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Aushilfsgangster

(Tower Heist, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Eine Gruppe befreundeter Geschäftsmänner in New York fällt auf den Anlagenbetrüger Arthur Shaw herein. Als sie erfahren, dass er sie mit einem dubiosen Geschäftsmodell über den Tisch gezogen hat, wollen die Männer zum Gegenschlag ausholen und mithilfe des einstigen Kriminellen Slide einen Raubüberfall auf das Penthouse des Wall-Street-Betrügers verüben. Doch der Plan verläuft nicht wie gedacht.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

65%

Am Ende ist der einfache Mann der Verlierer und die Mächtigen kommen davon. Diese Alltagsweisheit könnte der Tenor von Aushilfsgangster sein, dem aktuellen Film von Regisseur Brett Ratner (X-Men: Der letzte Widerstand, Rush Hour 3). Ben Stiller spielt darin den einfachen Jungen aus dem New Yorker Arbeiterghetto Queens, der sich relativ weit nach oben arbeitete, im Grunde aber noch immer Handlanger ist. Eines Tages beschließt er, es einem skrupellosen Börsenmanager heimzuzahlen. Spaßige Unterhaltung ist garantiert. Die Akzente, die zu mehr hätten anregen können, werden aber kurz gehalten.

Bild aus Aushilfsgangster Josh Kovacs (Ben Stiller) hat es zu einer Art Edel-Concierge geschafft. Er ist der Garant dafür, dass in einem Wolkenkratzer, in dem die Oberschicht Nobel-Apartments unterhält, den Bewohnern alle Wünsche von den Augen abgelesen werden. Kovacs besitzt darüber hinaus auch ein großes Herz und eine soziale Ader und stellt manch einen ein, der unter normalen Umständen keinen Job bekommen hätte. Als guter Chef dieser "Sklaventruppe" hat er sich zudem darum bemüht, dass der Pensionsfond der Angestellten in gute Hände kommt, sodass seine Mitarbeiter im Alter ein ordentliches Auskommen haben können.

Milo Krayne (Judd Hirsch), der das Penthouse bewohnt, Anteilseigner am Gebäude ist und an der Börse Milliarden umsetzt, managet diesen kleinen Fond und hatte sein Wort gegeben, dass er ihn verdreifachen würde. Eines Tages taucht aus heiterem Himmel das FBI auf und nimmt den vermeintlichen Börsenguru fest. Er soll sich nicht nur verspekuliert haben und nun völlig pleite sein, sondern auch das Geld derer verpasst haben, die ihm vertrauten. Kovacs kocht vor Wut und würde Krayne am liebsten die Visage umgestalten, besinnt sich aber eines Besseren: Er weiß, dass sich in Kraynes Penthouse ein geheimer Tresor befindet und geht davon aus, dass dieser dort seine Notreserve versteckt - womöglich Millionen. Bleibt nur noch die Frage, wie es zu bewerkstelligen ist, da ranzukommen.

Die ersten 15 bis 20 Minuten sehen danach aus, als wäre die Finanzkrise thematisch nun auch im Komödiensektor von Hollywood angekommen. Mit Ben Stiller als Protagonist ist folglich die Erwartung hoch, dass es wieder mal ordentlich Satirisches hageln wird. Doch anders als beispielsweise in Tropic Thunder, in dem Stiller die gesamte Film- und Medienbranche auf die Schippe nahm, sitzt er hier weder im Regiestuhl noch am Produzentenruder. So verpufft denn auch der anfängliche Eindruck schnell, und der Film schreitet alsbald in den üblichen Allerwelts-Rastern des Komödien-Genres voran.

Schlecht muss das nicht sein. Aushilfsgangster präsentiert sich vergleichsweise frisch und kurzweilig und erinnert mitunter an eine Mischung aus Ocean's Eleven-Light und Safecrackers. Und obwohl Stiller nicht schalten und walten konnte, wie er wollte, holt er eine Menge aus seiner Rolle raus, indem es ihm gelingt, das Komödien-Raster immer wieder ein wenig zu durchbrechen. Richtige Drama-Akzente befördert das zwar noch nicht in die Handlung, aber aus einer der zentralen Szenen des Films, als er mit einem Golfschläger den Lieblings-Ferrari des Mannes zerlegt, der die Pensionsgelder der Angestellten durchbrachte, spricht glaubwürdige Verzweiflung und aufrechter Zorn, der sich gut nachvollziehen lässt. Manch einer würde sich sicherlich auch gerne mal die Bonzenkarre eines skrupellosen Bankmanagers vornehmen.

Abgesehen von solchen Augenblicken der Katharsis (Ok, schade um den Ferrari), sprüht die Handlung vor Lachsalven produzierenden Gags aber nicht gerade über. Es ist auch mehr eine unterschwellige, süffisante Komik, die den eigentlichen Reiz über weite Strecken ausmacht. Ratner wollte sich damit aber offensichtlich nicht zufrieden geben und packte insbesondere gegen Ende mehr und mehr Slapstick hinein. Die Brachialkeule bricht dem Film aber eher das Rückgrat, als dass er dadurch merklich an Charme oder Witz gewinnt.

Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall der Cast. Neben Stiller geben sich zwei (mittlerweile) Ex-Stars die Ehre: der mit seinen Filmen zuletzt oft glücklose Eddie Murphy sowie Matthew Broderick, der schon lange keine Hauptrolle in einem sogenannten A-Movie innehatte. Unersetzlich wirken beide auch diesmal nicht; wobei Murphy, der den Film mitproduzierte, sich irgendwie noch besser ins Geschehen schmeißt, während Broderick, allein schon wegen seiner wenig extravaganten Rolle, vergleichsweise blass bleibt. Da macht die zweite Reihe mit Tea Leoni, Casey Affleck und Gabourey Sidibe (Precious - Das Leben ist kostbar) noch mehr her.

Alles in Allem bietet Aushilfsgangster eine vergnügliche Feelgood-Show, die mit Die Rache des kleinen Mannes umschrieben werden kann. Es ist dabei aber mehr klamaukige Neuzeit-Robin-Hood-Utopie denn Abrechnung mit den großen bösen Finanzjongleuren herausgekommen. Potenzial für mehr hätte der Film gehabt. Offensichtlich war aber weder mehr gewollt, noch ernstlich beabsichtigt worden.

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 30. Nov 2000
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