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Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern

(The Divine Secrets of the Ya-Ya Sisterhood, 2002)

Dt.Start: 31. Oktober 2002 Premiere: 03. Juni 2002 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 116 min Land: USA
Darsteller: Sandra Bullock (Siddalee Walker), Ellen Burstyn (Vivi Walker), James Garner (Shep Walker), Maggie Smith (Caro), Fionnula Flanagan (Teensy), Shirley Knight (Necie), Angus MacFadyen (Connor), Ashley Judd (Vivi Walker als junge Frau), Katy Selverstone (Caro als junge Frau), Jacqueline McKenzie (Teensy als junge Frau), Kiersten Warren (Necie als junge Frau), David Lee Smith (Shep Walker als junger Mann), Caitlin Wachs (Vivi Walker als Kind), Allison Bertolino (Siddalee Walker als Kind), Mary Katherine Weiss (Caro als Kind), Alyssa May Gold (Teensy als Kind), Nicki Tschudi (Necie als Kind)
Regie: Callie Khouri
Drehbuch: Mark Andrus, Callie Khouri


Inhalt

Die erfolgreiche Theaterautorin Sidda Walker erzählt in einem Interview des Time Magazines, dass sie wegen ihrer Mutter Vivi eine schere Kindheit hatte. Als Vivi den Artikel ließt, ist sie so erbost, dass sie nichts mehr von ihrer undankbaren Tochter wissen will. Um die beiden wieder zusammenzubringen, eilen Vivi ihre drei Ya-Ya Schwestern zur Hilfe. Ohne Vivi einzuweihen, kidnappen sie Sidda und versuchen ihr zu erklären, warum ihre Mutter so ist, wie sie ist.
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Kritik

Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern hat eine Wertung von 45%
In der Romanverfilmung des gleichnamigen Frauenromans erleben wir neben den Altstars Ellen Burstyn und Maggie Smith die beiden Darstellerinnen Sandra Bullock und Ashley Judd.

Bild aus Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern Es ist immer wieder eine große Freude all mein imaginäres Östrogen hervorzukramen, um etwas sinnvolles über einen Frauenfilm zu erzählen. Denn wie wäre es mir sonst möglich, zu ergründen, ob ein solcher Film beim weiblichen Geschlecht Anklang findet. Nun, da ich mir die Fingernägel lackiert habe und die Lockenwickler startklar sind, bin in der richtigen emotionalen Verfassung, um endlich zur Tat zu schreiten und sogleich zu verkünden, dass Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern nicht das Gelbe vom Ei ist. Was will man von einer miserabel erzählten Geschichte und Charakteren die einem am Allerwertesten vorbeigehen auch erwarten. Aber alles der Reihe nach, denn eigentlich war die Ausgangssituation für diesen Film gar nicht so schlecht, da die Romanvorlage von Rebecca Wells nicht zu den Schlechtesten zählt. Aber Drehbuchautorin und Regisseurin Callie Khouri (Thelma and Louise) hat die witzigen Elemente des Buches, in denen es um die Ya-Ya Schwestern und ihre Erlebnisse geht, schwer zusammengestutzt und sich auf den im Buch eher sekundären Mutter-Tocher Konflikt gestürzt. Dies erwies sich im nachhinein als eher unglückliche Entscheidung.

Die Geschichte des Films spielt in drei Zeitebenen und rollt das ereignisreiche Leben von Vivi Walker auf. Als Mädchen gründete sie mit ihren drei Freundinnen Teensy, Necie und Caro den Bund der Ya-Ya Schwestern, dem die vier bis zum Ende ihres Leben treu blieben. Wir erfahren von ihrer scheren Jugend mit einer erzkatholischen Mutter und einem gefühlkalten Vater und von dem Tod ihrer großen Liebe während des Krieges. Auch die Heirat der Notlösung Shep und die Geburt dreier Kinder bringen der angeschlagenen Vivi nicht die erhoffte Lebensfreude. Als letzter Ausweg bleibt der Griff zur Flasche, den vor allem die Kinder und der arme Shep zu spüren bekommen. Lässt man diese Lebensgeschichte auf sich wirken, findet man einige interessante, spannende und dramatische Elemente, die sich gut in einen Film einbetten lassen würden. Allerdings kann man diese Geschichte auch hundsmiserabel erzählen, so dass dem Zuschauer das tragische Leben von Vivi so viel interessiert, wie wenn Chicago ein Radl umfällt. Genau dies hat Callie Khouri geschafft, indem sie die Geschichte in zusammenhanglose und teilweise nichtssagende Rückblenden aufteilte.

Unter Vivis eigenen Problemen litt vor allem ihre älteste Tochter Sidda, die heute eine erfolgreiche Theaterautorin ist und in einem Time Artikel durchblicken lässt, dass sie auf Grund ihrer Mutter eine schwere Kindheit hatte. Als Vivi den Artikel liest, bricht sie in Tränen aus und will nichts mehr von ihrer undankbaren Tochter wissen. Ihre drei Ya-Ya Schwestern eilen ihr zu Hilfe und erkennen sofort, dass drastische Maßnahmen nötig sind, um die Sache wieder in Lot zu bringen. Postwendend nehmen sie Sidda als "Geisel" und erzählen ihr mit Hilfe des großen Buches der Ya-Yas die oben beschriebene Lebensgeschichte von Vivi. Der Aufwand ist selbstverständlich von Erfolg gekrönt und gipfelt in einer herzzerreißenden Versöhnungsszene, die ungefähr so glaubwürdig ist wie ein Trabbi mit 220 auf der Autobahn.

Während des kompletten Films ist dem Zuschauer nicht vergönnt, eine Beziehung zu Vivi und ihrem tragischen Leben aufzubauen. Dies liegt vor allem an der unglücklichen Erzählweise, aber auch an den zahlreichen Zeitsprüngen, die es unmöglich machen, mit Vivi warm zu werden und mitzufühlen. Die meisten anderen Charaktere bleiben während der Ausflüge in die Vergangenheit weitestgehend farblos und könne sich nur in der Gegenwart ansatzweise ein Profil erarbeiten. Unterm Strich ist Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern ein unterdurchschnittlicher Film, mit einem gut gelungen und humorvollem Anfang, der vor allem den drei gealterten Ya-Yas zu verdanken ist. Allerdings geht dem Film danach zu schnell die Puste aus und man muss sich durch eine schlechte und belanglose Story mit zahlreichen Lägen kämpfen.

von Thomas Straßer


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