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In der Romanverfilmung des gleichnamigen Frauenromans erleben wir neben den Altstars Ellen Burstyn und Maggie Smith die beiden Darstellerinnen Sandra Bullock und Ashley Judd.
Es ist immer wieder eine große Freude all mein imaginäres Östrogen hervorzukramen, um etwas sinnvolles über einen Frauenfilm zu erzählen. Denn wie wäre es mir sonst möglich, zu ergründen, ob ein solcher Film beim weiblichen Geschlecht Anklang findet. Nun, da ich mir die Fingernägel lackiert habe und die Lockenwickler startklar sind, bin in der richtigen emotionalen Verfassung, um endlich zur Tat zu schreiten und sogleich zu verkünden, dass Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern nicht das Gelbe vom Ei ist. Was will man von einer miserabel erzählten Geschichte und Charakteren die einem am Allerwertesten vorbeigehen auch erwarten. Aber alles der Reihe nach, denn eigentlich war die Ausgangssituation für diesen Film gar nicht so schlecht, da die Romanvorlage von Rebecca Wells nicht zu den Schlechtesten zählt. Aber Drehbuchautorin und Regisseurin Callie Khouri (Thelma and Louise) hat die witzigen Elemente des Buches, in denen es um die Ya-Ya Schwestern und ihre Erlebnisse geht, schwer zusammengestutzt und sich auf den im Buch eher sekundären Mutter-Tocher Konflikt gestürzt. Dies erwies sich im nachhinein als eher unglückliche Entscheidung.
Die Geschichte des Films spielt in drei Zeitebenen und rollt das ereignisreiche Leben von Vivi Walker auf. Als Mädchen gründete sie mit ihren drei Freundinnen Teensy, Necie und Caro den Bund der Ya-Ya Schwestern, dem die vier bis zum Ende ihres Leben treu blieben. Wir erfahren von ihrer scheren Jugend mit einer erzkatholischen Mutter und einem gefühlkalten Vater und von dem Tod ihrer großen Liebe während des Krieges. Auch die Heirat der Notlösung Shep und die Geburt dreier Kinder bringen der angeschlagenen Vivi nicht die erhoffte Lebensfreude. Als letzter Ausweg bleibt der Griff zur Flasche, den vor allem die Kinder und der arme Shep zu spüren bekommen. Lässt man diese Lebensgeschichte auf sich wirken, findet man einige interessante, spannende und dramatische Elemente, die sich gut in einen Film einbetten lassen würden. Allerdings kann man diese Geschichte auch hundsmiserabel erzählen, so dass dem Zuschauer das tragische Leben von Vivi so viel interessiert, wie wenn Chicago ein Radl umfällt. Genau dies hat Callie Khouri geschafft, indem sie die Geschichte in zusammenhanglose und teilweise nichtssagende Rückblenden aufteilte.
Unter Vivis eigenen Problemen litt vor allem ihre älteste Tochter Sidda, die heute eine erfolgreiche Theaterautorin ist und in einem Time Artikel durchblicken lässt, dass sie auf Grund ihrer Mutter eine schwere Kindheit hatte. Als Vivi den Artikel liest, bricht sie in Tränen aus und will nichts mehr von ihrer undankbaren Tochter wissen. Ihre drei Ya-Ya Schwestern eilen ihr zu Hilfe und erkennen sofort, dass drastische Maßnahmen nötig sind, um die Sache wieder in Lot zu bringen. Postwendend nehmen sie Sidda als "Geisel" und erzählen ihr mit Hilfe des großen Buches der Ya-Yas die oben beschriebene Lebensgeschichte von Vivi. Der Aufwand ist selbstverständlich von Erfolg gekrönt und gipfelt in einer herzzerreißenden Versöhnungsszene, die ungefähr so glaubwürdig ist wie ein Trabbi mit 220 auf der Autobahn.
Während des kompletten Films ist dem Zuschauer nicht vergönnt, eine Beziehung zu Vivi und ihrem tragischen Leben aufzubauen. Dies liegt vor allem an der unglücklichen Erzählweise, aber auch an den zahlreichen Zeitsprüngen, die es unmöglich machen, mit Vivi warm zu werden und mitzufühlen. Die meisten anderen Charaktere bleiben während der Ausflüge in die Vergangenheit weitestgehend farblos und könne sich nur in der Gegenwart ansatzweise ein Profil erarbeiten. Unterm Strich ist Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern ein unterdurchschnittlicher Film, mit einem gut gelungen und humorvollem Anfang, der vor allem den drei gealterten Ya-Yas zu verdanken ist. Allerdings geht dem Film danach zu schnell die Puste aus und man muss sich durch eine schlechte und belanglose Story mit zahlreichen Lägen kämpfen. |