leider kann der Rest des Films nicht mit diesen Szenen mithalten.
Die Handlung ist überladen und voller Logiklöcher. Beispielsweise wird der von der Polizei gesuchte Stanley Ipkiss aus einem fahrenden Auto direkt vor die Füße seiner Verfolger geworfen, doch anstatt sich zu wundern, warum der vermeintliche Superverbrecher ihnen gefesselt vor den Latschen landet, wird das einfach so hingenommen.
Ein weiteres Problem sind die allesamt albernen und überzeichneten Charaktere, weshalb der absurde Witz der Maske sich nicht gänzlich entfalten kann, da alles auch ohne die Maske schon heillos überdreht wirkt.
Die Regie von Chuck Russell ist temporeich, was den Action-Szenen sichtlich bekommt. Aber gerade die dramatischen Szenen, die einen großen Teil des Films ausmachen, werden in der Regel so schnell abgearbeitet, dass es Russel wohl nicht darum ging, eine Geschichte zu erzählen, sondern lediglich Bindeglieder zwischen den Maskenszenen zu schaffen.
Die schlechte schauspielerische Leistung von Jim Carrey, der es als sympathischer Loser nicht schafft, seine übertriebenen Grimassen und Gestiken, die in den Szenen als Maske perfekt funktionieren, sein zu lassen, verstärkt den Eindruck, dass man die Handlung schnell abkanzeln wollte, noch zusätzlich. Vielleicht wäre es eine Überlegung gewesen, Carrey lediglich als Maske zu verpflichten und den Part von Stanley Ipkiss einem anderen Darsteller zu übertragen.
Der restliche Cast glänzt ebenfalls nicht mit besonderen Leistungen. Peter Riegert als Lt. Kellaway agiert in all seinen Szenen dermaßen hölzern, dass eine Seifenoper dagegen wie großes Kino wirkt. Amy Yasbeck und Richard Jeni wirken dermaßen Lustlos, dass man das Gefühl hat, sie wollen nicht einmal versuchen, das bestmögliche aus ihren völlig überflüssigen Rollen herauszuholen.
Einzig Cameron Diaz, die hier ihr Schauspiel-Debüt gibt, verleiht dem Film ein wenig schauspielerische Klasse. Zumindest in dem Rahmen, den ihr das schlecht geschriebene Drehbuch zugesteht. Es hat schon einen gewissen Zynismus, dass Diaz eine Frau spielt, die darunter leidet, dass sie alleine auf ihr Aussehen reduziert wird - während man die gesamte Laufzeit des Films den Eindruck hat, dass ihr das Drehbuch auch nicht mehr zugestehen möchte.
Abschließend kann man sowohl die, besonders für die damalige Zeit, hervorragenden Spezialeffekte als auch die erstklassige Performance von Jim Carrey als Maske gar nicht hoch genug loben. Allerdings wird dieses hohe Potential durch die extremen Schwächen des Drehbuchs und schlecht agierenden Schauspieler verschenkt, weshalb Die Maske letztendlich nicht mehr als ein mittelmäßiger Film geworden ist.