Heim-Invasions-Thriller der langweiligen Sorte: Joel Schumacher, Nicolas Cage, Nicole Kidman und Andrezej Bartkowiak sind bekannte Namen, garantieren aber noch keinen guten Film, wenn das Ergebnis so ermüdend ist wie Trespass.
Wenn in der Traumfabrik ehemals große Namen plötzlich nur noch im Cast mäßiger Produktionen zu finden sind, blutet dem Filmfan das Herz. Trespass gelingt dabei als - bedingt durch die Prominenz seiner Beteiligten - herausragende Erscheinung innerhalb der Neuerscheinungen vom DVD-Label Ascot Elite, Scheitern zu kulminieren. Daran ist nicht nur der äußerst bescheidene Erfolg von der 35 Mio. Dollar-Produktion Trespass an der US-Kinokasse "schuld", weswegen nur wenige Wochen später bereits die Auswertung fürs Heimkino erfolgte.
Regisseur Joel Schumacher "gelingt" zwar nicht ganz der epic fail von Batman & Robin, für den er seinerzeit zu Recht die Goldene Himbeere als schlechtester Film des Jahres 1997 verliehen bekam. Doch strotzt Trespass vor einer gähnend langweiligen Szenenregie, in der nicht so recht Spannung aufkommen und eine bedrohliche Atmosphäre entstehen will. Hostage - Entführt oder Firewall, oftmals auch von der Filmkritik gerügt, waren als Heim-Invasions-Thriller wesentlich fesselnder, woran nicht zuletzt charismatische Darsteller ihren Anteil hatten. Schumacher scheint mit Trespass des Inszenierens müde geworden zu sein, aber wer will es ihm mit einem Alter von 72 Jahren verdenken?
Weniger gnädig muss man da mit Drehbuchautor Karl Gajdusek sein, der bisher - vollkommen zu Recht - nur fürs TV arbeiten durfte. Einfallslos und nur den Klischees des Genres folgend, braucht man sich ob Schumachers behäbiger Inszenierung nicht wundern. Als Geisel genommene Hausbewohner bringen Widerworte gegen ihre Kidnapper? Wow, nie erlebt! Sie begehren auf und rächen sich? Nie gesehen! Überraschendes, sexuell aufgeladenes Verhältnis zwischen einem soziopathischen Kidnapper (flach: Cam Gigandet) und Ehefrau (Nicole Kidman): Woah! Und der wendet sich gegen seine Kollegen: krass! Nur wirkt das irgendwie arg konstruiert, unlogisch und aufgesetzt. Von den dazu aufgesagten, papiernen Dialogen mal ganz abgesehen.
Die jüngere Filmografie von Nicolas Cage ist von Unzulänglichkeiten geprägt. Seit Jahren beschert er seinen Fans Heuler wie Drive Angry oder Ghost Rider - mit kommerziell wechselhaftem Erfolg. Seine Besetzung und sein blasses Schauspiel als undurchsichtiger, weichlich wirkender Diamantenhändler, der im entscheidenden Moment Eier zeigt, verwundert also nicht. Bei Nicole Kidman sieht es indes - eigentlich - besser aus: dem gefloppten, aber Oscar-nominierten Musical Nine stehen kommerzielle Erfolge wie Der goldene Kompass gegenüber. Die "großen Namen" dürften der Grund dafür sein, dass sie hier mitwirkte und mit ihrem stetigen Zetern und Bangen immerhin einen Tick besser wegkommt als ihr Hauptrollen-Kollege.
Leider entwickelt sich das dialoglastige Pseudo-Psycho-Thrillerchen nur langsam, Spannung kommt mangels logischer Brüche und Tempo auch nicht wirklich auf. So bleiben die atmosphärisch dichten, aufgeheizten Bilder von Altmeister Andrezej Bartkowiak, der sich nach der Inszenierung von Heulern wie Doom - Der Film und Street Fighter: The Legend of Chun Li wieder auf das besann, was er wirklich kann, noch am ehesten als solideste Zutat im Gedächtnis. Die hübschen Bilder lenken jedoch nicht von der kraftlosen Ideenarmut ab, die in Regie und Drehbuch regelrecht zelebriert werden, wenn Nicolas Cage mal wieder seine irgendwo sicherlich vorhandenen Fähigkeiten als Schauspieler vergessen macht.